Monthly Archives: January 2012

2.2.12: Politfilmklub zum Thema Rassismus

Gezeigt werden diesmal im Politfilmklub am 2.2. ab 21Uhr:
Dokus über “Rassenhass” und anderen Shit von der harten Seite der Gesellschaft… (“tales from the hard side” *)
Hier erstmal zu den Basics der “Schwarzen-Bewegung” in den USA z.B. eine Doku über den rassistischen Mord an Emmett Till 1955
“Im Westen nichts Neues – Rassenhass”:


“Info zur Dokumentation: Der Mord an dem 14-jährigen Afro-Amerikaner Emmett Till schockierte 1955 die Welt. Nur weil er einer weißen Frau in einem Lebensmittelgeschäft in Money, Mississippi, nachgepfiffen hatte, wurde er von zwei Männern nachts aus dem Bett gezerrt, brutal zusammengeschlagen und anschließend erschossen.

Als die Täter von einer rein weißen Jury freigesprochen wurden und anschließend mit ihrer Tat vor einem Journalisten prahlten, wurde aus dem Mord an Till ein entscheidender Anstoß für die Entstehung der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Rosa Parks die sich weigerte als afro-amerikanische Frau ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen, ist nur eine der ersten die den Mut hatten, sich die bis in die heutige Zeit reichenden [rassistischen] Schikanen [/ den offensichtlichsten und primitivsten Ausdruck von Rassismus (Syndrom)] nicht weiter bieten zu lassen. [...]”
www.youtube.com/watch?v=h3Chx0g-OYM
+++

http://www.youtube.com/redirect?q=http%3A%2F%2Fde.wikipedia.org%2Fwiki%2FEmmett_Till&session_token=tkvw7tG4vUZw_cOJ9tJOjD987xp8MTMyNzY2MzU2OEAxMzI3NTc3MTY4

+++

http://www.fakultaet5.fh-hannover.de/personen/lehrende/stender-wolfram-prof-dr-phil-prof/index.html

http://audioarchiv.blogsport.de/2011/06/06/die-befreiung-von-der-knechtschaft/

http://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=prof.%20alex%20demirovi%C4%87%20rassismus%20syndrom&source=web&cd=5&ved=0CEAQFjAE&url=http%3A%2F%2Flibrary.fes.de%2Fpdf-files%2Fdo%2F07504.pdf&ei=jj0hT8j_C4Xo-gaq0t23CA&usg=AFQjCNGFFyUzQnjxq6-msgeCYe4eYcGZUQ&cad=rja

http://de.wikipedia.org/wiki/Gruppenbezogene_Menschenfeindlichkeit#Rassismus

http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus


* www.youtube.com/watch?v=nmFBelyMCCE

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http://politsalon.vetomat.net/index.php/2012/01/26/2-2-12-politfi…hema-rassismus/ ‎

Konstitutionelle Sendepause +++ Nächster PS am 17.2. zum “Recht auf Faulheit”.

Momentan steht der Politsalon online auf weniger Sendungsbewusstsein.
Deswegen wird nur noch akzentuierter hier im virtuellen Weblog geschrieben, aber umso freudiger in der bad reality diskutiert.

Der nächste Politsalon ist schon am 17.2.! Mit Plenum und Lesung und Diskussion und etwas kleinem zu Essen. Also, wie immer, mit allem Gewohntem, Drum und Dran. Nicht erst am 24.2.! Das hat ganz einfache Gründe, eine Reise.

Das Thema wird sein: “Das Recht auf Faulheit” nach Paul Lafargue.

http://www.wildcat-www.de/material/m003lafa.htm

+++

Die nächsten Punkte, zu unseren Veranstaltungen, in dem schwarzroten Faden den der PS zu bieten hat werden dazu demnächst hier präsentiert.
Darin soll es u.A. stärker um die Orientierung an emanzipatorischen Werten und den Errungenschaften der Aufklärung, sowie um das Menschliche Selbst, den sagenumwobenen Autonomiebegriff und die Definitionsmacht, sowie Diskurshegemonie heute, bis hin zu einer Klärung des Naturbegriffes, gehen. (UvM.)
Dazu haben wir Lust uns auch mal ein paar ganz spezielle Leute für Vorträge und Diskussionen einzuladen.

http://www.ue-ei-portal-sammlerkatalog.de/data/thumbnails/4274/garf.jpg

Wo wir noch zu finden sind?
Bei so manchen Diskussionsrunden in Berlin und so.
Wir lassen es Euch bei Gelegenheit wissen.

Und empfehlen – für Leute die Zeit haben – solange einfach ein paar nette Vorlesungen, die sicherlich diskutabel sind, an den Unis in Berlin und drumherum (Potsdam, Frankfurt Oder, Cottbus, usw.). Z.B.:

http://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/arbeitsbereiche/allgpsy/lehre/lehrveranstaltungen/ws_07_08_Lehrveranstaltungen/vl_12603_allg_psy.html

http://www.uni-koeln.de/phil-fak/fs-psych/serv_pro/skripte/entw/aentw2_2.pdf

http://www.erziehungswissenschaften.hu-berlin.de/lehre/kvv

http://myvv.fu-berlin.de/vorlesungsverzeichnis/tab/kvv.lv.html

http://www.erwiss.fu-berlin.de/

http://www.polwiss.fu-berlin.de/Studium/kvv.html

http://www.sowi.hu-berlin.de/

http://www.fu-berlin.de/vorlesungsverzeichnis/ws1112/

http://www.fu-berlin.de/einrichtungen/fachbereiche/fb/pol-soz/soz/index.html

http://userpage.fu-berlin.de/~hscheit/lehre.html

Bis dahin.

Was sollen angeblich sog. “Chemtrails” sein?

Aus dem Youtubechannel eines interessanten Antiinfokriegers:


In einem sehr interessanten und launigen Vortrag präsentierte der Germanist und Politikwissenschaftler Dr. Markus Wallenborn in der Bonner Buchhandlung Böttger drei besonders krude Beispiele aus der schier unübersehbaren Literatur um und zu Goethe und kam auch auf das Thema Chemtrails zu sprechen.

Informationen über Verschwörungstheorien rund um Kondensstreifen bzw. Chemtrails:

- http://chemtrails-maerchen.blogspot.com/
- http://chemtrails-fakten.blogspot.com/2011/10/diskussionsgrundlage-sind-chemt…
- http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Chemtrail
- http://de.wikipedia.org/wiki/Chemtrail
- http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3574.pdf
- http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=3121
- http://www.martin-wagner.org/anti-chemtrails.htm
- http://www.frank-wettert.de/die-cia-vergiftet-uns-mit-chemtrails-kuenstlichen…
- http://www.welt.de/print-welt/article217386/Weisse_Streifen_am_Himmel.html
- http://www.n-tv.de/wissen/frageantwort/Kondensstreifen-mit-Chemikalien-articl…
- http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIII/AB/AB_00560/fname_078831.pdf
- http://www.mpimet.mpg.de/aktuelles/presse/faq-haeufig-gestellte-fragen/welche…
- http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-38785499.html
- http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/frage-von-m-baumann-gibt-es-die…
- http://www.skepdic.com/chemtrails.html
- http://contrailscience.com/contrail-or-chemtrail/
- http://chemtrails-maerchen.blogspot.com/2008/08/nachgehakt-angebliches-beweis…
- http://www.youtube.com/watch?v=U2FWU_Nx4Uc
- http://www.youtube.com/watch?v=ROHz-zhlSuE&feature=fvsr
- http://www.youtube.com/watch?v=FDnIMcqPmUY&feature=relmfu
- http://www.youtube.com/watch?v=4wm6cJXW_1s
- http://www.youtube.com/watch?v=8fIMFYoOpl8
- http://www.youtube.com/watch?v=NzZOogjzxtU
- http://www.youtube.com/watch?v=W9dDFCkyZiI

Zu den Vorfällen bei der sog. “LL(L)-Demo”… 2012

Zufällig kamen wir bei dem Gerangel an der Allee vorbei und können bezeugen, daß das was der Geigerzähler schreibt stimmt.

http://geigerzaehler.blogsport.de/2012/01/15/nein-neiu-das-ist-nicht-der-kommunismus/

Siehe auch:

https://linksunten.indymedia.org/de/node/53387

https://linksunten.indymedia.org/de/node/53535

https://linksunten.indymedia.org/de/node/53403

http://de.indymedia.org/2012/01/323077.shtml

http://de.indymedia.org/2012/01/323054.shtml

Fotos:

http://www.flickr.com/photos/pm_cheung/sets/72157628879372197/with/6701021717/

http://www.flickr.com/photos/boeseraltermannberlin/sets/72157628878958665/with/6700889421/

http://www.flickr.com/photos/rassloff/archives/date-posted/2012/01/15/

Rosa und Karl müssten sich nicht nur im Grabe umdrehen, wenn das ginge, angesichts solcher Sachen, sondern sich gar wieder erheben…

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“Ivo Bozic: Der Streit um das K-Wort bei der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration in Berlin
Jungle World Nr. 2, 13. Januar 2011 inland
Rosa, Karl, Gesine und das K-Wort

Bei der Luxemburg-Liebknecht-Demons­tration in Berlin kamen am Sonntag tausende autoritäre Linke zusammen. Alle wollten wie Gesine Lötzsch das K-Wort ­sagen, auch wenn sie alle etwas anderes ­darunter verstehen.

von Ivo Bozic

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Auf dieser Straße sind Deutsche schon immer gerne Richtung Osten marschiert. Auf die eine oder andere Weise. Unter Hitler war die »Reichsstraße 1« der wichtigste Weg in die Ostgebiete – beziehungsweise an die Front. In der DDR hieß die Straße zeitweise »Stalinallee«, Militärparaden fanden hier statt, hier standen Politbüroleiter und Kremlherrscher in dicken Wintermänteln, um den Soldaten und Panzern zuzuwinken. Und auch am Sonntag herrschte trotz meteorologischen Tauwetters politisch wieder sibirisches Flair auf der Ostberliner Frankfurter Allee.

Angeführt vom ehemaligen Stasi-Major Klaus Meinel (Jungle World 5/2002), der die Demonstration 1992 aus Protest gegen den Abriss des Lenin-Denkmals am heutigen Platz der Vereinten Nationen ins Leben gerufen hatte (3/2001) und bis heute ihr Anmelder ist, defilierte der Karneval der Ostkulturen wie in jedem Jahr in Gestalt von rund 6 000 Anhängern aller nur erdenklichen K-Gruppen vom Frankfurter Tor aus am früheren Ministerium für Staatssicherheit vorbei zur Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde. Dort hatten bereits am frühen Morgen Gregor Gysi, Gesine Lötzsch, Oskar Lafontaine, Petra Pau und die restliche Führungsspitze der Partei »Die Linke« zusammen mit Tausenden – nach Angaben der Veranstalter 40 000 – Ostberlinern Kränze und rote Nelken an den Gedenksteinen für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht niedergelegt.

Bei der Demonstration, die gegen Mittag an der Gedenkstätte eintrifft, dominieren selbstverständlich rote Fahnen. Doch kein Mensch, der bei Sinnen ist, kann die ganzen Parteien und Sekten auseinanderhalten, deren Kürzel neben den antiimperialistischen und antikapitalistischen Parolen und den Konterfeis von Lenin, Marx, Thälmann, Mao, Öcalan und natürlich Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf den Transparenten und Flaggen stehen. Sicher ist nur, alle sind sie da: DKP, SDAJ, MLPD, KPD, Spartakist/IKL, MLKP, MLMK, TKIP, TKD, KP-IÖ, Komak-ML, KPF, IA-RKP, RSH, RSO, RKJV, BDP, FDJ, SAV, SOL, SAS, ARAB, ALB, Linkspartei, Solid, der Deutsche Freidenkerverband, der Traditionsverband der Nationalen Volksarmee, die türkische TKP/ML mit Marx-Engels-Lenin-Stalin-Mao-Transparent, diverse skandinavische Kommunisten, rund 20 Leute von der stalinistisch-nationalistischen KKE aus Griechenland und so weiter und so fort.

Der wenige hundert Menschen umfassende »Antifa-Block« der angeblich nicht-autoritären Linken führt Dutzende Schilder mit Märtyrer-Köpfen mit: Che Guevara, Tamara Bunke, Ulrike Meinhof, Andrea Wolf, Sacco und Vanzetti. Das Motto: »Der Kampf um Befreiung hat viele Gesichter.« Die Gesichter im Antifa-Block sind allerdings ziemlich einheitlich deutsch, während für linke Verhältnisse der Rest der Demonstration relativ internati­onal ist. Dies kann man allerdings nicht an den mitgeführten Nationalfahnen ablesen. Denen zufolge gibt es offenbar genau vier »linke« Nationen: Palästina, das Baskenland, Kurdistan und die DDR. Musikalisch bietet der Antifa-Block abwechselnd Punk-Musik und Arbeiterkampflieder wie »Arbeiter, Bauern, nehmt die Gewehre zur Hand«. An diesem Tag werden wirklich sämtliche Arbeiterkampflieder bei der Demons­tration und auf dem Vorplatz der Gedenkstätte rauf und runter gespielt. Wer ohne Ohrwurm nach Hause geht, war nicht richtig da. Die MLPD hat auf ihrem Wagen Live-Musik dabei, versucht sich an Rap.

Auf dem Vorplatz haben Betonköpfe und Dünnbrettbohrer aller kommunistischen Fraktionen ihre Stände aufgebaut. DKP, MLPD und KPD konkurrieren offen um den wahren, den »richtigen« Kommunismus. Die Blumenhändler verkaufen Nelken für einen Euro das Stück, es gibt Bratwurst und Glühwein. Am Spartakisten-Stand hängt ein Schild: »Verteidigt China, Kuba, Nordkorea und Vietnam gegen die Konterrevolution!« Vor dem Junge Welt-Stand haben sich drei FDJler mit blauen Hemden und einer Gitarre aufgestellt und singen die Internationale, ein paar Meter weiter spielt eine Schalmeienkapelle zackige Märsche.

Vor allem ein Thema beherrscht die Gespräche an den Infoständen und unter den Demonstrantinnen und Demonstranten: das K-Wort und die »Linken«-Vorsitzende Gesine Lötzsch. Die hatte sich in einem Zeitungsartikel von einer Konferenz unter Berufung auf Rosa Luxemburg positiv auf den »Kommunismus« als politisches Ziel bezogen, was eine geradezu hysterische antikommunistische Reaktion in der Öffentlichkeit ausgelöst hatte. Aber auch unter den hier aufmarschierten Kommunisten ist man schwer empört. Die Partei für Soziale Gleichheit (PSG) verteilt ein Flugblatt: »Hände weg von Rosa Luxemburg! Zur Verfälschung von Luxemburgs Erbe durch die Linke«, in dem Lötzsch und ihrer Partei »dreiste Lügen« und »haarsträubende Verdrehungen« bei der Luxemburg-Rezeption vorgeworfen werden und genau erklärt wird, wie man nach Auffassung der PSG Luxemburg zu verstehen habe. Aus der Demonstration ertönt die Parole: »Trotz aller Lügen der Reformisten – Rosa und Karl waren Kommunisten!« und »Rosa und Karl – gegen Kapital«.

Auch in der Linkspartei selbst hatten sich viele, auch Gregor Gysi, von Lötzschs Artikel distanziert und verlangt, dass, wer über den Kommunismus rede, immer auch die Verbrechen erwähnen müsse, die in seinem Namen begangen wurden. Dass die damit gemeinten Regime in China, der Sowjet­union und dem Ostblock gar nicht als »kommunistische«, sondern als »sozialistische« firmierten und der Begriff des »Sozialismus« daher eigentlich historisch viel mehr desavouiert ist, spielt bei der völlig irrlichternden Debatte keine Rolle.

Die SPD, die ebenfalls wegen Lötzschs Äußerung verbal auf den Barrikaden ist und der »Linken« einmal mehr bescheinigt, nicht »koalitionsfähig« zu sein, hat sicherheitshalber ihren Sozialismusfaktor etwas heruntergeschraubt, um nicht vom selbst miteröffneten antikommunistischen Sperrfeuer getroffen zu werden. Die Berliner SPD hat ihre früher immer parallel zum Gedenken in Friedrichsfelde stattfindende Rosa-Luxemburg-Ehrung am Landwehrkanal im Tiergarten ausfallen lassen. Man habe dies etwas zurückgefahren, heißt es dazu in der SPD-Pressestelle, die Kranzniederlegung für Rosa Luxemburg finde jetzt nur noch alle fünf Jahre statt.

Die Teilnehmer der nach und nach in Friedrichsfelde eintreffenden Demonstration lassen sich die Blumenniederlegung an den Gedenksteinen für Luxemburg und Liebknecht jedenfalls nicht nehmen und drehen alle ihre feierliche Abschlussrunde über den Platz, auf dem ein großer Stein mit der Inschrift »Die Toten mahnen uns« thront. Hier sind auch zahlreiche andere Sozialdemokraten und Kommunisten beigesetzt, unter anderem Paul Merker (8/2004). Merker gehörte bereits in der Weimarer Republik der KPD an und saß als aktiver Antifaschist während der NS-Zeit in einem französischen Internierungslager ein. Er forderte später in der DDR als Mitglied des Politbüros eine Entschädigung der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus, auch eine Entschädigung des enteigneten jüdischen Vermögens. Er brachte einen entsprechenden Gesetzentwurf ein, der von der SED abgelehnt wurde. Merker befürwortete die Gründung eines jüdischen Staates und forderte – ebenfalls erfolglos – die Anerkennung Israels und die der Juden als nationale Minderheit in der DDR. Er wurde 1950 wegen »zionistischer Umtriebe« aus dem Politbüro ausgeschlossen und 1952 verhaftet, da er die »Verschiebung deutschen Volksvermögens« an »jüdische Finanzkapitalisten« geplant habe. In Stasiverhören wurde Merker als »König der Juden« verspottet.

Aber: Die SED hat – auch wenn sie ihre anti­semitischen Positionen zu Entschädigungen und zu Israel nicht revidierte – zumindest Merker ein paar Jahre später rehabilitiert, er konnte immerhin noch als Lektor im Verlag Volk und Welt arbeiten. Schließlich bestattete man ihn sogar an der Gedenkstätte der Sozialisten. Mit solcher Milde hätte er bei den kommunistischen Sekten und den Antiimperialisten, die jetzt mit ihren Palästinafahnen auf dem Weg zu »Karl und Rosa« an seiner Urne entlangziehen, vermutlich nicht rechnen können.

Die Parole »Zusammen kämpfen!«, die eine kleine Gruppe schwarz gekleideter Jugendlicher auf ­einem Transparent mitführt, wird an diesem Tag auf repressivste und gleichzeitig lächerlichste Weise vorgeführt: Dutzende Polit-Sekten, die sich nach der Revolution mit Sicherheit sofort alle gegenseitig an die Wand stellen würden, weil sie jeden verdächtigen, das K-Wort falsch auszulegen, erfreuen sich daran, hier mit so vielen Genossen gemeinsam auf die Straße zu gehen und das K-Wort auszusprechen. Und auch der kleine Antifa-Tross verspürt weniger das Bedürfnis, sich von all den autoritären Stalinos zu distanzieren, als vielmehr sichtbar die Genugtuung, Teil eines möglichst großen Bündnisses zu sein, das ja ach so viele Gesichter hat, die alle für »Befreiung« stehen – weitgehend unabhängig davon, wovon die sich im einzelnen befreien wollten. Müsste nicht der »Kampf um Befreiung« mit einer Befreiung von all diesen anmaßenden Parteisoldaten anfangen? Aber der Wille zur Masse ist, wie die ganze gespenstische Veranstaltung dieses Tages, eigentlich nichts Neues, sondern hat Tradition. Und weil Tradition bei dieser Demons­tration das Wichtigste ist, ist auf Selbstreflexion oder gar Selbstkritik nicht zu hoffen.

Im Sinne Karl Liebknechts dürfte diese Massenveranstaltung im Übrigen nicht sein. Immerhin forderte er, dass Klarheit vor Einheit gehen müsse: »Nur aus schonungsloser Kritik kann Klarheit erwachsen, und nur aus Klarheit Einigkeit.« Um also im Sinne des diesjährigen Luxemburg-Liebknecht-Auslegungswettbewerbs auch eine eigenwillige These beizutragen: Wenn Karl Liebknecht heute leben würde, würde er diesen jährlichen Geisterumzug sicherlich verbieten wollen.”

http://jungle-world.com/artikel/2011/02/42397.html

“Wir haben Es satt…” am Samstag, 21.1.2012 ab 11:30Uhr B.HBF.

Zitat (leicht verändert):
“Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg e.V.
> www.also-zentrum.de
> *
> Aufruf an Gruppen, Arbeitskreise, Netzwerke von Erwerbslosen und
> Geringverdienenden, Oldenburg, 9. Januar 2012
>
> Wir haben es satt! Demo am 21. Januar in Berlin
> Wir demonstrieren mit — weil es einfach richtig ist!*
>
> . Denn es ist falsch, unsere Ernährung in die Hände der
> Agrarindustrie, Saatgutkonzerne und Spekulanten [sic] zu legen…
> . denn es ist falsch, Bauern [und BäuerInnen], das sind die Fachleute fürs Erzeugen der Nahrung, von Hof und Land zu vertreiben, in der EU und weltweit, um dort, wo vormals für die Ernährung angebaut wurde, Pflanzen für Agrardiesel und -gas anzubauen, für billige Energie für die industrielle Massenproduktion, egal ob für Stahl, Chemikalien oder
Fleisch oder was auch immer. denn Billigfleisch aus Megamastställen und -schlachthöfen macht hier niemand wirklich satt, sondern bringt über die dazu notwendigen Futtermittelimporte weltweit Millionen Menschen Hunger und Tod und ruiniert das Klima [( = zerstört die Natur)]. Denn der ganze Billigfraß der Agrarindustrie und
Lebensmittel-Discounter verdrängt eine verantwortbare
Landwirtschaft, bietet Bauern [und BäuerInnen] und Beschäftigten keine auskömmlichen Einkommen und kommt damit schließlich auch allen mit geringen Einkommen am Ende
> verdammt teuer — und das eben nicht nur beim nächsten
> Lebensmittelskandal.
> Wer nicht will, dass weiter eine Milliarde Menschen weltweit
hungert, während gleichzeitig Lebensmittel und Energie in unvorstellbarem Umfang verschwendet werden, sollte [eine anders geplante Landwirtschaft unterstützen]. Denn diese könnte ohne Dünge- und Futtermittelimporte, ohne die Produkte der Saatgut-, Düngemittel- und Pestizidmultis und ohne Gentechnik auskommen.
Aber wer eine regionale Landwirtschaft betreiben will, egal ob z. B.
> in Europa, Afrika, Asien oder Südamerika, muss von den Produkten
> seiner Arbeit auch gut leben können. Damit das geht, brauchen alle
> Menschen Einkommen, um sich regionale Produkte aus der
Primärproduktion [(des primären Sektors)] leisten zu können — und das ist dringend notwendig, denn
> diese Landwirtschaft geht nicht als Nischenwirtschaft, sondern nur
als Anbauweise zur Sicherung der Ernährung aller Menschen, Bauern, [BäuerInnen] und Nichtbauern[/-bäuerinnen].

> Damit wir dahin kommen können, darf niemensch mehr gezwungen werden,
> beim Discounter zu kaufen oder von dem zu leben, was die großen
> Lebensmittelketten wegwerfen, nachdem sie ihren Reibach gemacht
haben, sei es [aus] Container[n] oder [von den] Tafeln.

> Wir Erwerbslose und Geringverdienende brauchen dafür in dieser Welt
deutlich mehr [Lohn(!)], egal ob es ‘Hartz IV’, [Gehalt] oder
Kleinstselbständigkeit heißt — sonst bleiben wir, ob wir wollen
oder nicht, dazu bestimmt, die Nachfrage nach Billigstlebensmitteln
> anzuheizen. Das spielt [u.a.] der Agrarindustrie [- Staat und Kapital -] in die Karten [...] und verdrängt [sinnvolle tradierte und neue Ansätze in der] Landwirtschaft.

> ! Wir sagen daher: !
> Unter [1000] Euro sollte kein Hartz IV-Satz liegen, kein Stundenlohn
> unter [20] Euro. Und solange all die Dinge, die wir für das Leben in
> dieser Gesellschaft brauchen, Geld kosten, wäre die Anhebung
unserer Einkommen auf diese Beträge ein erster Schritt.

Ein erster Schritt von weiteren, die dringend nötig sind hin zu einer Gesellschaft ohne Hunger, Elend, Ausgrenzung, ohne Höfesterben und Landvertreibung, ohne die Agrarindustrie und deren Zerstörung von [wertvollem Boden] und [Natur generell], ohne Fleischfabriken und alles, was dazu gehört: [Energieverschwendung], Antibiotikaresistenzen, Luftverpestung, Hungerlöhne, nitratverseuchtem Trinkwasser, [sprich Umweltverschmutzung], etc. …

Die Abschaffung von EU-Subventionen für Agrarimporte und Exporte,
der Subventionen für die [EU / sowie in erster Linie die deutschen] Konzerne und der Forderungen zur Sicherung [ökologischer] Landwirtschaft gehören zusammen mit der Anhebung der Einkommen aller Menschen, damit wir und alle für [...] fair erzeugte Produkte auch faire Preise zahlen können.

[...] Damit diese Forderungen so in Berlin auch zusammen auf der
Straße vertreten werden, werden wir bei der “Wir haben es satt-Demo” lautstark mitmachen, Krach schlagen mit Töpfen, Deckeln,
Kanistern…

[...] Weil es einfach richtig ist, sich nicht spalten und
gegeneinander ausspielen zu lassen als [ErzeugerInnen, Produzierende], VerbraucherInnen, Beschäftigte in Einzelhandel, Schlachthöfen oder als Erwerbslose, sagen wir auch: Mehr Hartz IV [/Lohn(!)] ist gut für alle!
Eben auch, weil damit von unten Druck auf die [...] Einkommen
aller aufgebaut wird und so auch der [Dumping-]Politik der
[...] Lebensmittelkonzerne und -discounter das Wasser abgegraben wird, [statt uns].

Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg — ALSO”

Editet by Blackie.


Ein kleiner Spaziergang also und danach; Einkauf in der City?

12.01.2012: Community Organizing, VA im Veto, ab 19:00Uhr

12.01.2012
19.00 – Vetomat
Organizing for Change – Statt Latschdemo für das gute Gewissen
Community Organizing (CO) ist ein amerikanischer, demokratischer Ansatz, bei
dem Menschen befähigt werden, sich selbst zu ermächtigen, um gemeinsam
mit Anderen grundlegende Probleme zu identifizieren und nachhaltig zu
ändern.
In dem Vortrag geht es darum, was CO ist, wo es bereits angewendet wird
und wo die Unterschiede zu anderen Ansätzen der Gemeinwesenarbeit /
Gewerkschaftlichem Organizing/ Politischer Bildung besteht.
Vokü ab 19:00, Beginn des Vortrags 19:30
Eintritt: frei

20.01.2012: Politsalon! Glaubst Du noch an den Weihnachtsmann oder was sind sog. Chemtrails; Politsalon ab 21Uhr im Vetomat

Ankündigungstext:

Wer oder was sind sog. „Chemtrails“?

GanzNormaleKondensstreifen!

Politsalon.vetomat.net:

Sog. Chemtrails (CT) verkörpern in der Ideologie von Verschwörungsdenkenden eine neue Form der gedachten geplanten Vergiftung, d.h. Vernichtung des (zumeist deutschen) sog. „Volkskörpers“, durch herbeihalluzinierte sog. Jüdische Geheimorganisationen, die angeblich eine sog. Neue Weltordnung („NWO“) etablieren wollen.
Dabei sind sie allein schon geophysikalisch, naturwissenschaftlich (ins. meteorologisch) betrachtet, reinster Unsinn. Wer sollte denn dagegen immun sein?!? Und wem sollte es nützen wenn großräumige Wetterbeeinflussungen unvorhersehbare Wirkungen auf weitere Gebiete haben können und damit zum eigenen Schaden führen können? (Vgl. z.B. Wetterprognosen und Klimaszenarien der Klimageographie)
Welche Airline sollte ihre Flugzeuge mit Sowas ausstatten und vor allem warum(???), welche Militärflugzeuge sollten das sein(?), wie von den Chemtrailfreaks behauptet…
Das macht aber nicht ihren, sprich den Kern der Idee CT aus und es ist darum nur dumm und müßig überhaupt erst darüber zu diskutieren und damit in die antisemitische Falle zu tappen.
Denn sie sind eine vollkommen irrationale Vorstellung, das Konstrukt von phobischen AntisemitInnen und Neonazis. Sie nähren eine ganz bestimmte Paranoia von einer Fremdbestimmung durch eine äußere (Besatzungs-)Macht. Die den USA und Israel zugeschoben wird. Die USA werden dazu als „ZOG“ (Zionistic Opressed Government) bezeichnet.
Ginge es also nur um den wissenschaftlichen Gegenbeweis, eine Falsifikation, daß es logisch keinen Sinn macht, daß es die sog. Chemtrails also garnicht gibt, wäre die Sache leicht vom Tisch. Die Häufigkeit der „Trail“-Bewegten, die in der Szene unterwegs sind und die Mensch auf der Straße treffen kann, zeigt aber immer wieder wie hartnäckig sich dieses vermeintliche Gerücht in der Welt hält.
Dazu ist es wichtig an die Substanz zu gehen und zu hinterfragen, wer sich leicht von solchen und ähnlichen UnTheorien einlullen läßt und diese dann gar warum wie verteidigt, bzw. Position für eine Seite ergreift auf der Mensch doch – angeblich – eigentlich garnicht stehen will(?).
Also, wollen wir an diesem Abend, neben der Lächerlichmachung der sog. Chemtrails, wieder einmal systematische Herrschafts- und Gesellschaftskritik üben.

Mit Filmchen zur Diskussionsanregung.

Z.B.

P.S.: Kritik an “Großleistungen” – wie H.L. sie nennt – wie der Mondlandung und ähnlichen Unternehmen, darf allerdings nicht zu kurz kommen, kann aber m.E. nur eine sinnvolle sein, wenn sie mindestens antikapitalistisch, gesellschaftskritisch ist. Wie z.B. die daran, daß weltweit immer noch jedes Jahr millionen Menschen an Hunger sterben, usw., also nichtmal die elementarsten menschlichen Probleme beseitigt sind, wogegen es für Wenige nötig befunden wird zum Mars oder weiter zu fliegen. Zum Welthunger vgl. z.B. http://www.fian.de/online/ . Verschwörungsideologien sind dagegen aber etwas ganz anderes, denn ihre Motivation und Motive verstecken sich nur hinter dem vorgeschobenen Moralismus und sind selten mehr als moralistisch, wenn überhaupt ordentlich begründet.

Empfehlung: Das hat Mr. Kulla in seinem Buch der sog. Entschwörungstheorie ja bereits wunderbar bewiesen. http://www.cutuphistory.org/entschwoerungstheorie/

+++

Kein Fingerbreit dem Nazismus.

Osterhasen, Weihnachtsmänner, Christkinder, Zahnfeen, Marienerscheinungen, Ufos, Geister, Ahnen, Arier, Atlantiden, Germanen, usw., müssen leider draußen bleiben.

20.01.2012!
21Uhr!
Im Vetomat

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Ankündigung

„Chemtrails“?
Oder
glaubst Du auch noch an den Weihnachtsmann?

Warum sind sog. „Chemtrails“ nicht nur aus naturwissenschaftlicher, wie klimatologischer und geophysikalischer – insb. d. Meteorologie – Sicht grober Unfug, d.h. irrational?!
Und warum ist die dahinter steckende
Verschwörungs-Ideologie so gefährlich, antisemitisch?!
… „Volksverhetzend“ …

Ein Teach-In des Politsalons
diesmal schon am 20.01.2012!
vorletzter Freitag im Monat Januar
im Vetomat

Vereinsräume für Kunst und Kultur

Scharnweberstr. 35
10247 Berlin

U5 Samariterstraße
Tram, Bus, Wismarplatz

Web: https://politsalon.vetomat.net
Email: politsalon at vetomat dot net
Jabber: politsalon@xmpp.jp

Veranstaltungen von Menschenfeinden in Berlin

Unter der Bezeichnung “Human-Animal Studies” (HAS) gibt es eine sog. Forschungsreihe (u.a. in Hamburg) von u.a. sog. Interdependenztheoretiker_Innen und Antispeziesist_Innen, denen es jetzt sogar gelungen ist ein Buch im Transcript Verlag (diskursanalytischer Verlag) zu veröffentlichen. Sie machen wenigstens das eine Zugeständnis, daß es um die Gesellschaftlichkeit geht. Festzustellen bleibt ob damit noch die Grenze die Gesellschaft ist oder was aus ihrem überhöhten Dekonstruktivismus noch folgt.

http://human-animal-studies.de/chimaira/buchvorstellungen/

“Chimaira wird von Anfang Dezember 2011 bis ca. März 2012 in ungefähr 15 Städten Buchvorstellungen/Lesungen der im Oktober erschienen Publikation “Human-Animal Studies – Über die gesellschaftliche Natur von Mensch-Tier-Verhältnissen” veranstalten.

Termine:

Hier die ersten zeitlich feststehenden Termine. Weitere Informationen folgen.

04. Dezember 2011, 12:30 Uhr, Dresden, AZ Conni, Rudolf-Leonhard-Straße 39, 01097 Dresden.
09. Dezember 2011, 14:00 Uhr, Wien, Don Bosco-Haus, Kinosaal, St. Veit-Gasse 25, A-1130 Wien, im Rahmen des Tierrechtskongresses.
12. Januar 2012, 19:00 Uhr, Berlin, Haus der Demokratie, Greifswalder Straße 4.
19. Januar 2012, 19:00 Uhr, Leipzig, G16 Lesecafé, Gieszerstraße 16, Flyerkopiervorlage.
20. Januar 2012, 18:00 Uhr, Döbeln, Café Courage, Bahnhofstraße 56.
25. Januar 2012, 20:00 Uhr, Bonn.
26. Januar 2012, 18:00 Uhr, Trier.
25. Februar 2012, 19:00 Uhr, Hamburg, Café Knallhart, Von-Melle-Park 9. Vorstellung des Beitrages “Zum Verhältnis von Hardcore-Szene und Veganismus”.
26. Februar 2012, 15:00 Uhr, Braunschweig, Photonum (Schimmel Hof 2B), Hamburger Straße 273, 38114 Braunschweig.

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“Broschiert: 424 Seiten
Verlag: Transcript; Auflage: 1., Aufl. (4. Oktober 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3837618242
ISBN-13: 978-3837618242
Größe und/oder Gewicht: 22,4 x 14,8 x 3,4 cm

Pressestimmen

Das Forschungsprogrammm ist sicher mehr als der wissenschaftliche Reflex auf die breite gesellschaftliche Bewegung, die – inspiriert durch Bücher wie Jonathan Safran Foers ‘Tiere essen’ – den Vegetarismus zum allgemeinen Stilvorbild gemacht hat. (Thomas Thiel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2011)

Ein Schritt zur Etablierung der Human-Animal Studies im deutschsprachigen Raum. (Denise Kästner u.a., Tierbefreiung, 72/10 (2011))

Kurzbeschreibung
Das Verhältnis des Menschen zum Tier stellt eine der großen Debatten der Gegenwart dar. Mit dem jungen Forschungsfeld der Human-Animal-Studies leisten die Kultur- und Sozialwissenschaften einen wertvollen Beitrag zu dieser Frage der Zeit und weisen auf die Gesellschaftlichkeit der herrschenden Mensch-Tier-Verhältnisse hin. Dieser Band versammelt als einer der ersten deutschsprachigen Veröffentlichungen transdisziplinäre Beiträge, die nicht nur theoretische Fragen der Konstitution von Mensch und Tier erörtern, sondern auch daran anschließende Diskussionen über Geschlecht, Identität und politische Praxis aufzeigen. Thesen bekannter Denker/-innen wie Foucault und Haraway sowie aktuelle Ansätze, u.a. aus der Intersektionalitätsforschung und den Queer Studies, werden neu rezipiert und durch eigene theoretische und empirische Analysen ergänzt.

Über den Autor
Der Chimaira Arbeitskreis für Human-Animal Studies hat sich der transdisziplinären Erforschung gesellschaftlicher Mensch-Tier-Verhältnisse verschrieben. ”

http://www.amazon.de/Human-Animal-Studies-gesellschaftliche-Natur-Mensch-Tier-Verh%C3%A4ltnissen/dp/product-description/3837618242/ref=dp_proddesc_0?ie=UTF8&n=299956&s=books

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Dazu noch einmal der Text “Über Tierrechte, Erdbefreiung und die Konsequenz der Selbstliquidierung”

Von

Sven Cronenberg & Radek Krolczyk


Legebatterien sind wie Konzentrationslager, Unabhängig vom Menschen, hat die Natur einen eigenen Wert, Rassismus fängt da an, wo Mensch sagt: es sind ja nur Tiere, sind Parolen mit denen leidenschaftliche Honig- und Käseesser oftmals von VeganerInnen und TierrechtlerInnen torpediert werden. Nicht weniger unhinterfragt und unrefelktiert sind dagegen jene Polemischen Eier, mit denen FleischesserInnen und junge-welt AutorInnen zurückwerfen. Nach denen sind Schweine generell zum gegessen werden prädestiniert da für die Weltrevolution nicht zu gebrauchen.

Egal ob Tofu oder Schitzel, überzeugte VeganerInnen oder nicht: Wird über Veganismus diskutiert, so wird schnell klar, daß meist nur ein recht holzschnittartiger Begriff von Natur und Tieren vorhanden ist. Für die einen besitzen Tiere den selben Wert wie Menschen, in vielen Polemiken gegen Veganismus, die den linken Blätterwald durchziehen, – außerhalb linker Bewegungen ist diese Diskussion, zumindest in Deutschland, eher untypisch – werden Tiere als bloße Objekte begriffen. Oft wird der Fehler begangen, alle VeganerInnen in den selben Topf zu werfen. Die einzelnen Begründungen für vegane Ernähnrungsweise oder für das verfechten von Tierrechten sind sehr unterschiedlich und widersprüchlich.
Dies gilt z.B. für die politsichen Vorstelluneg, in die der Veganismus eingebettet ist. Einige VeganerInnen beschränken sich auf die indviduelle Lebensweise der Tiere. Sei es, weil sie am Leiden der Tiere keine Mitschuld haben wollen oder sich in den Kopf gesetzt haben, jegliche Machtstrukturen abzubauen. Oftmals soll, durch das Vorleben von veganem lifestyle, von der Möglichkeit veganem Lebens überzeugt werden.

Hauptsache Unterdrückung
Einige Gruppen ergänzen die Idee von der Triple of Opression (vor allem im autonomen Spektrum verbreitete politische Theorie, bei der davon ausgegangen wird, daß es drei wesentlich von einander unabhängige Unterdrückungsverhältnissse- Rassismus, Sexismus, Kapitalismus – gibt) um weitere Unterdrückungsverhältnisse, so etwa durch die Diskriminierung von Behinderten, Lesben und Schwulen oder eben der Ausbeutung von Tieren. Häufig wird dafür der Begriff Untity of Opression verwendet.

Mach meinen Hasen nicht an!
Im Gegensatz dazu stehen etwa Animal Peace . Sie treten für eine tiergerecht-reformierte Bundesrepublik ein, in der sämtliche Machtstrukturen zwischen den Menschen erhalten bleiben, Hühnern jedoch ein angenehmeres Leben – jenseits der Legebatterie – ermöglicht wird. Gerade in Publikationen von Animal Peace wird die Vermenschlichung von Tieren deutlich. Meist läuft es darauf hinaus, dadurch Mitleid für, durch den Menschen geschundene Tiere zu erregen. Ein besonders gutes Beispiel für die Vermenschlichung der Tiere, ist der oft verwendete Begriff vom Hühner-KZ, als Bezeichnung für Legebatterien. Der Vergleich dieser Tierhaltungsvorrichtungen mit systematischer und industrieller Vernichtung von Millionen Menschen, ist wohl ohne Zweifel in seiner Funktion ein Auschwitz relativierender. Selbst wenn die Intention seiner Anwender eine völlig andere ist. Der Vergleich soll wohl Paralellen zwischen Rassismus und Spezizismus-als gleichwertige, Selektionsprinzipien- aufzeigen.

Ich sterb, damit es leben kann
TierrechtlerInnen unterscheiden sich in großem Maße von ErdbefreierInnen. Ersteren liegt es wohl in erster Linie am Herzen, den Tieren als Individuen, Rechte – im Sinne von Menschenrechten – zu gewähren, letzteren geht es um die Befreiung der Natur als Ganzes. Die Frage danach, was denn eigentlich diese Natur sei, deren Ketten da gesprengt werden sollen, bleibt meist ungestellt. Die Forderungen nach einem back to nature, können nur erhoben werden, konstruiert man einen Dualismus zwischen Natur und Zivilisation. Der Natur wird damit eine Eigenständigkeit zuphantasiert, die sie einfach nicht besitzt. Natur wird vom Menschen immer nur als das wahrgenommen, als das sie für die jeweilige Gesellschaft gilt. Man mag es als Historizismus angreifen… Es ist einfach unverkennbar, daß sich der Naturbegriff, – allein in den letzten beiden Jahrhunderten – gesellschaftlich bedingt, immer wieder wandelte. Vertreter des Zeitalters der Aufklärung, wie etwa Hegel, begriffen Natur als etwas, dem Menschen untergeornetes, das es für den Menschen zu formen gilt. Nur wenige Jahrzehnte später, während der Eppoche der Romantik, hatte Natur plötzlich etwas eigenes, wurde zum Subjekt erklärt. Der Naturbegriff wurde also um 180 Grad gedreht.

Für den Menschen bleibt kein Platz…
Von der Zivilisation befreien läßt sich die Natur also nur – bleibt man konsequent – durch die Selbstliquidierung dessen, was Natur zu Gesellschaft macht: die Menschheit. Eine De-Evolution, die dem Menschen die Fähigkeit zur Selbstreflexion und zum Aufrechten Gang wieder nimmt, ist wohl kaum realiasierbar. Die polemische Frage, auf die Forderung nach der Befreiung der Erde, von wem oder was sie denn befreit werden solle, ist also weniger primitiv denn berechtigt. Nun weichen viele Erdbefreier wohl zum Teil aus Angst, zum Teil aber auch aus Mangel an theoretischen Grundlagen vor den oben genannten Konsequenzen. Wohl gibt es aber auch Wald- und Wiesenguerilleros, die sich dieser Konsequenz bewußt sind und sie auch einfordern.

Muh! Ich weiß was Du denkst
Ein weiteres grundsetzliches Problem des Tierrechtsdiskusrses ist, daß der Mensch über das Befinden von Tieren immer nur als Mensch zu urteilen in der Lage ist. Wie eine Kuh sich etwa fühlt, ist für den Menschen, nicht festellbar. Es ist daher schon äußerst problematisch für einen Tierrechtler – so sehr er sich auch den Tieren verbunden fühlt – als Mensch über das Empfinden der Tiere zu sprechen, weil dies ja beim Tier ein Bewußtsein nach menschlichem Prinzip – nur ein solches ist für den Menschen nachvollziehbar, alles andere wären bunte Bauklotzburgen – vorraussetzt. Die Fähigkeit zur Differenzierung zwischen sich und der Umwelt, sowie auch die Möglichkeit zur Reflexion des eigenen Handelns ist den Tieren nicht gegeben. An dieser Stelle setzt der Tierrechtschor zu meist mit den bereits oben abgehandelten Eigenwertchorälen ein. TierrechtlerInnen bleibt also lediglich ihre eigene Vorstellung von Recht, daß sie – sich selbst zum Souverän erhoben – den Tieren auferlegen. Schwierig ist es auch, den Rubicon zwischen Tier- und Pflanzenwelt sicher festzustellen, um als Tierrechtler überhaupt konkret benennen zukönnen, welche Lebewesen denn unbedingt zu schützen seien.
Völlig vertrocknen, um beim Bild zu bleiben, wird er; ist das moralische Prinzip, welches richtungsweisend ist, pathozentristischer Natur, soll also, die Leidensfähigkeit der Lebewesen in den Mittelpunkt gesetzt, und Leiden vollkommen verhindert werden.
Der Mensch enthauptet sich also quasi selber, jeglicher Erdbefreiungs- und Tierrechtsgedanke führt ihn, geht er ihn nur konsequent genug, zur Guillotine oder bestenfalls in den Stahlkäfig.
Es stellt sich also vor allem die Frage nach dem Stellenwert, dem Stellenwert den Tiere etwa, im Verhältnis zu dem eigenen innehaben sollten. Kann es tatsächlich für emanzipatorische Kräfte, – die Verallgemeinerung ist hier unumgehbar- unter diesen Vorraussetzungen überhaupt förderlich sein, für Tierrechte oder gar für Erdbefreiung einzustehen? Es ist notwendig sich an dieser Stelle die Frage zu stellen, ob nicht vielleicht doch für den Menschen der Mensch im Mittelpunkt stehen sollte und ob der Kampf für eine freie Gesellschaft nicht als wichtiger gewertet werden sollte, als für eine, von der Gesellschaft befreite Natur oder Tierreich.

Aus: Schlagloch 1/1997, Zeitung der JungdemokratInnen/Junge Linke NRW”

http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr303.htm

http://www.trend.infopartisan.net/trd0199/t260199.html

Krach schlagen statt Kohldampf schieben (22.1.12 Berlin)

http://www.krach-statt-kohldampf.de/temp/krachschlagen.gif

“Es geht weiter:
Krachschlagen statt Kohldampf schieben!”

Das Krachschlagen-Bündnis ruft zur Demo “am 21. Januar in Berlin” auf und hebt sich deutlich von den reformistischen NGOs (Attac, BUND, etc., pp… bei http://wir-haben-es-satt.de/), mit ihren Forderungen für ein besseres Leben der Menschen, ab:

“Wir haben es satt! – Demo am 21. Januar in Berlin – Erwerbslose demonstrieren mit.”

http://www.krach-statt-kohldampf.de/sites/

“Höhere Regelleistungen und Einkommen jetzt, damit sich Millionen Menschen faire, gentechnikfreie Produkte aus regionaler Landwirtschaft wieder leisten können.

Wie kommen wir auf die Idee, Krach zu schlagen auf einer Demo von Umwelt-, Landbau- und Bioaktivisten?

Redebeiträge beim Krach-Schlagen-Block:

Dokument 1:

2 Redebeiträge zu:

A) Begrüßung und Warum demonstrieren wir hier als organisierte Erwerbslose und Beschäftigte?

B) Warum fordern wir mindestens 80 EUR mehr allein schon für die Ernährung?

(Hinweis: der Ton kommt anfangs etwas dünn, wird im Verlauf aber deutlicher)

Aktuell
Demo 21.01.:
Wir haben es satt!

- Redebeiträge vom Krach-Schlagen-Block (PDF, 48 kb)
Demo-Berlin Bilder-Galerie
“Bauern & Bürger – wir müssen reden!” (Demoflyer zum 21.01.; PDF-Datei 44kb)
Erwerbslosenaufruf für
“Wir haben es satt!”
(PDF-Datei)
Erwerbslose fahren zur Demo nach Berlin:
Medienbeiträge zum Erwerbslosenblock:

- ND zu Hartz IV, Mangelernährung und Billiglebensmitteln (Interview mit E. Schu)

- Wenn Erwerbslose und Milchbauern zusammen auf die Straße gehen (Beitrag in der Freitag-Community)

November, Brief-Aktion:
Sigmar Gabriel hat geantwortet.
Die persönlichen Antworten vieler anderer fehlen noch. Schaut unter
Regelsatzerhoehung jetzt
nach, ob das auch auf ‘Eure/n Abgeordnete/n’ zutrifft!
Fragt ggf. nach, mit wie viel Hartz IV sie selbst meinen leben zu können!
Deren Anschriften findet Ihr hier:
Bundestagsabgeordnete

17. 11.
Krach in Bochum

6. 11.
Krach-Schlagen in Hannover

5. 11.
Krach Schlagen in Jever: CDU-MdB Kammer kneift
Vorschlag für weitere Aktionen – eine Handlungshilfe
PDF-Datei
27.10. – Krachschlagen
bei Rede von
Mc Allister

Bilder und Film
Demo-Flyer

Extrablatt (1,3 MB)

Dokument 2:
Wir fordern die Leistungen für Kinder, die sie wirklich brauchen!

Wir protestieren gegen Verunglimpfung, Bevormundung und Ausgrenzung

Dokument 3:

16 Minuten Bild und Ton zum Krach-Schlagen-Block

(P.S.: einen ganz herzlichen Dank an VideoMarioNette!)

Sinkende Einkommen, steigende Nachfrage nach Billigstprodukten, Preiskrieg der Discounter und miserabelste Produktionsbedingungen
(z. B. von Lebensmitteln) gehören zusammen – weltweit.

Alles zusammen bildet eine riesige Abwärtsspirale, die vieles mitreißt: immer mehr und größere Agrarfabriken, immer mehr Agrarchemie, immer größere Produktion zu immer geringerem Preis, bei immer mieseren Jobs im Landbau, Lebensmittelindustrie- und -handel. Und der bäuerliche Landbau stirbt weg.
Gegen diese Abwärtsspirale fordern wir 80 Euro mehr Regelleistung allein schon für die Ernährung, damit faire Preise für gute Produkte und Arbeit wieder bezahlbar werden.

Von-der-Leyens-Fünf-Euro-Zuschlag zum Regelsatz und das Einfrieren der Kindersätze hingegen würden den Abwärtssog noch weiter anheizen. Sie stehen für weitere Verarmung
durch Kaufkraftverlust.

Und auch von den Oppositionpparteien von SPD und Grünen fehlen klare Aussagen für deutlich höhere Leistungen und Einkommen.

Es ist kein Glück für uns, dass es Discounter gibt, denn deren Billigprodukte sind die Kehrseite von Hungerlöhnen und Mangelernährung durch Hartz IV.

Nur wenn die unteren Einkommen deutlich steigen, können Millionen sich für regionale Produkte, bäuerlichen Landbau und faire Löhne entscheiden.

Der Proteste für deutlich höhere Regelleistungen, gegen Tierfabriken, gegen Dumpingexporte und Gentechnik gehören zusammen!

Zu wenig Hartz IV ist schlecht für alle!

Daher demonstrieren wir am 21. Januar mit in Berlin.

Näheres zum Protest gegen Massentierhaltung, Dumpingexporte und Gentechnik unter

www.wir-haben-es-satt.de


Bleibt es also nur bei Forderungen oder wird auch Mehr daraus?!? ^^

Mehr macht z.B. die http://www.hartzkampagne.de/html/start.php

Daten zur Landwirtschaft in der EU: http://www.eds-destatis.de/de/tdm/archiv/2011_12.php

Infos zur Agrarpolitik der EU: http://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/topic/Agriculture-and-fisheries