Monthly Archives: August 2012

Politsalon – Reihe zum >> Naturbegriff

Thema > > Naturbegriff < < (Textmaterial, PDF) http://static.twoday.net/Scampi/images/Nahrungskette.jpg

Es geht hier um eine diskursanalytische, ideologische und ideologiekritische Auseinandersetzung mit dem Begriff vom/von Menschen als einzigem zur Emanzipation und zur Verantwortung für sein (möglichst vorrausschauendes) Handeln fähigem, bzw. emanzipativ zu befähigenden, Teil der Natur (frei nach Marx / Engels / Bloch / Bookchin / Ditfurth / Ebermann / Trampert / et. al.).
Eben dem Verhältnis von Menschen zu Menschen und sich selbst, sowie zur äußeren Natur (“Umwelt”), inklusive Tieren und Pflanzen, etc..

Dabei geht es konkret um:
- Herrschaftsverhältnisse
- Soziale Verhältnisse
- Kapitalistische Verhältnisse / Zustände
- Ausbeutungsverhältnisse
- Destruktivkräfte / Naturzerstörung
die es aufzubrechen, bzw. aufzuhalten, zu beenden, gilt.

Ein aktuelles Bsp. in Krisenzeiten ist die Propagierung des Green New Deal von den Grünen, Attac, u.a. (technokratischen) ReformkapitalistInnen. (Vgl. z.B. http://www.sven-giegold.de/2012/neues-arbeitspapier-eurorettung-nur-mit-green-new-deal/)
-> Z.B.: “Biodiesel”, Agrokraftstoffe statt Mineralölderivaten und die damit verbundenen Probleme.

Bsp. Eine These:
Zivilisationskatastrophen werden nicht als solche gesehen. Sie werden meistens als sog. Naturkatastrophen beschrieben. Menschen bräuchten den sog. Naturgewalten aber nicht schicksalhaft ausgeliefert zu sein, wenn die menschliche Organisationsweise und insbesondere die Produktionsweise, usw., eine andere wäre. (Vgl. http://www.uni-stuttgart.de/iek/katastrophen/html/themen2.htm)

Es geht also darum im zweiten Teil, nach einer kurzen Herleitung aus der Erd- und Menschheitsgeschichte zum rudimentären Naturbegriff, um die Offenlegung der gesellschaftlichen Naturverhältnisse und vorherrschender Verständnisse, wie sie heute zu sehen sind:
Das
- reformistische, technokratische, Naturverständnis
- rassistische bis faschistische N…
- menschenfeindliche, öko-, biozentrische, naturdeterministische, biologistische, tiefenökologische, primitivistische bis ökofaschistische N…
- und daran anschließendes, sowie für sich selbst stehendes esoterisches, okkultes und anderes religiöses N…

Warum sind Kenntnisse über dieses Thema so wichtig?
In den letzten 50 Jahren wurde, insbesondere in der Linken, viel darüber diskutiert. Dieser Diskurs bringt uns voran. Die sozialen Errungenschaften die das mit sich bringen kann zu vergessen wäre allerdings fatal.
Der tiefenökologische sog. Ökofeminismus z.B. ist nicht mit dem Feminismus oder dem Ökosozialismus zu verwechseln.

Gegen die vorherrschenden rechten Naturbegriffe gilt es ein Emanzipatorisches und darum linkes Naturverständnis zu verteidigen und weiterzuentwickeln.
Z.B. mit Hilfe von Anthropologie, Philosophie, Aufklärung und Humanismus, sowie linker Dialektik.
Verschiedene Ansätze dazu werden mittlerweile auch wieder praktiziert. So z.B. bei der RLS. (Vgl. http://www.rosalux.de/event/41901/oekologischer-sozialismus.html)
Wer daran ein lebhaftes Interesse hat ist herzlich willkommen.

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Thesen:
Natur und menschliche Arbeit
Zum Naturbegriff, Naturverhältnis, Naturverständnis

Menschen sind der einzige zu selbstbewußter, (…) Arbeit fähige Teil der Natur. Sie sind nicht mehr abhängig von der rohen Naturvorstellung wie sie noch vor hundert Jahren galt.
Nur sie besitzen die Fähigkeit zur Arbeitsteilung, Planung, Korrektur von Fehlern, usw.

Die menschliche Arbeitskraft wird im Kapitalismus ausgebeutet und dabei Menschen und äußere Natur zerstört.

Sie wird ausgenutzt um z.B. sog. ehrenamtliche, d.h. kostenlose, Arbeit im Umwelt- und Naturschutz zu leisten.
Bsp.: Bergwaldprojekt, Aufforstung, Hochwasserschutz, Moorwiedervernässung, Renaturierung, Lokale Projekte (Agenda 21), sog. Nachhaltigkeit, Müllsammelaktionen, Mülltrennung, Entsorgung, usw.

Lohnabhängige Menschen die zuwenig zum Leben haben können sich die guten, weil gesunden, teuren Bioprodukte nicht leisten.
Sie müssen, wie schon immer, größtenteils den industriellen Abfall essen. “Containern” führt nicht aus der Misere raus.

Der Kapitalismus zwingt die Menschen immer wieder dazu ihre Nahrung in Monokulturen und Massenproduktion, z.B. Massentierhaltung, allg. der schädlichsten Produktionsweise, zu erzeugen.
Z.B. Pestizide, Fungizide, Herbizide, vergiften die Umwelt und die Menschen. Der Ökolandbau dagegen ist derzeit noch so organisiert, daß dabei ein viel zu großer Mehraufwand geleistet werden muss und die Ware Arbeitskraft möglichst billig gehalten werden muss. Das ist ebenso Menschenverachtend.

Bei z.B. besserer Arbeitsteilung wäre, in einer anderen Organisationsweise, ein vielfach besseres Leben für alle möglich.

Termine des PS. & Grundsätzliches

Politsalon ist jeden vierten oder letzten Freitag im Monat im Vetomat

Politsalon jeden vierten Freitag im Monat

Selbstdarstellung – Selbstverständnis des Politsalons –

http://politsalon.vetomat.net/index.php/selbstdarstellung-selbstverstandnis/

Politischer Gesprächsabend zur Förderung politischer Kultur und Sprache, findet statt im Nebenzimmer. Vorne Chilloutlounge. Fortlaufende Veranstaltungsreihe zur politischen Selbstbildung. Ende offen.

Im Moment sind wir dabei dem Ganzen mehr den Charakter einer gemeinsamen kleinen Lesegruppe zu geben. Die Form kann sich aber mit den Themen und Leuten auch gerne wieder ändern.

Thema am 31.08.2012: Naturbegriff II – http://politsalon.vetomat.net/index.php/2012/08/16/31-8-politsalon-zum-naturbegriff-ii-zu-einem-emanzipativen-okologieverstandnis/

21.09.2012: Naturbegriff III

Teil drei geht auf solche rechten Naturbegriffe wie die des Eugenikers und Euthanasiephilosophen Peter Singer und z.B. die GBS als “Bioreligiöse Missionsgesellschaft” ein. Themen sind dabei z.B. sog. positive und negative Eugenik.

26.10.2012: Naturbegriff IV

Politsalon mit Film und Auswertung Umweltpolitischer Bewegungen der letzten 50 Jahre.

23.11.2012: Naturbegriff V

Naturschutz und Profit. Mit Bsp. zu Schwarzbüchern über reformistische und technokratische Ökobewegungen, Die Grünen, Greenpeace, WWF, etc.. Buchempfehlungen, z.B.: Christoph Spehr – Die Ökofalle, Klaus Pedersen – Naturschutz und Profit – Menschen zwischen Vertreibung und Naturzerstörung.

28.12.2012: Verkürzte Kritik zur Winterzeit; Winterurlaub, Weihnachten und Silverster, feiern wie die Blöden oder Brot statt Böller?
/ Politischer Jahresrückblick in Bildern und Videos.

Die Termine können sich noch ändern.
Das letzte Thema für dieses Jahr steht noch nicht fest. Vielleicht gibt es auch nur die Rückblende und einen lockeren linken Austausch darüber.

Am Tresen gibts stets kühlendes für den Kopf. CYA.

Wenn Ihr außerhalb der festen Termine mit uns diskutieren möchtet schreibt uns gerne eine E-Mail.
Mailto: politsalon [at] vetomat [dot] net

Oder diskutiert mit uns im Chat, via XMPP-Protokoll, z.B. mit Jabber und OTR-Verschlüsselung über das Programm Pidgin.

Kontakte:
- politomat [at] jabber [dot] org
- macbatch [at] jabber [dot] org

Bei Gelegenheit können wir auch gerne mal einen Chatroom aufmachen, via IRC, etc., so daß mehrere Leute gleichzeitig miteinander diskutieren können.

E-Mails, Diskussionsinhalte, etc., von Euch, können gerne hier auch als Kommentare veröffentlicht werden.

Wir sind jedoch prinzipieller an Zusammenfassung und der Erarbeitung, Herausarbeitung, der Inhalte interessiert. Print-on-Demand und Book-on-Demand sind die Stichworte für uns dazu (http://de.wikipedia.org/wiki/Book-on-Demand).

25.8. selbstorganisiertes Straßenfest am Forckenbeckplatz: “Suppe&Mucke – Line-Up + Dekobastelaktion + Suppenbesuch”

Rundmail von SuM:


Suppe&Mucke [will] den Forckenbeckplatz und die Straßen drum herum in ein fulminates Spektakel unzähliger kulinarisch-musikalischer Genüsse [verwandeln]!
Die ganze Crew und unzählige Unterstützer_innen haben sich wieder Monate, Wochen, Tage und Nächte um die Ohren geschlagen um euch das suppigste Straßenfestival Friedrichshains zu schenken. Mehr als 55 Projekte stellen ihre Arbeit an einem eigenen Stand vor, über
30 Unterstützer_innen-Projekte ermöglichen Suppe&Mucke durch ihre
Mitarbeit, mit Leihgaben oder finanziell. Weiter unten findet ihr das
fast endgültige Line-Up für alle sechs Bühnen und wie immer treten alle KünstlerInnen fast umsonst auf. Für all das ein riesiges DANKESCHÖN!

Zum ersten Mal begrüßt Suppe&Mucke dieses Jahr im Rahmen unseres großen trinationalen Austauschprojekts insgesamt 51 der Organisator_innen, Künstler_innen und Unterstützer_innen der beiden Suppenfeste in Lille und Bologna. In den nächsten Tagen bereiten wir neben Bühnenbeiträgen gemeinsam auch noch ein paar Überraschungen für euch vor! Seid gespannt!

Lasst uns Suppe&Mucke bunter machen! Am Donnerstag von 12h bis 20h laden wir euch ganz herzlich zur großen Suppe&Mucke-Bastelaktion auf dem Forckenbeckplatz ein. Kommt vorbei und bringt Stoffe, Farben,
Holzplatten und was man sonst noch so gestalten kann mit!

Auf ein unvergessliches Festival!
Liebe Grüße, eure Suppe&Mucke-Crew

|Blechpalast|
Zoe Leela
Caravane
Minnie The Moocher
Guts Pie Earshot
A Pony Named Olga
La Mula

|Holzhütte|
Tanzhaus mit DurrBanda
Kapaikos
Kings Of Spreedelta
Berlinska Dróha
Corna KruŠwa
Románi-Rotá

|Betonbruchbude|
Trommelgruppe
Tough Freddy
Millewish Schalewa
Die Ari
Blutiger Felsenstein
Das Larifari
Altbau
Malinowski Underground

|TuneUp Bühne|
Pirates Of Percussion
Tune Up Session
Crosspotting
Martin Rose Session

|Petit Theatre|
ImproTheater
Jo
Open Stage
ImproTheater
Ratten 07
Open Stage
Trash Puppentheater
ImproTheater

|Podium|
Wohnraummangel und Mietpolitik
Wem gehört die Stadt/Liegenschaftsfonds
Bürgerbeteiligung kritisch betrachtet
GEMA pleite!
Mucke aus Suppe Klangperformance

|Kinderfest|
Theater
Spielmobil
Kinderschminken

Das WE in Berlin – der Ausnahmezustand für die rassistischen Schlandianer(Innen), IRIslamist(Inn)en und der antisemitische Gehalt der “Pros”

Vom 17.8. bis 19.8.2012 galt wegen der Provokanten Buskundgebungstour der “Pros” der Ausnahmezustand in Berlin (http://www.flickr.com/photos/pm_cheung/7816078064/in/set-72157631143643804/). Wegen einer schäbigen Busfahrt mit zehnminütigen Kundgebungen und Musikuntermalung von um die 50 Rechtspopulist(Inn)en und ihren halbstarken Hilfstruppen (vgl. http://de.indymedia.org/2012/08/333777.shtml) der Gruppen “Pro Deutschland”, “Die Republikaner” und der “German Defence League” (vgl. http://baulemania.blogsport.de/2012/07/04/11-august-german-defence-league-veranstaltet-marsch-der-idioten/) wurden insgesamt über 5000 Polizeibeamte aus dem gesamten Bundesgebiet eingesetzt. Darunter auch BFE Einheiten aus Bayern. So zumindest in Friedrichshain am sog. Dorfplatz in der Liebigstraße. “Der Kiez ist zugeschissen mit Bullen” (ein Punk, Zitat).

Die sich selbst als die obersten Freiheitsliebhaber(*) Schlands verstehenden “Pros” veranstalteten ihre Busreise absichtlich kurz vor einem muslimischen Fest-/Feiertag, dem sog. Fastenbrechenfest. (Vgl. z.B.: http://www.inforel.ch/i21e12.html , http://islam.de/2860)

Die “Pros” zeigten sich bei ihrer Butterfahrt, gegen in ihren Augen alles “Nichtdeutsche”, etwas präsenter als bei ihrem letzten Versuch am Strausberger Platz zum 17. Juni in Erscheinung zu treten, womit sie der berliner NPD mit ihren Neonazikadern sogar in der Wortwahl den Rang abliefen; “Mitteldeutscher Aufstand” (Zitat Pro Deutschland). (Vgl. http://antifa-fh.de.vu/ , http://www.antifa-berlin.info/fight-back/fhain12.html , http://www.demotix.com/news/1283520/two-far-right-rallys-and-protest-berlin)

In Berlin befanden sich ohnehin schon am Samstag, dem 18.8., einige Angestellte mehr diverser Bereitschaftshundertschaften (rund 2000), von Staatsschutz, Verfassungsschutz und Co., u.a. auch wegen des sog. “Al-Quds-Tages” und dem Aufmarsch einiger hundert antisemitischer IslamistInnen, von regimetreuen pro (IRI) IranerInnen, Hamas- und Hisbollah-AnhängerInnen, Salafisten, MitläuferInnen, usw., am Ku’damm. Mit Parolen wie “Augen auf, unsre Frauen gehen drauf”, “Palästina bis zum Sieg”, “Zionisten sind Faschisten/Terroristen”, usw., zogen sie wieder einmal Seite an Seite mit deutschen und anderen Neonazis, NazistInnen (z.B. “Dee Ex”) und AntisemitInnen durch die Parademeile der kapitalistischen Glitzerwelt Berlins (vgl. Fotostrecken im Web).
Dagegen gab es Proteste, in einem Bündnis, die u.a. von der Autonomen Antifa Neukölln und der Emanzipativen Antifaschistischen Gruppe – EAG (Antifa Pankow) – organisiert wurden (Aufrufer_Innen). An den Gegenprotesten nahmen ca. 200 Leute Teil. Bei der Gegenkundgebung sprachen verschiedene VertreterInnen emanzipatorischer Gruppen (vgl. http://keinalqudstag.tk/). Siehe: http://noalquds.blogsport.de/2012/08/20/pressespiegel-und-bilder/ , http://reflexion-blog.com/?p=2821 , http://noalquds.blogsport.de/2012/08/18/ueber-200-leute-bei-antifa-kundgebung/

Rechtsgerichtete AnwohnerInnen der “deutschen Mehrheitsgesellschaft”, bzw. ihres subproletarischen Sumpfes der frühverentneten Reservearmee, in der Liebigstraße unten, kommentierten den Aufzug der Proschländer(Innen) am Sonntag mit Hetztiraden über “Terroristen” die aus “Moscheen” kommen und passten sich damit der rechten Stimmungsmache aus (- O-Ton auf Nachfrage -) “der [deutschen] Presse” an… “Erst gehen die Beten und dann bringen die Einen um”.

Was wollten die “Pros” der eh schon genug abgestumpften Welt damit wieder einmal sagen? Was alles angeblich nicht zu “Deutschland” gehört? Wer ihnen alles ein Dorn im Auge ist? Wovon sie sich im speziellen (SIE) sich bedroht fühlen? Der Alleinvertretungsgrößenwahn der Pros ist dabei angesichts von Sarrazin und Co, rechts in der Mitte in biederdeutscher bürgerlicher Union mit der CDU/SPD/usw wohl das beste Alleinstellungsmerkmal für ihre Art von “Rechtspopulismus” und PR-geiler Selbstverliebtheit. Der Hass kennt eben keine Grenzen. Der autoritäre Maßnahmenstaat sehr wohl.

Das Gruselspektakel der gutbürgerlichen altdeutschen Hanseln sorgte im “Szenekiez” allerdings eher für Erheiterung denn für Angst unter den alternativen und linken TeilnehmerInnen der Gegenproteste. Vgl. die “volksverhetzenden” Aufschriften auf den Schildern der Pros http://www.flickr.com/photos/pm_cheung/7816445260/in/set-72157631144448458/ “Hauptstadt der Angst – nicht mit uns”, “Unsere Frauen bleiben frei”. Hauptsache es bleiben “ihre Frauen”? Die “Hirten” und ihr “liebes Vieh”…
So kam es zu spontanen Wasserschlachten aufgrund der heißen Temperaturen und es wurde mit großen aufblasbaren “Pflastersteinen” gespielt. Nach circa zwanzig Minuten war der Spuk vorbei und die restlichen Prowürstchen verkrochen sich dann auch wieder hinter den deutschen Gartenzaun (vgl. Polizeibericht) zu ihren Grillwürstchen um vielleicht das Maul für den nächsten Aufzug noch voller zu nehmen.

An der rechtslastigen Bar “Kakadu” in der Rigaerstraße sammelte sich der rechte “Saalschutz” aus dem neuen Umfeld der Kneipe. Mit eindeutigem Mackerkitsch tätowierte Hooligans standen provokant vor dem Laden und zeigten sich oben ohne in prolligen Posen. Ein paar Frauen waren auch dabei.
Zitat eines “Alkis” vor dem “Späti” in der Rigaerstraße gegenüber: “Wann geht der Punk hier denn ab?”. Antwort eines Prolohools: “Ick wees nich, geh ma Bier holen”.

In den Texten von “Pro Deutschland” auf ihrer Internetseite findet sich mehr und mehr regressive/verkürzte Kapitalismuskritik gemischt mit strukturell antisemitischen Thesen und Ausdruck.
So z.B. schon in den Überschriften von “Pro Deutschland” (Berlin), einer Schmiere über: “Rettungspakete sichern nur die Profite der Finanzkonzerne”, sowie: “Den Euro entwertet eine schleichende Inflation” und “Rentner und Normalverdiener sind die Verlierer” (Quelle: hxxp://xxx.pro-deutschland.net/, Datum von heute).
Ein “Andreas Kudjer” der sog. “Bürgerbewegung Pro Deutschland” meint sogar zu wissen “warum überall Geld fehlt” und schüttet seine primitiven Weisheiten über “dem Volk” aus (hxxp://xxx.pro-deutschland-online.de/index.php?option=com_content&view=article&id=499:warum-ueberall-geld-fehlt-&catid=13&Itemid=2).
Die in dem Video auf der Webseite von “Pro Deutschland” gezeigte “Geschichte” ist nichts anderes als das gesellianische Märchen vom “Goldschmied Fabian”, welches sich in allgemein deutschen, grünen, anthroposophischen, Regional(geld)orientierten und latent antisemitischen Kreisen steigender Beliebtheit erfreut.

Es wundert schon sehr wenn extrem ideologiekritische Gruppen, Einzelpersonen und Plattformen (sogar aus dem sog. “Westen” der Republik) diesen antisemitischen Gehalt der Pros noch nicht erkannt haben.
Hagalil wenigstens hatte das schon lange erkannt (http://www.hagalil.com/archiv/2011/04/27/pro-nrw/).
Die Pros fielen z.B. schon 2005 auf als sie im kölner Stadtrat versuchten Geschichtsrevisionistisches, NS- und Holocaust-, bzw Shoarelativierendes Gedankengut zu verbreiten (http://de.indymedia.org/2005/03/109366.shtml).
Ein paar Jahre später stimmten sie dort, gemeinsam mit der CDU, teilen der SPD und der Grünen gegen den Bau eines Jüdisches Museums und Kulturortes am historischen Ort in der Altstadt hinter dem Rathaus (hxxp://xxx.reconquista-europa.com/archive/index.php/t-6485.html).

Vgl.:
- hxxp://xxx.pro-deutschland.net
- hxxp://xxx.pro-deutschland-online.de/
- hxxp://xxx.pro-deutschland-online.de/index.php?option=com_content&view=article&id=499:warum-ueberall-geld-fehlt-&catid=13&Itemid=2
- http://prodeutschlandtourvermasseln.blogsport.de/
- http://de.indymedia.org/2012/08/333777.shtml
- http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/373882/index.html
- http://politsalon.vetomat.net/index.php/2012/06/13/noch-mehr-braune-gesamtscheise-hedonistische-aktion-gegen-neonazis-am-sonntag/
- http://politsalon.vetomat.net/index.php/2012/06/09/17-juni-keine-npd-kundgebung-in-friedrichshain-11-uhr-strausberger-platz/
- http://www.hagalil.com/archiv/2011/04/27/pro-nrw/
- http://al.uni-koeln.de/antisemitismus_in_koeln.html
- http://www.al.uni-koeln.de/das_parlament/kopiervorlage_sp_antrag_al.pdf
- http://www.uni-koeln.de/studenten/al/kultur.html
- http://www.juedischesmuseum-koeln.de/projekt.html
- http://lizaswelt.net/2008/07/10/kollektive-amnesie-in-koln/
- https://linksunten.indymedia.org/de/node/65759
- https://linksunten.indymedia.org/de/comment/view/53534

* Eigener biologistischer und konservativer Sexismus der Pros. Fast ausschließlich Männer und wenn dann ihnen angepasste Frauen, keine “Toleranz”, o.ä., für das Aufbrechen der Geschlechter(rollen), wie Homo-, Bi-, Trans-, Intersexualität, usw..

Unser Spaß sieht anders aus.

Also, weiter im Text
Roggy Reed Raw

Ver Masselltoff ! – Kein Al-Quds-Tag in Berlin 2012 – 18.8. Ku’damm

18.08.2012
13Uhr
Adenauerplatz (BVG U7)
Kurfürstendamm / Brandenburgische Str.

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“Kein “Al Quds-Tag” 2012 in Berlin
Published on Thursday, 26 July 2012 22:13
Hits: 133

An der militärischen Umsetzung dieses antisemitischen Unternehmens wird indes in Teheran fleißig gearbeitet: Das iranische Atomwaffenprogramm ist eine existenzielle Bedrohung für Israel, deren Bewohner*innen sich mit dem Wissen um Auschwitz geschworen haben, nie wieder wehrlos antisemitischen Vernichtungswahn gegenüber zu stehen. Daher werden in Israel die Ankündigungen aus Teheran, den jüdischen Staat von der Karte zu streichen, äußerst ernst genommen. Die Bedrohung des Regimes richtet sich nicht nur nach außen, sondern auch gegen „innere Feinde“. Die Oppositionellen innerhalb des Irans sind von staatlicher Repression betroffen. Beispielsweise werden Linke, Gewerkschaftler*innen, Feminist*innen, Queers und religiöse Minderheiten im Iran verdächtigt für ausländische Mächte – insbesondere für Israel – tätig zu sein, wenn sie Widerstand gegen das iranische Regime leisten.

Von Repression bedroht sind aber nicht nur politische Aktivist*innen. Das iranische Regime schränkt auch alltäglich die individuelle Selbstentfaltung ein. Dies zeigt sich vor allem in Fragen der geschlechtlichen Rollenerwartungen. Unter Berufung auf das islamische Recht – die Scharia – werden Steinigungen von Frauen oder die öffentliche Hinrichtungen von Homosexuellen legitimiert. Homosexualität wird wahnhaft als jüdisch-westliches Instrument zur angeblichen Zersetzung der iranischen Gesellschaft gedeutet.

Doch die Luft wird für das iranische Regime immer dünner, wie die landesweiten Proteste im Sommer 2009 gezeigt haben. Nur äußerst blutig konnten die Demonstrationen gegen das Regime niedergeschlagen werden. Noch drastischer ist derzeit die Situation in Syrien, wo Irans Verbündeter Präsident Bashar al-Assad sogar das Militär einsetzt, um die Aufstände im Land niederzuschlagen. Obwohl sich Assad nicht wie die iranischen Herrscher theokratisch durch einen angeblichen Willen Gottes legitimiert, sondern sich auf eine säkular-nationalistische Ideologie zur Herrschaftssicherung stützt, sind das iranische und syrische Regime doch engste Verbündete im Kampf gegen den Westen und Israel. Assad und sein Herrschaftsclique wissen die mediale Fokussierung auf Israel anlässlich des „Al Quds“-Tages als angeblichen Aggressor im Nahen Osten zu nutzen: Schon im vergangenen Jahr organisierte das syrische Regime antiisraelische Demonstrationen an der israelisch-syrischen Grenze, um vom eigenen Krieg gegen die eigene Bevölkerung abzulenken. Dabei sind es das iranische und das syrische Regime – nicht Israel – die einem Aufbruch emanzipatorischer Kräfte im Nahen und Mittleren Osten entgegenstehen.

Die Unterstützer*innen dieser Regime wollen am 18. August in Berlin auf die Straße gehen, um die Vernichtung Israels zu propagieren. Das werden wir nicht zulassen. Wir werden an diesem Tag unseren Protest gegen Antisemitismus, Islamismus, Sexismus und Homophobie auf die Straße tragen und uns diesem regressiven Aufmarsch in den Weg stellen.

Deshalb fordern wir:
Nieder mit den Regimen in Iran und Syrien!
Solidarität mit den emanzipatorischen Kämpfen vor Ort!
Solidarität mit Israel!
Kein „Al Quds“-Aufmarsch am 18. August in Berlin und anderswo!

Antifaschistische Kundgebung:
18. August 2012 | 13:00 Uhr | Adenauerplatz
(Brandenburgische Straße/Kurfürstendamm, Berlin, U7)

Weitere Infos: keinalqudstag.tk”

http://204.62.15.119/pankow/index.php/news/124-kein-al-quds-tag-2012-in-berlin

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EAG-Redebeitrag zur Staatsgründung Israels vor 63 Jahren
Für die Befreiungsparade in Neukölln am 28.4.2011

“Es ist mal wieder soweit. Israel hat Geburtstag! Da es schon lange nicht mehr genug ist, provokativ MAZAL TOV zu rufen, anzustoßen und Israel abzufeiern, möchten wir einige Fakten zur Staatsgründung mit euch teilen und vielleicht können wir ein paar Fragen beantworten, die sich jede_r schon gestellt hat.

63 Jahre Israel
Am 14. Mai 1948 rief der zionistische Politiker David Ben Gurion die Unabhängigkeit des neuen Staates Israel aus. Kurz zuvor hatte eine Vollversammlung der Vereinten Nationen mehrheitlich für die Teilung des Britischen Mandatsgebiets Palästina zwischen jüdischen und arabischen Einwohner_innen gestimmt. Begründet wurde dies wesentlich mit dem nazifaschistischen Völkermord an den europäischen Jüdinnen und Juden. Dieses Verbrechen, das neben mehr als sechs Millionen toten Jüdinnen und Juden auch Hunderttausende jüdische Flüchtlinge zur Folge hatte, erfordere die Gründung eines jüdischen Nationalstaates als Heimstätte und Zufluchtsort für die Jüdinnen und Juden, so die Mehrheitsmeinung der U.N.. Unmittelbar nach der Unabhängigkeitserklärung griffen die Streitkräfte aller umliegenden arabischen Staaten Israel militärisch an. Wie schon in den Jahren zuvor begingen beide Seiten fortan Kriegsverbrechen. Infolge der Auseinandersetzungen verließen hunderttausende Araber_innen ihre Wohnorte. Manche hatten allerdings nicht weniger Angst vor den arabischen Kämpfer_innen als vor den jüdischen. Viele wurden von den eigenen Anführern zur Flucht aufgefordert – die Flüchtlingsfrage sollte politischen Druck erzeugen. Während die arabische Bevölkerung in einigen Orten und Gebieten teilweise blutig vertrieben wurde, blieb sie in anderen da und hatte nichts zu befürchten. Bis heute leben 1.2 Millionen Araber_innen weitgehend friedlich in Israel.
Während der Tag der Unabhängigkeit heute in Israel als Nationalfeiertag gilt, markiert er für die Palästinenser_innen den Beginn ihrer Nakba (Katastrophe). Nach 63 Jahren und unzähligen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Israel auf der einen, den Palästinenser_innen, arabischen Staaten und Organisationen auf der anderen Seite ist der Nahe Osten bis heute ein Konfliktgebiet. Während Kriege und Genozide in Afrika oder Südostasien von den meisten Menschen nicht mal wahrgenommen werden, landet jeder Vorfall in Nahost sofort weltweit in der Presse.

Daher und weil sich ja auch so oft genug die Diskussion um dieses Thema dreht hier ein paar häufig gestellte und von uns beantwortete Fragen:

FAQ Israel

Wer kam eigentlich auf die Idee, in Palästina einen jüdischen Staat zu errichten?

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand in Europa der moderne Antisemitismus. Diese rassistische Form der Judenfeindschaft machte “die Juden” für zahlreiche als negativ empfundene Merkmale der modernen Welt verantwortlich. Außerdem fanden damals blutige antijüdische Pogrome in Osteuropa statt. Als Reaktion darauf entwickelte sich die Idee, dass nur ein eigener Nationalstaat den jüdischen Menschen Sicherheit und Wohlergehen ermöglichen könnte. Die Intellektuellen um Theodor Herzl, Max Nordau, Leo Pinsker und viele andere waren die Gründer der in sich vielfach gespaltenen jüdischen Nationalbewegung, des Zionismus. Die Zionist_innen haben durch Ansiedlung, Aufbau von Wirtschaft und Strukturen sowie politischen und militärischen Kampf die Existenz Israels durchgesetzt.

Da haben die jüdischen Siedler_innen, die seit ca. 1882 einwanderten, also mit der arabischen Bevölkerung genau das gemacht, was die Europäer_innen in Amerika und Afrika getan haben – koloniale Eroberung, Unterwerfung und Vertreibung?

Im Unterschied zum europäischen Kolonialismus gab es bei Israel kein „Mutterland“, das mit Gewalt ein anderes Land unterwarf und ausplünderte. Vielmehr versuchte hier eine in Europa verfolgte Minderheit, sich eine Heimstätte zu schaffen. Untypisch für den Kolonialismus war auch, dass viele der frühen jüdischen Siedler_innen ihre arabischen Nachbar_innen zum Beispiel in Sachen Ernährung und Kleidung nachahmten. Es gab auf zionistischer Seite unterschiedlichste Vorstellungen zum Umgang mit den Araber_innen. Auf arabischer Seite waren durchaus Leute vertreten, die in den zionistischen Plänen eine Chance sahen und auf Zusammenarbeit setzten. Bis zur heutigen festgefahrenen Situation war es ein weiter Weg. Es gab viele Gelegenheiten, in denen alles auch ganz anders hätte kommen können. Allerdings gab es innerhalb des Zionismus in der Tat auch kolonialistische Vorstellungen und Vorgehensweisen.

Wenn ich in einem bereits bewohnten Land meinen eigenen Staat errichten will, muss mir doch klar sein, dass das nicht gut gehen wird, oder?

In dem Gebiet, das später Palästina hieß und wo sich heute Israel, das Westjordanland und Teile Jordaniens befinden, lebten Ende des 19. Jahrhunderts nur ca. 600.000 Menschen. Heute sind es über 20 Millionen. Ein reines Platzproblem ist der Nahostkonflikt also sicherlich nicht. Es gab immer und es gibt noch heute Möglichkeiten, den Konflikt friedlich zu lösen.

OK, die Jüdinnen und Juden sind vor dem europäischen Antisemitismus nach Palästina geflohen, später auch vor dem Völkermord der Nazis und vor Verfolgung und Diskriminierung in vielen anderen Ländern. Aber was konnten die Araber_innen für das alles? Hätte die zionistische Bewegung den Staat Israel nicht gerechterweise eher in Europa, zumal in Deutschland errichten müssen?

Das war aber unter den gegebenen Bedingungen nicht möglich. Wegen der historischen und religiösen Verbindung vieler Jüdinnen und Juden zu dem Land und der damit verbundenen 2000jährigen jüdischen Geschichte wurde dort das zionistische Projekt verwirklicht. Viele Staaten Europas waren selbst im Wissen der Vernichtung der Jüdinnen und Juden nicht willig, jüdische Flüchtlinge aufzunehmen. Die internationalen Machtverhältnisse hätten eine Staatsgründung in Europa unmöglich gemacht.

Manche fordern: „Solidarität mit Israel“. Wieso sollte ich mit einem Staat solidarisch sein? Ich kann mich doch höchstens mit den sympathischen Leuten in Israel solidarisieren, aber nicht mit den dortigen Rechten, der Regierung, der Armee usw.

Bei der emanzipatorischen Israelsolidarität geht es darum, in einer Welt, in der Antisemitismus noch immer stark verbreitet ist, einen Schutz- und Zufluchtsort für Betroffene und Verfolgte zu unterstützen. Einen Zufluchtsort, der sich selbst beschützen kann und nicht auf die Gnade irgendwelcher Regierungen und nicht-jüdischer Mehrheiten angewiesen ist. Israelsolidarität heißt nicht, jede Aktion der israelischen Staatsorgane gut finden zu müssen.

Und wieso gibt es dann auch Israelsolidarität von rechtspopulistischen Parteien wie „Pro Deutschland“ sowie „Die Freiheit“ und auf dem rassistischen Blog „PI News“?

Solidaritätsbekundungen gegenüber Israel durch rechte Parteien haben in der Regel die Funktion einer Feindbildproduktion gegenüber Muslimen und dienen der Instrumentalisierung des Landes als Vorposten im Kampf gegen den Islam. Israelhaß und Antisemitismus ebenso wie Homophobie und Frauenunterdrückung nur in der arabischen Welt und bei muslimischen Einwander_innen ausmachen zu wollen, eignet sich hervorragend, um die weiter massive Verbreitung dieser Phänomene in der deutschen Mehrheitsbevölkerung auszublenden und antimuslimische Ressentiments sowie Rassismus zu schüren. Selbstredend mit dem Ziel, zu idealisieren und zu kulturalisieren. Dies geschieht dann nach dem üblichen Schema der „rückständige“ und „barbarische“ Islam bedrohe die vermeintlich fortschrittliche und aufgeklärte „westliche“ Staatengemeinschaft oder gleich das „jüdisch-christliche Abendland“.

Warum wird mir immer Antisemitismus vorgeworfen, wenn ich Israel kritisiere?

Sogenannte Israelkritik ist im Gegensatz zu England-, Iran- oder Mexikokritik das Lieblingshobby sehr vieler Menschen. Die wenigsten davon sehen sich jemals Antisemitismusvorwürfen ausgesetzt. Das Problem ist, dass in dieser Israelkritik ständig alte antisemitische Vorurteile, maßlose Übertreibungen, krasse Einseitigkeit und Angriffe auf die schiere Existenz Israels zu beobachten sind. Nachdem sich der traditionelle Antisemitismus durch die Nazibarbarei unmöglich gemacht hat, tarnt er sich oft mit dem Deckmantel von Antizionismus und Israelkritik. Nichtsdestotrotz gibt es vieles, was an der israelischen Gesellschaft und Politik zu Recht kritisiert werden kann.

Israel ist doch der stärkere Part im Nahostkonflikt. Also ist doch Israel in erster Linie für das Scheitern aller aFriedensbemühungen verantwortlich, weil nur Israel die entscheidenden Zugeständnisse machen kann, oder?

Der Nahostkonflikt läuft nicht nur zwischen Israelis und Palästinenser_innen ab. Wichtige arabische und islamische Staaten wie zum Beispiel die Diktaturen Syrien und Iran wollen bis heute Israel nicht anerkennen und unterstützen terroristische, antisemitische Hardliner wie die palästinensische Hamas. Solche Hardliner verschaffen denjenigen Kräften in Israel, die gegen Zugeständnisse an die Palästinenser/innen sind, immer wieder Argumente. Der Frieden ist nicht in erster Linie eine Frage der Kräfteverhältnisse, sondern der politischen Mehrheiten auf beiden Seiten. Solange wichtige Teile der arabischen und islamischen Welt und nicht zuletzt der palästinensischen Gesellschaft Israel nicht anerkennen und seine Sicherheit bedrohen, wird eine Mehrheit der Israelis zu keinen wesentlichen Zugeständnissen bereit sein. Ohne solche Zugeständnisse werden aber auch die Palästinenser/innen keinen Frieden schließen wollen. Das ist das Dilemma.

So frustrierend dieser Konflikt auch ist, möchten wir, die Emanzipative und Antifaschistische Gruppe (EAG), einem Staat zum Geburtstag gratulieren, deren Bewohner_innen trotz der grausamen Vergangeheit ihrer Vorfahren die Hoffnung auf ein sicheres, freies Leben nicht verlieren. Die Notwendigkeit eines Schutzraumes für Jüdinnen und Juden vor Antisemitismus ist noch lange nicht aufgehoben.

Für eine emanzipatorische Israelsolidarität!

Emanzipative & Antifaschistische Gruppe [EAG], April 2011

http://jpberlin.de/antifa-pankow/israel.htm

http://antifa-neukoelln.net/component/content/article/42-aktuelles/645-kein-qal-quds-tagq-2012-in-berlin

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http://www.antisemitismus.net/

“Antisemitismus
- Judenhass gestern und heute
Ist die Geschichte der Menschheit eine unendliche Geschichte von Lüge und Hass? Ja, auch. Aber sie ist auch eine Geschichte von Wahrheit, Aufklärung und Solidarität – gegen Lüge, Hass und Gleichgültigkeit.

Und deshalb bringen wir immer wieder neue Dokumente des unerschütterlichen Glaubens an die Möglichkeit der Aufklärung, an die ausdauernde und mutige Verbreitung der Wahrheit und Bekämpfung der Lüge.

Von Josefus Flavius bis Jehudah haLevi, vom RaMBaN bis Constantin Brunner, von Reuchlin bis Coudenhove…

Wir hoffen mit einer solchen Sammlung den Judenhass nicht nur aus der Entwicklung über die Jahrhunderte hinweg, sondern auch in seiner Wirkung in der Gegenwart erkennbar zu machen. Dieser “Scherengriff” soll die Betrachtung des “NS-Antisemitismus” als isoliertes historifizierbares Phänomen verhindern. Im Vordergrund soll nämlich das dringende Problem des aktuellen Antisemitismus in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen und Verästelungen stehen.

Dazu ist es notwendig, die Entwicklung des Antisemitismus über die Propaganda der NS-Zeit hinaus als Resultat einer Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende langen Verbreitung des Ressentiments nachvollziehbar zu machen.

Ein Projekt von haGalil e.V. mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung

1. Zur Theorie des Antisemitismus

Betrachtungen der kritischen Sozialwissenschaft und politischen Psychologie zum Phänomen des Antisemitismus. Grundlagentexte von Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Jean Paul Sartre, Moishe Postone…

2. Historischer Rückblick auf Entstehung und Entwicklung von Judenhass und Antisemitismus

Texte zur historischen Entwicklung des religiös motivierten Judenhasses im Mittelalter bis zum rassisch begründeten Antisemitismus des ausgehenden 19. Jahrhunderts und der Weimarer Republik.

3. Antisemitismus in seiner mörderischsten Ausprägung – Die Schoah

Berichte und Artikel zu den Verbrechen der Nationalsozialisten 1933-1945, Schwerpunkt auf Zeitzeugenberichten zur Ausgrenzung und physischen Vernichtung der europäischen Juden.

4. Antisemitismus seit 1945

Zur Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg, der durch die Tatsache geprägt ist, dass Antisemitismus auch ohne die Präsenz von Juden weiter gedeiht.

5. Umstrittene Vergangenheit

Texte zur Debatte um die Lehren und Konsequenzen aus der NS-Vergangenheit.

hagalil.com 2007

http://www.antisemitismus.net/index.htm

25.8.2012 – 20 Jahre Rostock Lichtenhagen – Rassismus tötet – Mitfahrgelegenheiten

An- und Abreise zur Kundgebung und Demo aus Berlin

http://rassismus-toetet.de/termine/25-26-aug-2012-demo-in-rostock/

Bus nach Rostock:

TOP-Berlin
“gibt es für 15 € Karten für den Bus nach Rostock bei Red Stuff (Waldemarstr. 110) und im k-fetisch (Wildenbruchstr. 86) zu kaufen.”

http://top-berlin.net/?p=364

Gemeinsame Fahrt mit der Bahn:

Bündnis Das Problem heißt Rassismus (Gruppen siehe Bündnisseite), Lichtenhagen.net
“Wochenend-Ticket 7:00 Uhr Südkreuz”

http://www.lichtenhagen.net/index.php/anfahrt

Außerdem werden sich verschiedene Leute noch selbstständig dorthin bewegen.

” Nazis morden – der Staat schiebt ab – … “

Deutsche Zustände aufmischen

http://deutsche-zustaende-aufmischen.net/

31.8. Politsalon zum Naturbegriff II – zu einem emanzipativen Ökologieverständnis

Freitag 31.8. ab 21Uhr im Vetomat

http://wp.vetomat.net/index.php/veranstaltungskalender/

Basistext:
http://ps.vetomat.net/wp-uploads/2012/08/naturbegriff.pdf-0001.jpg
Das gesellschaftliche Naturverhältnis als Legitimation für soziale Ungleichheit

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Weitere Texte / Links / Bsp.:

Peter Singers “Praktische Ethik” – Die neue Euthanasie- und Eugenik – Debatte
http://bidok.uibk.ac.at/library/maeser-ethik-dipl.html

Die Giordano-Bruno-Stiftung, eine bioreligiöse Missionsgesellschaft auf dem Weg in die neurechte Mitte der Gesellschaft
http://www.3tes-jahrtausend.org/religionskritik/giordano_bruno_stiftung.html

Rassenhygiene – Geschichte und Aktualität einer mörderischen Ideologie
http://atfjena.blogsport.eu/2012/02/16/vortrag-rassenhygiene-geschichte-und-aktualitat-einer-morderischen-ideologie/

Empfohlen sind dagegen u.a. die Bücher von Jutta Ditfurth, sowie Grandt und Grand, sowie Christoph Speer (die Ökofalle), sowie Peter Bierls, sowie Bücher aus dem Unrast Verlag dazu (Thema Ökologie, o.ä.). Vgl. entpsrechende Verlagslisten und wissenschaftliche Verlage.

Z.B. in öffentlichen Bibliotheken: http://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/verwaltung/org/stadtbibliothek/bibliothek.html

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Text im Vetogramm:

Teil zwei zum gesellschaftlichen Naturverhältnis.
Siehe: http://ps.vetomat.net/wp-uploads/2012/05/naturbegriff.pdf

Teil drei im September geht dann genauer auf solche rechten Naturbegriffe wie die des Eugenikers und Euthanasiephilosophen Peter Singer und z.B. die GBS als “Bioreligiöse Missionsgesellschaft” ein.

Weitere Textempfehlungen:
1. http://al.uni-koeln.de/biopolitik/singer.pdf
2. http://ps.vetomat.net/wp-uploads/2012/05/giordano_bruno_stiftung_soziobiologie.pdf

Daneben ist das Veto vorne ganz normal geöffnet und Ihr könnt Euch bei gemischter Mucke die aktuelle Ausstellung o.ä. reinziehen. (Hörempfehlungen vgl.: http://soundcloud.com/praxisrecords)

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Eine Vorstellung der Thesen dazu gibt es in Kürze vor dem Termin.

Heißes WE – [ AlQudsTag | FestivalGegenRassismus | ProDeutschlandTour ]

Es soll so Einiges los sein am kommenden Wochenende:

Butterfahrt der Biedermänner (und Frauen)

“17.-19.8.: Pro Doofland kommt nach Berlin!
Vom 17.-19.8. will “Pro Deutschland” in Berlin gegen Islam und linke Projekte auf Tour gehen. Am 17.8, wollen sie anreisen und eine “Strategiesitzung” abhalten. Für Samstag, 18.8. sind eine Pressekonferenz (10.00 Uhr) und mehrere Kundgebungen geplant: 12.00 Uhr Kundgebung vor der As-Sahaba-Moschee im Wedding; 14.00 Uhr Kundgebung vor der Al-Nur-Moschee in Neukölln; 16.00 Uhr Kundgebung in der Flughafenstraße/Ecke Herrmannstraße in Neukölln. 18.00 Uhr Sommerfest (intern).
Und am Sonntag wollen die Rechtspopulisten ab 11.00 Uhr eine Stadtrundfahrt mit Kundgebungen (jeweils ca. 20 Minuten) abhalten. Stationen: 1. Rathaus Kreuzberg, 2. Köpenicker Straße 137 (besetztes Haus), 3. Revaler Straße (“Deutschland verrecke” auf dem Hausdach), 4. Liebigstraße / Ecke Rigaer Strasse (besetzte Häuser), 5. Ernst-Reuter-Platz 2 (erstes Haus in Deutschland mit Islam-Mietvertrag). Ca. 15.00 Uhr ist Abreise.

Achtet auf aktuelle Ankündigungen!

http://stressfaktor.squat.net/index.php?id=611

Z.B. bei der Antifa.de (ALB): http://www.antifa.de/cms/content/view/1932/1/

ANA: http://antifa-neukoelln.net/component/content/article/42-aktuelles/646-rechtspopulistische-propagandatour-durch-berlin-festival-gegen-rassismus

Ticker: https://twitter.com/nowildersberlin

Weiteres: http://initiative.register-friedrichshain.de/termine

Sonstiges dazu:

http://zusammenhandeln.blogsport.eu/2012/07/18/info-koordinierungs-und-vernetzungstreffen-zu-rassisten-event-der-pro-bewegung-17-19-august-in-berlin/

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Antisemitismus Live (18.8.12)

“Kein “Al Quds-Tag” 2012 in Berlin

Antifaschistische Kundgebung gegen den “Al Quds-Marsch” am 18. August 2012 in Berlin.

Gemeinsam gegen Antisemitismus!
Am 18. August 2012 findet in Berlin der größte islamistische Aufmarsch Deutschlands statt – Anlass ist der sogenannte „Al Quds“-Tag – Quds ist der arabische Name für Jerusalem. Dieser wurde 1979 vom iranischen „Revolutionsführer“ Ayatollah Chomeini eingeführt, um propagandistisch die Eroberung Jerusalems und die Vernichtung Israels vorzubereiten. Seit 1996 demonstrieren Anhänger*innen des iranischen Regimes auch in Berlin.

Read more: Kein “Al Quds-Tag” 2012 in Berlin
EAG: http://pankow.antifa.cc/

ANA: http://antifa-neukoelln.net/component/content/article/42-aktuelles/645-kein-qal-quds-tagq-2012-in-berlin

http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Quds-Tag

Redebeitrag einer Vertreterin des MFFB gegen den “Al-Quds-Tag” in Berlin 2008: http://www.youtube.com/watch?v=YqnRFFKNDJ0

Zitate vom “Al-Quds-Marsch” in Berlin aus den letzten Jahren, siehe diverse Videos online (Youtube, etc.): “Zionisten sind Faschisten”, “Kindermörder Israel”, usw., usf..

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Außerdem soll es ein antirassistisches Fest in Kreuzberg geben

http://www.dazwischengehen.org/aggregator/categories/3

“Auf dem Blücherplatz (Kreuzberg) findet vom 17.–19. August ein Festival gegen Rassismus (http://festivalgegenrassismus.wordpress.com/) statt.”

http://www.antifa.de/cms/content/view/1932/

Von dort und ein paar Parteien soll es auch einen Gegenkundgebungsbus am Sonntag gegen die Proschlands geben.

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Und es gibt am Samstag noch das Richard-Sorge-Straßenfest, welches sich u.a. auch gegen Steigende Mieten und Verdrängung (“Gentrifikation”) richtet.
http://suedhang-fhain.de/pages/das-fest.php

http://www.bmgev.de/

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Watch out: http://stressfaktor.squat.net/termine.php?tag=18082012

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Wetterbericht: http://www.wetterzentrale.de/wzwb.html ;)

Genaues Wettervorhersagediagramm für 10247 Berlin Friedrichshain: http://www.wetterzentrale.de/pics/MS_134525_wrf.png

Enough is enough …

Chumbawamba – Enough is enough

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www.antifa-fh.de.vu

http://antifhain.herobo.com/plakat_angriff_frankfurter.pdf

Chronik: http://freeweb.dnet.it/antifhain/chronik.htm

“In Berlin Friedrichshain geschehen antisemitische, rassistische und faschistische Übergriffe. Um in Zukunft zusammen geeignet dagegen vorgehen zu können müssen diese Aktivitäten dokumentiert werden. Viel zu oft werden Übergriffe in kleinem Rahmen weitererzählt und geraten bald wieder in Vergessenheit. Darum: schickt uns eure Informationen zu Übergriffen, Sprühereien und Treffpunkten der rechten Szene in Friedrichshain an: antifa – fh @ riseup . net

Seit März 2009 gibt es auch in Friedrichshain eine Registerstelle. Das Register erfasst Ereignisse mit rassistischem, extrem rechtem, antisemitischem oder homophobem Hintergrund in Friedrichshain, die von Anlaufstellen und Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils gemeldet werden. Bitte meldet euch auch bei dem Register, da es auch zuverlässig für Veröffentlichung und Nutzung der Chronik in verschiedenen Bereichen sorgt. www.register-friedrichshain.de

Racist, fascist and anti-semitic attacks occur in Berlin-Friedrichshain again and again. Often information about attacks is not passed on or made public. As anti-Nazi activists we are vigilant of local Nazi activities in order to oppose them and to stop their networks growing. Please contact us if you observed or experienced attacks or other Nazi activities or if you know about Nazi meeting points. If you have informations contact us: antifa – fh @ riseup . net”

http://antifa-fh.de.vu/

25.8. – The truth lies in Rostock … (1992-2012)

“12. Juni 2012 Antifa: Norden

20 Jahre Pogrom von Rostock

Im August 2012 jährt sich das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen zum 20. Mal. Eine bundesweites Bündnis will unter dem Motto »20 Jahre nach dem Porgom von Rostock Lichtenhagen – Das Problem heißt Rassismus!« Ereignisse von 1992 nachbereiten und aktuelle rassistische Diskurse, so wie die bundesdeutsche Flüchtlingspolitik kritisch thematisieren.
Mehr Infos: lichtenhagen.net & rassismus-toetet.de

Bundesweite Demo im Gedenken an Pogrome von Lichtenhagen
Samstag 25.08.2012 | 11 Uhr, Kundgebung | Rostock-Stadtzentrum
Samstag 25.08.2012 | 14 Uhr, Demo | S-Bhf. Rostock Lütten Klein

Weiter Lesen

http://www.antifa.de/cms/

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Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen (22. – 26. August 1992)

August 1992: 400 Menschen, vor allem aus Rumänien, kampieren vor der überfüllten Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZaSt) im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen, geflohen und auf der Suche nach einem besseren Leben. Auf Grund mangelnder Unterkünfte oder sanitärer Anlagen mussten die Asylsuchenden unter freiem Himmel schlafen und dort auch ihre Notdurft verrichten.

„Wenn wir weitere Unterkünfte zur Verfügung stellen, kommen noch mehr Asylsuchende. Das zeigt die Erfahrung.“ entgegnete der damalige Rostocker Innensenator Peter Magdanz auf die Bitte für die Flüchtlinge endlich menschenwürdige Lebensbedingungen zu schaffen. Flüchtlingen und Migrant_innen die Hilfe zu verweigern, ja sogar alles in Bewegung zu setzen, damit diese sich auch ja nicht „vor der eigenen Haustür“ niederlassen, war zu dieser Zeit Communsense – Deutschlandweit, in allen Schichten, in fast allen politischen Spektren.

Da es eben keine deutschen „Volksgenossen“ waren, die dort Not litten, sondern Roma, wurde ihnen nicht Hilfe, sondern der „deutsche Volkszorn“ zu Teil. Bereits Anfang August zeichnete sich ab, dass organisierte Neonazis, in Tateinheit mit anderen Vollstreckern des „Volkswillens“, Angriffe auf die ZaSt und deren Insassen planen. Und so kam es letzten Endes. Nach mehrtägigen Angriffen war es dem Mob gelungen die Flüchtlinge aus dem Viertel zu jagen. Anschließend griffen Neonazis, rechte Jugendliche und „anständige Deutsche“ mit Steinen und Brandsätzen die nahegelegene Wohnunterkunft vietnamesischer DDR-Vertragsarbeiter_innen an – unter dem frenetischen Jubel von rund 2500 Bürger_innen. Statt Hilfe zu erhalten, wurden die 115 Vietnames_innen abgeschoben, ebenso die Flüchtlinge aus Rumänien.
Der Rassismus der Straße kam der CDU/CSU gelegen, hatte sie doch seit den 80er Jahren immer wieder Anstrengungen unternommen das bundesdeutsche Asylgesetz so zu verändern, dass die Möglichkeit in Deutschland Asyl zu erhalten de facto verunmöglicht wird. Die Deutschen seien von der „Asylflut“ überfordert, eine Änderung des Asylgesetzes sei darum dringend notwendig. Andernfalls würde sich Ähnliches wiederholen, so CDU und SPD. Die Pläne zur Gesetzesänderung lagen bereits in der Schublade, eine Kampagne gegen Asylbewerber_innen war im vollen Gange und Lichtenhagen wurde zynischer Weise als letztes Argument für die Abschaffung des alten Asylrechtes herangezogen. Jene Änderung wurde im Juni 1993 letzten Endes vollzogen.

Rassistische Zustände
Rassismus ist ein sehr reales, alltägliches Herrschaftsverhältnis, mit Hilfe dessen eine weiße Mehrheitsgesellschaft eine Minderheit entlang rassifizierter oder ethnisierter Grenzen diskriminiert – kulturell, politisch und wirtschaftlich, sie dadurch an der Teilhabe an gesellschaftlichen Bereichen ausschließt. Billiges Brot beim türkischen Bäcker, billige polnische Putzfrauen – die weißen Deutschen profitieren vom Rassismus. Zum anderen ist der Rassismus in Deutschland der Kitt der Leistungsgesellschaft: Um sich selber dadurch im alltäglichen Rennen, Rackern, Rasen des kapitalistischen Konkurrenzwettbewerbs als völkischer Blut-und-Boden-Bund überlegen fühlen zu können, braucht der_die Rassist_in einen Nagel für sein Kreuz. Wenn er oder sie als Mehrheitsdeutsche_r schon keine Anerkennung als Arbeitskraftunternehmer_in findet, bringt der Rassismus vielleicht Abfuhr für den alltäglichen Frust. Und das am besten im Rahmen nationalistischer Hegemonialansprüche. Deswegen gehören Nationalismus und Rassismus wie Pech und Schwefel zusammen.
Die rassistischen, meist massenhaften, Angriffe auf nichtdeutsche Menschen und die Asylgesetzesänderung 1993 können nicht losgelöst voneinander gesehen werden. Beide bedingen sich gegenseitig und sind Teil des rassistischen, deutschen Mehrheitskonsens. Und dieser hat Kontinuität. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit dokumentiert die Antirassistische Initiative Berlin seit 1993 die Folgen bundesdeutscher

Flüchtlingspolitik:
15 Flüchtlinge starben durch rassistische Angriffe auf der Straße, 67 bei Bränden und Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. 175 Flüchtlinge starben auf dem Weg in die BRD, davon 131 an den deutschen Ost-Grenzen, 154 Flüchtlinge töteten sich angesichts drohender Abschiebung oder auf der Flucht vor dieser, 858 versuchten sich umzubringen oder verletzten sich aus Angst oder Protest gegen ihre Abschiebung, 488 Flüchtlinge wurden nach der Abschiebung in ihren Herkunftsländern misshandelt und gefoltert oder starben an Krankheiten, 31 kamen um.

(http://www.anti-rar.de/)

Allein im vergangenen Jahr wurden 7.917 Menschen, die versuchten einzureisen, abgeschoben. Das „Ausländer raus!“-Versprechen wurde von den deutschen Volksparteien spätestens seit 1993 weitaus eloquenter und geräuschloser umgesetzt als es Neonazis und Rechtspopulist_innen bisher zu leisten vermochten. So kam beispielsweise die Initiative für ein Minarettverbot, nach Schweizer Volkspartei-Vorbild, hierzulande als erstes von der CSU.

Das Gestern im Heute begreifen
Rostock war kein Einzelfall, sondern steht stellvertretend für das rassistisch-nationalistische Gesellschaftsklima der 90er Jahre. Allein 1992 kam es fast zu 2000 Angriffen auf Asylbewerber_innen, viele davon auch auf deren Wohnunterkünfte. Mölln, Solingen, Lübeck und Hamburg sind vielen Menschen in diesem Zusammenhang noch ein Begriff, jedoch sind die meisten dieser Ereignisse aus dem kollektiven Geschichtsbewußtsein verschwunden.

Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen und Mannheim-Schönau nehmen in diesem Kontext eine Sonderrolle ein, da es nicht allein Neonazis waren, die sich anschickten nichtdeutsche Menschen zu lynchen, sondern weil es vor allem brave Bürger waren, die diese Exzesse aus Nationalismus und Gewalt erst zu völkischen „Massenevents“ werden ließen. Die Angriffe in Mannheim-Schönau sind auch ein Beleg dafür, dass es eben nicht organisierter Neonazis bedarf um gegen Migrant_innen vorzugehen, sondern dass dies „die normalen Deutschen“ auch allein bewerkstelligt bekommen. Diesen drei Ereignissen ist jedoch gemein, dass lokale Medien und politische Akteure es tunlichst vermeiden von einem Pogrom zu sprechen. Auch heute noch werden diese Ereignisse als „Ausschreitungen“ oder „Krawalle“ euphemisiert. Gern wird deren Klassifizierung als rassistisch von offizieller Seite gemieden, maximal wird von „Fremdenfeindlichkeit“ gesprochen.

„Ich teile diese Bezeichnung für die Ereignisse von 1991, sie als Pogrom zu bezeichnen, nicht“, entgegnete Hoyerswerdas Bürgermeister Skora der Hoyerswerda-Gedenkinitiative „Pogrom91“ im vergangenen Jahr. Die Demo und ihr Anliegen, sei lediglich das Werk „Auswertiger“ und „Extremisten“. Ehemalige Betroffene des Pogroms und Antifaschist_innen wurden 2011 erneut bedroht und die Gedenkarbeit von offizieller Seite verusucht zu unterbinden. „Mit dem Aufwühlen der alten Geschichten“ endlich aufzuhören, dass forderte auch Wolfgang Engelmann, der ehemalige Bürgermeister von Mölln, 15 Jahre nach dem bei einem Brandanschlag drei Mitglieder der Familie Arslan umkamen.

Das „schlechte Image“ loswerden war nicht nur zum 20. Jahrestag der Pogrome von Hoyerswerda oberste Handlungsmaxime der lokalen Politik, sie ist es auch in Rostock. Hier schickt sich eine Melange aus Stadt und lokalen Initiativen an, um das „schlechte Image“ Lichtenhagens abzustreifen oder zumindest mit etwas mehr demokratischem Lack zu überpinseln. Der Umgang mit der eigenen Geschichte wurde und wird hier als reine Standortfrage verhandelt.

Und so geht auch heute der Lerneffekt gen Null. Noch immer werden die Geschehnisse nicht als das bezeichnet was sie waren – nämlich ein Pogrom – noch immer werden Antifas verfolgt, weil sie das tun, was eigentlich die Demokraten machen müssten: Nämlich Rassismus konsequent zu ächten. Und noch immer verwehrt Deutschland Hilfesuchenden die Einreise.

Erinnern heißt Kämpfen!
Der zwanzigste Jahrestag des Pogroms von Lichtenhagen wird medial fokussiert werden. Welches Gewicht die Folgen der Asylgesetzänderung, die Situation von Flüchtlingen und Migrant_innen oder die oft reaktionäre Aufarbeitungspolitik der Ereignisse in der Berichterstattung bekommt, können wir nicht ermessen.

Mit der Kampagne „Rassismus tötet!“ wollen wir diese Themen auf die politische Agenda setzen. Uns geht es aber auch darum die Frage aufzuwerfen: „Wo steht die Gesellschaft und die radikale Linke 20 Jahre nach Rostock? Was hat sich geändert?“. Nützlichkeitsrassismus und Sozialchauvinismus („Sarrazin-Debatte“) feiern gerade im Zuge der Krise fröhliche Umstände. Die Debatte um die Transformation von Rassismus und dessen Nutzen im kapitalistischen Normalvollzug werden darum wichtiger Bestandteil der Kampagne sein.

„Erinnern heißt Kämpfen!“ ist für uns darum keine bloße Phrase, sondern Handlungsmaxime. Es geht darum bestehende antirassistische Kämpfe u.a. gegen Lagerunterbringung, Flughafenasylverfahren oder Residenzpflicht zu unterstützen und mit dem Kampf um die Erinnerung an die Pogrome und die Gesetzesänderung 1993 zu verbinden. Gleiches gilt für den Widerstand gegen die öffentlichen Inszenierungen von Leistungsideologie und rassistischer Ausgrenzung. Den alten und neuen Tätern gilt unser Kampf, den Opfern der rassistischen Verhältnisse gilt unsere Empathie!

Mit einem Land, in dem Menschen in Polizeizellen verbrennen, weil sie nicht weiß sind, in dem Menschen von Rassist_innen totgeschlagen werden und deren Angehörige nur Hohn ernten, in einem Land, dass Flüchtlinge an den europäischen Außengrenzen verrecken lässt und ihnen das Leben hierzulande zur Hölle macht, werden wir keinen Frieden schließen!

Kein Mensch ist illegal!

Gegen den rassistischen Konsens!

Kein Frieden mit Staat, Kapital und Nation!

(Kampagne »Rassismus tötet!«)

http://www.antifa.de/cms/content/view/1910/1/

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20 JAHRE ROSTOCK LICHTENHAGEN [DEMO 25.08.2012] – NICHTS IST VERGESSEN!

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http://www.lichtenhagen.net/

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The Truth Lies in Rostock – Doku Deutsch