Monthly Archives: May 2012

1. Auswertungstermin: “Männer und Emanzipation” am 31.5. im Cafe Commune

MK ist am 31.5. ab 20Uhr im Cafe Commune in Xberg (Reichenbergerstr.) zu treffen.

Fortsetzungstermin
Am 31.05.2012 um 20.ooh im Café Commune
stehe ich für Nachfragen, Anregungen und Kritik
an den “Y Thesen” zu Verfügung.
”Ich hätte im Gegenzug Interesse an first hand Berichten
von Männern, die im tristeza dabei waren.”

http://spatico.de/wiki/index.php?2012052419

Politsalon im Sommer 2012 | Fortsetzung der “Trend”-Gesprächs-Reihe über “Männer” und Emanzipation im Cafe Commune

Zum Profeminismus und dem Trendgespräch Nr. 7
Infos des Politsalons zum weiteren Vorgehen im Sommer 2012

Eine neue profeministische Männergruppe befindet sich bereits seit einem Jahr hier in Gründung. Zusammengefunden haben sich bereits vier Männer die z.T. bereits Erfahrungen aus Selbsthilfe und profeministischen Männergruppen der 1970-80-90er haben.

Ein erstes öffentliches Auftaktgespräch zu dem Thema – um das Thema von dieser Seite aus wieder öffentlich aufzugreifen und in einen besonderen politischen Rahmen zu stellen (vgl. den sog. “NAO-Prozess.de”) – war das Trendgespräch Nr. 7 im Cafe Commune (Xberg) letzte Woche.
Reagiert wurde damit auf die öffentliche Nachbesprechung, Auswertung, des “Slutwalk” Berlin 2011.

Thema: Männer und Emanzipation

Gerd Meier vom Politsalon war zur Moderation von MK eingeladen.
MK hat bereits intern angekündigt eine Nachbereitungsreihe “Trendgespräch 7.1…” zu machen.
Nun möchte der Politsalon als Plattform mitmischen und darum gibt es zunächst einige Anmerkungen zur Nachbereitung zu machen.
Kritik an der Orga, Kritik am Ablauf, Kritik an der Gesprächskultur, Kritik an den Inhalten, Kritik an der “Emanzipation der Männer” und ihrem Verhalten.
Die Anmerkungen wird es bei den öffentlichen Gesprächen, sowie intern beim Plenum und hier später eventuell nochmal zum Nachlesen als PDF geben.

Das Thesenpapier von MK zur Nr. 7 ist hier dokumentiert: http://spatico.de/wiki/index.php?MmThesen

Der nächste Politsalon selbst im Vetomat, wird erst wieder Ende Juni sein.
Dafür gab es in diesem Monat die Teilnahme des PS am Trendgespräch im Cafe Commune.

Ob sich der Politsalon nun im weiteren an diesen Trendgesprächen beteiligt hat die kritische Auswertung der Nr. 7 zu zeigen.

Der Politsalon wird einstweilen eine Sommerpause machen und ab Herbst mit neuen Themen aufwarten. Z.B. mit einer genaueren Betrachtung solcher filmischer Inszenierungen (Footage) wie “End:Civ” (insbesondere der darin enthaltenen Holocaustvergleiche, siehe das Ende) und höchst problematischen Ansätzen wie die der sog. Erdbefreiung. Dazu gibt es bereits zwei fertige, ältere Inputreferate. Aufgrund anderer aktueller Ereignisse kann sich darin auch nochmal mit Peter Singer und Co. auseinander gesetzt werden.

Eine Fotostrecke von dem Verirrtenmarsch vom 12. Mai 2012 (sog. “Sternmarsch”) in Berlin kann auf Anfrage per Mail oder Jabber/XMPP angefordert werden. Ihr bekommt dann einen Link geschickt.

Zum Film END:CIV – Nachtrag – “Repro Bürgerliche Ideologie?” (Email) – Kampf der Ökokrieger_Innen?

In einer Email stellt uns ein Freund die Frage:

Die Frage ist doch auch ob der Film nicht bloß selbst wieder nur bürgerliche Ideologie oder gar Schlimmeres reproduziert, bzw. wiedererweckt, indem das eine Schlechtere gegen das Andere gestellt, aber innerhalb der systemischen Verhältnisse geblieben wird.
Der Ankündigungstext des Films macht mir nämlich genau diesen Eindruck, das nämlich eben genau nicht die kapitalistischen Verhältnisse in Frage gestellt, sondern bloß von besseren Methoden geschwafelt wird und es eigentlich garnicht um die Befreiung des Menschen aus dem Elend geht, sondern um die fehlprojezierte “arme Natur”, ein regressiver bis reaktionärer Rückgriff also.
Dieser bleibt sogar bei der Behandlung von “Indigenen” in einem reprojezierten Eurozentrismus, bzw. Zivilisations-Absolutismus, stecken.

Nehmen wir uns einmal eine Rezension, z.B. die aus: http://systempunkte.org/blog/filmrezension-endciv
und schauen mal nach was die enthält.

Dort wird z.B. Derrick Jensen angesprochen.
DJ ist ein Vertreter des sog. Primitivismus, ein wenig fortschrittlicher Zeitgenosse also, selbst wenn er sich für einen Anarchisten halten mag. Außerdem kommt er mir mit seinen mystisch wirkenden Buchcovern (“A Language Older Than Words”) und seinem Auftreten auf den Podien im Film mit den langen Schlabberärmeln auch ziemlich esoterisch und New Age mäßig rüber. Das würde mich schon im ersten Moment sehr skeptisch machen.

In der Rezension wird sich auf Ward Churchill bezogen. WC der 2005 mit seinen Shoarelativierenden Äußerungen in den USA für Furore sorgte und daraufhin aus der Uni geworfen wurde an der er lehrte ist ebenfalls ein sehr fragwürdiger Zeitgenosse. Er bezeichnete die Beschäftigten des World Trade Centers als “little Eichmanns” (NS-Vergleich). Das scheint leider schon ein inflationärer Standard im politischen Sprachgebrauch mancher Leute zu sein und schockt heutzutage kaum noch.
Ob sich der Film wirklich auf WC bezieht müsste noch geklärt werden.

Der Film ist frei bei http://submedia.tv/endciv/ zu sehen.

Dann wird sich noch auf Peter Gelderloos bezogen, der eher harmlos rüberkommt und eher noch interessantere – noch diskutable – (bisweilen sogar selbstkritische) Werke (z.B. in Punkto “Veganismus” und “Konsum”) geschrieben hat, als der Rest der indiskutablen Redner(Innen) im Film.
(Vgl. z.B.: http://theanarchistlibrary.org/text-index.html -> Suche mit der Browsersearch nach Gelderloos)

Gegen Ende der Rezension wird noch kurz John Zerzan erwähnt, der ebenfalls ein federführender Primitivst, Tiefenökologe und Technologiefeind ist und auch im Film mehrmals zu Wort kommen gelassen wird.

Alles in allem liegt damit für mich der Verdacht nahe, daß der Film eher etwas für desorientierte misanthropische Gemüter als für aufgeklärte Linke ist. Und das kann dann schon selbst in Richtung symptomatische Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gesehen werden.

Für mich ist es außerdem sein Problem, wenn er seine Filme nicht vermarktet. Den Kapitalismus hält er damit nichtmal auf. Schon garnicht wenn er sie in Youtube (google) stellt. Wo das Offensichtliche subversiv sein soll (“submedia…”) bleibt mir auch unklar. Der Film hat mir nichts, garnichts, überhaupt nichts Neues gezeigt oder kundgetan. Ich frage mich darum echt, wen er eigentlich damit erreichen will? Die reformistischen und staatstragenden Orgas verändert er damit sicher ebensowenig und abzuschaffen wäre beim derzeitigen Diskussionsstand über Staat und Kapital weltweit ebenso undenkbar.

Franklin Lopez selbst trägt übrigens gerne Palitücher und macht krude Kriegsvergleiche…: http://www.youtube.com/watch?v=mEW66aZrH8A

Hier gibt es auch noch sein Interview zu END:CIV selbst: http://www.youtube.com/watch?v=eYYUWs1nMlU&feature=related

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In dem Film wird u.a. Paul Watson zu Wort kommen gelassen. PW ist ein sog. Ökokrieger der mit seiner Organisation “Sea Shepherd”, die z.B. vom Dalai Lama unterstützt wird, in erster Linie jagt auf Walfangschiffe macht. Egal wie Mensch zur Überfischung und insbesondere zum längst nicht mehr nötigen Walfang steht, sollten sich alle bewusst machen daß Watson u.a. die ökofaschistoide Meinung vertritt es gäbe bereits zu viele Menschen auf der Erde. Außerdem greift er auch kleinere Fischerboote die keinen großen Fanggesellschaften gehören an (z.B. vor Kuba). Er vergleicht die Menschheit mit Krankheiten wie Krebs und nennt Menschen einen Virus. (Vgl. seine eigene Literatur.)
Watson fordert des Weiteren die scheinbar völlig irrationale; aber in ökodiktatorischen Kreisen weit vertretene Position der; Anerkennung von Tieren als sog. Mit- und Erdenbürger(Innen), unter welchen staatlichen oder anderen Herrschafts-Bedingungen lässt er (bewusst?) im Dunkeln. Sein Weltbild weist damit deutliche biozentrische und menschenverachtende Züge – ala Peter Singer (der die Bibel der sog. Tierbefreier_Innen “Animal Liberation” geschrieben, sowie 1992 bereits das neoeugenische Buch “Muß dieses Kind am Leben bleiben? Das Problem schwerstgeschädigter Neugeborener” (mit Helga Kuhse) herausgebracht hat) – auf. Wenig verwunderlich ist daher daß Watson größtenteils in Kreisen der ALF und ELF, also von reaktionären Möchtegernanarchist_innen (und bisweilen sogar Rechten), als Held glorifiziert und abgefeiert wird. Eigene, menschliche, Herrschaftsstrukturen und Hierarchien werden damit kaum hinterfragt.

Einbrüche in den Schutz des/der Menschen(rechte) gab es kürzlich erst wieder über den selbstherrlichen sog. Ethikpreis der GBS, von Michael Schmidt-Salomon, in der BRD. Irrationale Reflexmomente auf die Naturzerstörung im (Spät)Kapitalismus haben also wieder einiges an Brisanz aufzuweisen die nicht leichtfertig als harmlos oder am Ende gar als mögliche progressive Zweckallianzen abgetan oder hingenommen werden sollten.

“Der Feind meines Feindes ist nicht (zwangsweise) mein Freund”!

Aufklärung tut hier not. Der Politsalon wird sich darum im Juni und August ausführlich dem Thema der Naturverhältnisse und dem Naturbegriff widmen.

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Dazu hier nochmal ein Zitat von 1998 welches Mensch in diesen Zusammenhängen leider garnicht oft genug erwähnen kann:

“Biologismus und Menschenfeindlichkeit
In Teilen der Ökologiebewegung macht sich gefährliches Gedankengut breit. Militante Tierschutzgruppen machen immer häufiger Schlagzeilen. Immer wieder werden Tiere aus Schlachthöfen “befreit”, Jagdhochsitze angesägt, und Brandanschläge auf Tierversuchslabore verübt. Für eine “vegane” Lebensweise, gegen die Ausbeutung von Tieren wird geworben. Von den Akteuren wird dies damit begründet, Tiere zu töten sei genauso schlimm wie das Töten von Menschen. Doch nicht nur “vegane Tierrechtsgruppen”, sondern auch Prominente wie der Theologe Eugen Drewermann oder die Journalistin Alice Schwarzer treten für die Rechte von Tieren ein. Was steckt wirklich dahinter?
Veganismus ist eine radikalisierte Forrn des Vegetarismus. Nicht nur das Essen von Fleisch, sondern jeglicher Konsum von tierischen Produkten wie Milch oder Honig sei abzulehnen, da dies immer mit der Tötung oder Ausbeutung von Tieren verbunden sei. Begründet wird dies damit, daß Tiere ebenso wie Menschen leidensfähig seien, und deshalb kein moralischer Unterschied zwischen Menschen und Tieren gemacht werden könne. Systematisch wird von veganen Tierrechts-Gruppen die Grenze zwischen Mensch und Tier angegriffen und dazu aufgerufen, Mensch und Tier als gleichwertig anzusehen. Alles andere sei “menschliches Herrenmenschendenken” und “Arroganz”. Das anthropozentrische (den Menschen in den Mittelpunkt stellende) Weltbild sei “speziezistisch”, genau so schlimm wie z.B. Rassismus. Bei derartige Denken kann es nicht verwundern, daß Hühnerlegefabriken und Schlachthöfe von Tierrechtsgruppen immer wieder als “Tier-KZs” bezeichnet werden, eine unerträgliche Relativierung des Holocausts. Und in der Tat, wer Menschen in seinem Denken nicht in den Mittelpunkt stellt, müßte beispielsweise die Bekämpfung einer Heuschreckenplage als etwas genauso Schlimmes wie das massenhafte, fabrikmäßige Morden in Auschwitz ansehen. Mit der Ablehnung eines anthropozentrischen Weltbildes wird die moralische Schranke für das Töten von Menschen entscheidend abgesenkt.
Das hat Konsequenzen: In der veganen Zeitung “instinkte” wurden Menschen bejubelt, die Gullideckel von Brücken aud fahrende Autos geworfen hatten. Selbst der US-amerikanische “UNA-Bomber”, ein von technik- und zivilisisationsfeindlichen Ideen bessener Mann, der an technische Einrichtungen und Universitäten Dutzende von Briefbomben verschickt hatte, was mit vielen Verletzten und auch einigen Todesfällen verbunden war, fand in der Zeitschrift “Die Eule”(1/1995) Anklang. In der gleichen Ausgabe dieses Blattes findet sich auch ein Comic, der die systematische Tötung von Autofahrern als Lösung für das Problem der Luftverschmutzung propagiert. Und in einem von einer veganen Gruppe aus dem Ruhrgebiet verteilten “Tierrechtsleitfaden” finden sich als Nachwort die Sätze: ” An die ZweiflerInnen, die Teilnahmslosen und diejenigen, die es besser machen würden, wenn sie den Willen dazu hätten. Wisset diese eine Wahrheit: Dadurch, daß Du dein Leben durch das Leid anderer bestreitest, wäre es für diese Welt besser, wenn du stirbst.” Derartige Selbstüberhöhung und Sendungsbewußtsein sind in der veganen Szene durchaus üblich. Anfang Juni 1996 fand in Frankfurt eine Demonstration gegen Tierversuche unter dem Motto “Kreuzzug (!!!) für die gequälten Versuchtiere” statt. Zentrales Problem auf der Erde sind in dieser kruden Ideologie die Menschheit und die Zivilisation als solche. So schreibt die Gruppe “earth first” in ihrer Selbstdarstellung: “Der Mensch ist einzige Wesen, das in maßloser Gier und Unverständnis unter all den Lebenden gewütet hat und nach mehr griff, als ihm zusteht. (…) Diese Schuld hat sich die Menschheit kollektiv aufgeladen. Reiche und Mächtige teilen sie.mit all ihren Unterdrückten.” Geworben wird im gleichen Text auch für das Zerstören von “Maschinen und Autos”. Gesellschaftliche Konflikte und z.B. ökonomische Ursachen von Umweltzerstörung werden als unwichtig erklärt und “die wilde untereinander verbundene Gemeinschaft, die Wildnis, der Lebensfluß, der nicht durch industrielle Störung oder menschliche Anmaßung behindert werden darf” mystifiziert.
Zu einem anthropozentrischen Denken kann es keine rationale Alternative geben. Die Frage, ob z.B. die Natur zerstört ist oder nicht, läßt sich eben nur vom Standpunkt eines bestimmten Lebewesens aus klären. “Gesetzt den Fall, eine Stubenfliege vermöchte sich eine Meinung über ihre Umwelt bilden(…), so würde die Stubenfliege das Fehlen faulenden Fleisches in der Stube als existentielle Zumutung empfinden und von ordentlichen ökologischen Verhältnissen erst wieder reden mögen, wenn sich die Katze unter dem Sofa.erbricht und damit eine Fülle von Nahrungsressourcen verfügbar macht”. (Jürgen Dahl in Natur, Nr. 12/1982). Zudem müssen immer wieder Entscheidungen zwischen dem Wohlergehen von Menschen uad Tieren getroffen werden. Hier kann es immer nur eine Möglichkeit geben. Ökologische Politik, die das Wohlergehen des Menschen nicht zum Maß aller Dinge macht, muß in Esoterik, ökodikatorischen Vorstellungen oder schlimmstenfalls sogar Massenmorden enden.

Henning Flad
Dieser Text wurde nicht im redaktionellen Konsens veröffentlicht.
Aus:
Bochumer StudentInnen Zeitung
Nr. 488 Freitag, 17. April 1998″

http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr331.htm

http://www.infopartisan.net/archive/trend/trend98/fa/t090598.html

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PS: Dieser Post musste z.T. mehrmals mit Nachträgen aus Emails, wie Links, überarbeitet werden. Danke für Euer Verständnis.

Kommentare zur Diskussion hierzu gerne, wie immer, direkt an den Artikel. Oder kommt einfach zum Politsalon Ende Juni oder August zum Naturbegriff I und II.

Emancipare! Lesenswertes zu heute abend im Cafe Commune

Veranstaltungsbericht: Feministische Organisierung
http://arschhoch.blogsport.de/2011/10/06/veranstaltungsbericht-feministische-organisierung/

„Eine wirklich ‚Neue Linke‘ muss emanzipatorisch sein – oder sie wird nicht sein“
http://arschhoch.blogsport.de/2011/06/27/eine-wirklich-neue-linke-muss-emanzipatorisch-sein-oder-sie-wird-nicht-sein/

Heute abend gehts weiter mit:

Männer und Emanzipation
Historischer Abriß der Ansätze zu einer profeministischen Männerbewegung in der BRD

Noch bevor Maoisten die Kulturrevolution im fernen China besangen, war sie ihren antiautoritären Vorgängern als neue Frauenbewegung auf die Füsse gefallen. Über die raren Versuche linker Männer, sich den Zumutungen des Feminismus zu stellen.

Input-Referat und Thesen zur Diskussion: Michael Klockmann
Exposeé: http://spatico.de/wiki/index.php?2012052419
Thesen: http://spatico.de/wiki/index.php?MmThesen
Leseempfehlungen: http://spatico.de/wiki/index.php?MmLit

24.05.2012 19.30h | Café Commune | Reichenberger Str. 157

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Titel, Themen, Thesen, Temperamente:

“X Thesen
Anders als die gleichnamige, von der Spitze gelenkte und gewalttätige Kampagne der KP Chinas setzte die 2. Frauenbewegung im Westen eine Kulturrevolution in Gang, die diesen Namen verdient.
Die feministische Bewegung sprengte nicht nur die objektiv-äußerliche, gesellschaftliche und politische Unterordnung der Frauen unter die Männer, sondern auch die privatesten hetero-normativen sexuellen Verhältnisse und drang in die Poren aller sozialen Beziehungen zwischen diesen Polen (“Subjektiver Faktor”, “Das Private ist poltisch!”).
Die Feministinnen setzten anstelle der jüngsten Klassenspaltung, Proletariat ./. Bourgoisie, die älteste und basalste Klassenspaltung auf die Tagesordnung, das Patriarchat und setzten ins Werk, was die Orthodoxie allein dem Proletariat vorher bestimmt hatte: Die Selbstbefreiung der Frauen.
Bewußteren Männern, denen feiste Ignoranz und trotziges Verharren in der alten symbolischen Ordnung keine Option war, blieb im Grunde nichts als die traurige Einsicht in die Tatsache, nicht nur in ihrer gesellschaftlichen Stellung, äußerlichen Attributen, sondern “mit Haut und Haaren” auf der falschen Seite zu stehen und – als Herrenklasse in der Gesellschaft und als patriarchaler Mann in seinen Beziehungen – abzudanken. (“Mal die Klappe halten.”)
Der logisch nächste Schritt, grundlegende Selbstreflexion und Selbstveränderung jedoch, war in den 1970er Jahren noch fast nicht politisch, öffentlich vermittelbar,
wirklich in Bewegung setzten sich Männer in kleiner Zahl weitgehend unsichtbar in Männergruppen, MRT (Selbsthilfe) oder professionell angeleiteter Therapie.
Die öffentliche Bühne “beherrscht” seit dem und weit hin die Figur des Softies in der Unangreifbarkeit seiner eingefrorenen “Verunsicherung”, seines an der Oberfläche verharrenden Jasagertums. In gewisser Weise machte er es den sich emanzipierenden Frauen schwerer als der immerhin noch kantige und sich angreifbar machende, ungebrochene Pascha-Typ.
Die Überwindung des Patriarchats scheint mir halberwegs stecken geblieben zu sein
Die schon ohne Im Glashaus patriarchaler Selbst-Widersprüche ist eine
Aus (meiner) profeministischen Sicht ist die heutige Organisationfrage primär eine Frage der Entwicklung von Organisationskultur, einer freundlichen Kritikkultur: Die emphatische Annahme des Gegenübers und meiner selbst mit den in
Wiedergewinnung von Performanz
Zwei programmatische Antworten ergeben sich allerdings auch:
Die Zentralität der “Reproduktion”, der Sorge-Tätigkeiten
Ein besonderes Augenmerk auf die bereits in Schemen erkennbare, maskulistische Reaktion.”

http://spatico.de/wiki/index.php?MmThesen

““Genossen, eure Veranstaltungen sind unerträglich. Ihr seid voll von Hemmungen, die ihr als Aggressionen gegen die Genossen auslassen müßt, die etwas Dummes sagen oder etwas, was ihr schon wißt.” Kurz nach diesem Ausspruch von Helke Sander flog, weil er, wie ihr ganzes Referat, unbeantwortet bleiben sollte, die legendäre Tomate am Kopf des Genossen Hans-Jürgen Krahl vorbei.

“Er war der Klügste von uns”, wird Rudi Dutschke ihm später nachrufen, aber in diesem Moment rang dieser Mann völlig perplex nach Worten – eine Reaktion, die aus heutiger Sicht den früh ums Leben gekommenen “Chef-Theoretiker” des SDS fast ehrt. Denn jedem Revolutionär, der sich die aufs “Private” zielenden und ins männliche Mark treffenden Kritiken der Kulturrevolutionärinnen zu Herzen nahm, mußte fast notwendig erst einmal verstummen.
Das Gross der “sozialistischen Eminenzen” kniff allerdings im Weiteren vor dieser unverhofften Zumutung, erwies sich stattdessen lieber als schlagfertig und tat das alles zügig fast genauso ab wie Gerhard Schröder: Als “Gedöns”, “kleinbürgerliche Psychoscheisse” oder “Befindlichkeitspolitik”. Was dem politischen Architekten von Hartz IV gut zu Gesichte stehen mag, muß allerdings – auch in Zukunft – jedem Revolutionär das moralische Genick brechen. Ansätze neuer Organisierung im Sinne einer emanzipatorischen Umwälzung werden also nicht umhin kommen, die unverändert heiße Kartoffel wieder aufzunehmen: Die Revolutionierung der Revolutionäre.”

http://spatico.de/wiki/index.php?2012052419

“Leseempfehlungen

Valerie Solanas: Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer. SCUM.
Volker Elis Pilgrim: Der Untergang des Mannes, München 1973
Schwarze Protokolle 124
Volker Elis Pilgrim: Manifest für den freien Mann, München 1977
Klaus Theweleit: Männerphantasien 1 & 2 – Zur Psychoanalyse des weißen Terrors, Verlag Roter Stern 1978
Wilfried Wieck: Männer lassen lieben. Kreuz, Stuttgart 1987
Dieter Schnack & Rainer Neutzling:; Kleine Helden in Not. Rowohlt 1992
Dietrich Schwanitz: Männer – Eine Spezies wird besichtigt, Eichborn Verlag, Frankfurt 2001″

http://spatico.de/wiki/index.php?MmLit

Weitere Lese- und Hörempfehlungen dazu, Klassiker wie moderne:

Frigga Haug
Die Vier-in-einem Perspektive
Marxismus und Feminismus
Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus
Elmar Altvater – Die Reproduktion des Arbeitsvermögens (Reproduktionsarbeit)
Judith Butler – Körper von Gewicht

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“Bürgerliche Revolutionen, wie die des achtzehnten Jahrhunderts, stürmen rascher von Erfolg zu Erfolg, ihre dramatischen Effekte überbieten sich, Menschen und Dinge scheinen in Feuerbrillanten gefaßt, die Ekstase ist der Geist jedes Tages; aber sie sind kurzlebig, bald haben sie ihren Höhepunkt erreicht, und ein langer Katzenjammer erfaßt die Gesellschaft, ehe sie die Resultate ihrer Drang- und Sturmperiode nüchtern sich aneignen lernt. Proletarische Revolutionen dagegen, wie die des neunzehnten Jahrhunderts, kritisieren beständig sich selbst, unterbrechen sich fortwährend in ihrem eignen Lauf, kommen auf das scheinbar Vollbrachte zurück, um es wieder von neuem anzufangen, verhöhnen grausam-gründlich die Halbheiten, Schwächen und Erbärmlichkeiten ihrer ersten Versuche, scheinen ihren Gegner nur niederzuwerfen, damit er neue Kräfte aus der Erde sauge und sich riesenhafter ihnen gegenüber wieder aufrichte, schrecken stets von neuem zurück vor der unbestimmten Ungeheuerlichkeit ihrer eigenen Zwecke, bis die Situation geschaffen ist, die jede Umkehr unmöglich macht, und die Verhältnisse selbst rufen

Hic Rhodus, hic salta!
Hier ist die Rose, hier tanze!”

Karl Marx/Friedrich Engels – Werke, Band 8, “Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte”, S. 115-123
Dietz Verlag, Berlin/DDR 1972
http://www.mlwerke.de/me/me08/me08_115.htm

27.5., End:Civ, Vortrag und Film @ Vetomat ((selbst)kritisch hinterfragen)

End:Civ

    Film und Vortrag am 27. 05. 2012 um 19.30h im Vetomat – Vereinsräume für Kunst und Kultur

    END:CIV Vortrag und Film @ Vetomat

    In dem Film End:Civ präsentiert der Aktivist und Filmemacher Franklin López auf erfrischende, sehr gründliche und bündige Art und Weise die selbstzerstörende Veranlagung der westlichen Zivilisation und die Lachhaftigkeit friedlichen Wiederstandes. Das Buch “Endgame” von Derrick Jensen wird als loser Rahmen für den Film herangezogen. Darüber hinaus werden die Wurzeln von systematischer Unterdrückung und Ausnutzung ergründet und die trügerische Herangehensweise von Reformen und das “Grün-Gewasche” der großen Umweltorganisationen offengelegt. Gleichzeitig werden andere Formen des Widerstandes anhand diverser Interviews in den Fokus genommen, wie etwa die Earth Liberation Front oder der Kampf der Indigenen Nordamerikas. Am Ende des Filmes werden passionierte Zuschauer_innen sich nicht mehr nur fragen, ob die westliche Zivilisation wie sie besteht noch gerechtfertigt ist, sondern vielmehr, was sie tun können um sie zu revolutionieren.

    Der kanadische Produzent des Films Franklin López tourt gerade durch Europa um diesen Film zu zeigen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

    Film und Vortrag am 27. 05. 2012 um 19.30h im Vetomat

    “A fierce critique of systematic violence and industrial civilization, End:Civ is not intended for garden-variety environmentalists. If you are anywhere below, say, an 8 on that sliding scale of pissed off, then this film is going to scare you — which means you should watch it.”
    -Eugene Weekly

    Posted on 19. May 2012 at 15:01

    https://wp.vetomat.net/index.php/2012/05/endciv-vortrag-und-film/

    http://submedia.tv/splash/
    http://submedia.tv/splash/endciv_splash.jpg

Der PS wird im Anschluß daran auch nicht mit Kritik am Film sparen. Je nachdem wie die “ELF”, etc., innerhalb des Filmischen bewertet werden, bzw. aus der Sicht des Films, wie aus einer kritischeren Richtung, zu bewerten sind. Solches Vokabular jedoch welches von einer sog. “westlichen Zivilisation” ausgeht aber versucht dann noch von einem (welchem?) System zu sprechen und die stark esoterische und menschenverachtende “ELF”, sowie (welche) “Indigenas” vor die bürgerlich etablierten NGOs stellt (was in gewisser – und bei den “Indigenen” auch aus antirassistischer Perspektive – Weise auch verständlich ist, aber in Welcher gemeint ist?!?), wirft für politisch denkende Menschen starke Fragen nach den eigentlichen und weiteren Intentionen des Films auf. Mindestens die Gefahr eines schnellen Umschlags zur Glorifizierung sog. Edler Wilder aus einem Kulturalismus und positiv relativierten Rassismus heraus ist da schon gegeben und sollte mindestens kritisch hinterfragt, bzw. vom Filmemacher doch bitte eindeutiger erklärt werden.
Der PS wird sich darum dieser Fragen an dem Abend nach dem Film annehmen und sie offen stellen.

“„Natur wird in der Regel aufgefasst und erlebt als das Gegebene, ohne hierbei zu reflektieren, wie sehr Natur eine Projektionsfläche für kulturelle Ideen und gesellschaftliche Ideale ist. [...] wird das Ziel verfolgt, anschaulich zu rekonstruieren, welche kulturellen Denkmuster sich [z.B.] hinter [...] Schlüsselbegriffen [wie] Landschaft, Wildnis und Ökosystem verbergen. ….”
http://www.scilogs.de/chrono/blog/landschaft-oekologie/naturbegriff/2012-02-27/vieldeutige-natur

Vgl. z.B. Fachliteratur dazu:
Thomas Kirchhoff, Ludwig Trepl (Hg.): Vieldeutige Natur – Landschaft, Wildnis und Ökosystem als kulturgeschichtliche Phänomene
Spehr, Christoph: Die Ökofalle: Nachhaltigkeit und Krise, 1996
Bloch, Ernst: Prinzip Hoffnung, Band 3, Gesammelte Werke 5, 1973

Siehe auch:

Das Gesellschaftliche Naturverhältnis als Legitimation für Soziale Ungleichheit (von Dieter Asselhoven et. al.)

Schlagloch, Zeitschrift der Jungen Linken 1997 Über Tierrechte, Erdbefreiung und die Konsequenz der Selbstliquidierung (bei Martin Blumentritt)

Argumente gegen Rechts (gesammelt von M.B., siehe Bsp. oben).

24.5. Xberg: Männer und Emanzipation (Vortrag im Cafe Commune beim Trend Gespräch)

Empfehlung:

Männer und Emanzipation
Historischer Abriß der Ansätze zu einer profeministischen Männerbewegung in der BRD

http://30.media.tumblr.com/tumblr_lfml9aYtND1qe3fumo1_500.jpg

Noch bevor Maoisten die Kulturrevolution im fernen China besangen, war sie ihren antiautoritären Vorgängern als neue Frauenbewegung auf die Füsse gefallen. Über die raren Versuche linker Männer, sich den Zumutungen des Feminismus zu stellen.

Input-Referat und Thesen zur Diskussion: Michael Klockmann
24.05.2012 19.30h | Café Commune | Reichenberger Str. 157

http://spatico.de/wiki/index.php?2012052419

http://spatico.de/33uuu91279547

valerie solana

http://spatico.de/wiki/index.php?MmLit

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