Buchbesprechung am 26.4. – Lesung von Auszügen aus: Peter Bierl, Friedrich Burschel (Hg.) – Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn – Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell

Politsalon am 26.4. im Vetomat ab 19Uhr – Buchbesprechung

Workshop zum neuen Buch von Peter Bierl (Autor) und Friedrich Burschel (Hrsg.)

Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn – Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell

http://www.konkret-magazin.de/tl_files/konkret_texte/sidebar/57k.jpg

“Dieses Buch kommt im richtigen Moment, denn auch unter Linken, Globalisierungskritikern und Kapitalismusgegnern machen sich seit Jahren, in letzter Zeit verstärkt durch die irritierenden Umstände der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise, die falschen Vorstellungen des Freiwirtschaftstheoretikers Silvio Gesell (1862–1930) wieder breit. Und auch wenn Gesell selber dem allgegenwärtigen Antisemitismus seiner Zeit weitgehend abhold war, bieten seine über weite Strecken rassistische Lehre, seine um die Produktionssphäre verkürzte Kapitalismuskritik, seine horriblen Visionen von einem neuen Manchesterkapitalismus, sein Sozialdarwinismus und seine Frauenfeindlichkeit noch heute vielen Verschwörungstheoretikern, rechten und antisemitischen Gegnern eines anonymen »Finanzkapitalismus«, aber eben auch wohlmeinenden und naiven Kritikern von »Geld und Zins« eine ideologische Heimstatt.

Bis heute fehlte eine kritische Gesamtdarstellung der Gesellianer bzw. der Freiwirtschaftsbewegung, ihrer Theorie und Entwicklung, ihrer Vorläufer und ihres aktuellen Einflusses in Deutschland. Sie endlich zu liefern ist das Anliegen dieses Buches, das sich an politisch und historisch Interessierte und Aktivisten in Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, antifaschistischen und globalisierungskritischen Gruppen wendet.

Der Autor
Peter Bierl ist ein Journalist aus Süddeutschland, der vor allem mit seinem Standardwerk Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik Aufmerksamkeit erregt hat. Sein Hauptinteresse gilt den verschiedenen Formen von Aberglauben, Esoterik und pseudowissenschaftlichem Unfug auch im linken Diskurs. Seit Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Silvio Gesell und legt nun mit diesem Buch die Summe seiner Erkenntnisse vor.

Der Herausgeber
Friedrich Burschel ist Referent zum Schwerpunkt »Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit« bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin. Er hat unter anderem das Buch Stadt – Land – Rechts. Brauner Alltag in der deutschen Provinz herausgegeben.”

Quelle: http://www.konkret-magazin.de/konkret-texte/texte-archiv/konkret-texte-nr-57.html

Mit der ausdrücklichen Genehmigung des Autors möchten wir – in ganz entspannter Atmopshäre – aus seinem aufregenden, spannenden und äußerst aufschlußreichen neuen Buch (in Abwesenheit) vorlesen, gemeinsam lesen und diskutieren. Also, vor allem die Inhalte – um die es hier geht – sollen besprochen werden. Es geht uns nicht darum ob er in allem was er sagt recht hat und behält, sondern um die Dinge auf die er hinweist und was wir selbst dazu zu sagen haben.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Leute die das Buch noch nicht gelesen haben. Denen möchte damit eine Leseempfehlung sehr ans Herz gelegt sein. Sehr willkommen sind aber gerade auch die Leute die es schon oder in Teilen gelesen haben. Dazu besteht jedoch kein Zwang.

Zum Autor: Peter Bierl ist u.a. bekannt für seine genaue Betrachtung der Anthroposophie Rudolf Steiners und der Waldorfschulen sowie seiner Kritik der besonderen deutschen Verhältnisse dazu.
Vgl.: Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister –
http://lese-fetischisten.blogspot.de/2009/06/wurzelrassen-erzengel-und-volksgeister.html

Er kommt im weitesten Sinne aus der undogmatischen radikalen Linken, war Redakteur bei der Zeitschrift ÖkoLinX in den 1990er Jahren und damals in der Ökologischen Linken, aus der er später wieder austrat.

In der linken Szene gilt er im weitesten Sinne als kritischer Anarchist (Anarchokommunist oder kommunistischer Anarchist) und dezidierter Kritiker. Wie er sich selber sieht oder selbst bezeichnen würde ist uns leider nicht bekannt. Das tut aber auch wenig zur Sache. Und vermutlich legt er auch selbst keinen so großen Wert auf diese Bezeichnungen.

Rechte, insbesondere Anthros, Esos und die sog. Evolutionären Humanisten, Tierrechtler_innen, Tierbefreier_innen, Antispes sowie Gesellianer_innen u.a. regressive bis reaktionäre Kapitalismuskritiker_innen, können ihn aus gewissen – aber von ihm sehr wohlbegründeten – Gründen nicht leiden.
Vielen bauch- und bewegungsorientierten vermeintlichen Linken hat er irrationale Vorstellungen und Verwirrungen aufgezeigt, vorgeführt und erkenntlich gemacht. Einige hat das zur Desillusionierung, Aufklärung und Erkenntnis gebracht, andere mögen ihn darum umso weniger. Selbst seine ehemaligen GenossInnen.
Das wollen wir aber garnicht zum Gegenstand machen.
Der Inhalt interessiert umso mehr.
Denn das alles im Background dazu zu wissen kann das Lesen seines neuesten Werkes bloß umso interessanter machen.
Es geht deswegen nicht um die Auseinandersetzung mit den falschen Vorstellungen anderer, sondern um die schonungslose und sachliche Kritik an, sowie die Beschäftigung mit der Materie.
Namentlich Freiwirtschaft und Schwundgeld, Tauschringe, etc., usw..
Dabei möchten wir der aufgemachten sich historisch und politisch begründenden Logik sowie Gliederung des Buches folgen.

Zum Buch:
http://ps.vetomat.net/wp-uploads/2013/04/0001.jpg
http://ps.vetomat.net/wp-uploads/2013/04/0002.jpg
t.b.a.

Bestellbar z.B. über Buch.de, o.ä. sowie im gut sortierten Buchladen um die Ecke, der Programmbuchhandlung oder jedem guten und aktuellen Infoladen.
Wer es sich nicht leisten kann bekommt das Buch auch über jede gute Bibliothek (als Fernleihe, o.ä.).
Oder bildet Lesegruppen.

Mehr von und zu Peter Bierl:
Artikel von ihm in der Jungle World – http://jungle-world.com/suche/?s=Peter%20Bierl
Beiträge im Audioarchiv – http://audioarchiv.blogsport.de/tag/peter-bierl

2 thoughts on “Buchbesprechung am 26.4. – Lesung von Auszügen aus: Peter Bierl, Friedrich Burschel (Hg.) – Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn – Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell

  1. Barrierefrei Post author

    Das Vetomat ist offen für alle Menschen, ebenso mit Behinderung und Einschränkungen. (Sind nicht alle Menschen “behindert”?!)
    Der Veranstaltungsort ist – mithilfe einer Rampe – “barrierefrei” zugänglich (auch mit E-Rolli), die Toilette aber leider nicht.

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