Tag Archives: Kritik

Kein Forum für den Euthanasie-Ideologen Peter Singer nirgendwo!

“Am 26.5.2015 diesen Jahres soll [schon wieder] der [Euthanasie-Ideologe] Peter Singer in der Berliner „Urania“ den [sog.] „Peter-Singer-Preis“ für seinen [sog.] “Beitrag zur „Tierleidminderung“” erhalten.
Bekannt ist [...] Singer [hinlänglich] seit den 1980ern Jahren wegen seiner Forderung, die [Ermordung von Menschen mit Behinderung] unter bestimmten Bedingungen zu ermöglichen [bzw. das Töten von Menschen zu relativieren und] legalisieren [zu wollen].
[...]”

Quelle / verändert nach / vgl.: https://no218nofundis.wordpress.com/2015/05/11/pressemitteilung-kein-forum-fur-peter-singer/

Mehr siehe: https://no218nofundis.wordpress.com/tag/peter-singer/

Erklärung dazu: Wir sind nicht mit allen Kommentaren und Deutungen sowie Erörterungen der Gruppe unter “no218fundis…” einverstanden, sehen sie aber derzeit als den momentan besten Zusammenschluß in Berlin dagegen an. In Peter Singer bzw. seinen Aussagen z.B. sehen wir allerdings u.a. ein wesentlich größeres Problem(!) als die Autor_innen dort. Und dabei ist es völlig egal welcher vermeintlichen “Abstammung” o.ä. Peter Singer wäre oder sonstwas. Entscheidend ist wofür er steht und sich nach wie vor, überdeutlich, einsetzt. Nämlich gegen das universelle Lebens- und Selbstbestimmungsrecht von Menschen.

Vgl.: “Peter Singers “Praktische Ethik” – Die neue Euthanasie- und Eugenik – Debatte” http://bidok.uibk.ac.at/library/maeser-ethik-dipl.html

+ “Eugenische Meinungsfreiheit
Hilke Rusch über die Deutschlandtour des »Euthanasie«- Befürworters Peter Singer” (in Konkret Magazin Nr. 8/2015)
http://konkret-magazin.de/hefte/heftarchiv/id-2015/heft-82015/articles/in-konkret-1593.html

+ http://www.tolmein.de/bioethik,euthanasie.html
+ http://blogs.faz.net/biopolitik/

+ “Der bio-ethische Diskurs in der BRD und die “Bioethik-Konvention” der EU”
http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr291s.htm

+ http://politsalon.blogsport.de/2011/07/06/gbs-singer-menschenaffen-ethik-preis/

Polittresen 31.10. verschoben auf den 14.11.

PS, Polittalk vom Freitag 31.10. wird verschoben auf Freitag den 14.11.

In Planung ist eine Reihe zum politischen Verständnis des Menschen, mit Filmen und Hörbeiträgen sowie Austausch, nach Erich Fromm und Ernst Bloch oder Herbert Marcuse.

Vgl. z.B. “Was ist der Mensch” von Ernst Bloch oder die Dokumentation “Mut zum Menschen” sowie “Humanismus und Psychoanalyse” von Erich Fromm oder Herbert Marcuse; “Der Mensch in einer sozialisierten Welt”.

PolitSalons zum Thema “Sicherheit”

Ergebnisse des PS Plenums vom Fr. 31.1.2014:

Aktuell bereiten wir uns intern auf eine neue Themenreihe zur Betrachtung, Analyse und Diskussion der Begriffe von “Sicherheit” vor.

Am 28.2. werden wir uns dann gegenseitig unsere ersten Ansichten vorstellen und besprechen, bevor wir weiter entscheiden wie wir mit dem Thema weitermachen möchten.
Gruppen und Einzelpersonen die sich mit dem Thema u.a. (z.B.) in politologischer, soziologischer, philosophischer und historischer Hinsicht beschäftigen sind willkommen sich mit uns, für die Vorbereitung weiterer Termine, in Verbindung zu setzen.

Wir werden dazu ggf. auch Gruppen und Einzelpersonen Anfragen und um Inputs bitten oder geeignete Veranstaltungen besuchen.

Danach werden wir uns vorr. ab Juli 2014 einer Betrachtung, Analyse und Diskussion von Antigenitalismus im Antisexismus, als Fortsetzung zur Feminstischen Theorien und der Besprechung/Diskussion von Entwicklungen wie der Queertheorie widmen.
Auch dazu kann sich gerne gemeldet werden um ggf. gemeinsame Informations und Diskussions-Veranstaltungen vorzubereiten.
Kontakt siehe oben.

Buchbesprechung am 26.4. – Lesung von Auszügen aus: Peter Bierl, Friedrich Burschel (Hg.) – Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn – Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell

Politsalon am 26.4. im Vetomat ab 19Uhr – Buchbesprechung

Workshop zum neuen Buch von Peter Bierl (Autor) und Friedrich Burschel (Hrsg.)

Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn – Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell

http://www.konkret-magazin.de/tl_files/konkret_texte/sidebar/57k.jpg

“Dieses Buch kommt im richtigen Moment, denn auch unter Linken, Globalisierungskritikern und Kapitalismusgegnern machen sich seit Jahren, in letzter Zeit verstärkt durch die irritierenden Umstände der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise, die falschen Vorstellungen des Freiwirtschaftstheoretikers Silvio Gesell (1862–1930) wieder breit. Und auch wenn Gesell selber dem allgegenwärtigen Antisemitismus seiner Zeit weitgehend abhold war, bieten seine über weite Strecken rassistische Lehre, seine um die Produktionssphäre verkürzte Kapitalismuskritik, seine horriblen Visionen von einem neuen Manchesterkapitalismus, sein Sozialdarwinismus und seine Frauenfeindlichkeit noch heute vielen Verschwörungstheoretikern, rechten und antisemitischen Gegnern eines anonymen »Finanzkapitalismus«, aber eben auch wohlmeinenden und naiven Kritikern von »Geld und Zins« eine ideologische Heimstatt.

Bis heute fehlte eine kritische Gesamtdarstellung der Gesellianer bzw. der Freiwirtschaftsbewegung, ihrer Theorie und Entwicklung, ihrer Vorläufer und ihres aktuellen Einflusses in Deutschland. Sie endlich zu liefern ist das Anliegen dieses Buches, das sich an politisch und historisch Interessierte und Aktivisten in Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, antifaschistischen und globalisierungskritischen Gruppen wendet.

Der Autor
Peter Bierl ist ein Journalist aus Süddeutschland, der vor allem mit seinem Standardwerk Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik Aufmerksamkeit erregt hat. Sein Hauptinteresse gilt den verschiedenen Formen von Aberglauben, Esoterik und pseudowissenschaftlichem Unfug auch im linken Diskurs. Seit Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Silvio Gesell und legt nun mit diesem Buch die Summe seiner Erkenntnisse vor.

Der Herausgeber
Friedrich Burschel ist Referent zum Schwerpunkt »Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit« bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin. Er hat unter anderem das Buch Stadt – Land – Rechts. Brauner Alltag in der deutschen Provinz herausgegeben.”

Quelle: http://www.konkret-magazin.de/konkret-texte/texte-archiv/konkret-texte-nr-57.html

Mit der ausdrücklichen Genehmigung des Autors möchten wir – in ganz entspannter Atmopshäre – aus seinem aufregenden, spannenden und äußerst aufschlußreichen neuen Buch (in Abwesenheit) vorlesen, gemeinsam lesen und diskutieren. Also, vor allem die Inhalte – um die es hier geht – sollen besprochen werden. Es geht uns nicht darum ob er in allem was er sagt recht hat und behält, sondern um die Dinge auf die er hinweist und was wir selbst dazu zu sagen haben.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Leute die das Buch noch nicht gelesen haben. Denen möchte damit eine Leseempfehlung sehr ans Herz gelegt sein. Sehr willkommen sind aber gerade auch die Leute die es schon oder in Teilen gelesen haben. Dazu besteht jedoch kein Zwang.

Zum Autor: Peter Bierl ist u.a. bekannt für seine genaue Betrachtung der Anthroposophie Rudolf Steiners und der Waldorfschulen sowie seiner Kritik der besonderen deutschen Verhältnisse dazu.
Vgl.: Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister –
http://lese-fetischisten.blogspot.de/2009/06/wurzelrassen-erzengel-und-volksgeister.html

Er kommt im weitesten Sinne aus der undogmatischen radikalen Linken, war Redakteur bei der Zeitschrift ÖkoLinX in den 1990er Jahren und damals in der Ökologischen Linken, aus der er später wieder austrat.

In der linken Szene gilt er im weitesten Sinne als kritischer Anarchist (Anarchokommunist oder kommunistischer Anarchist) und dezidierter Kritiker. Wie er sich selber sieht oder selbst bezeichnen würde ist uns leider nicht bekannt. Das tut aber auch wenig zur Sache. Und vermutlich legt er auch selbst keinen so großen Wert auf diese Bezeichnungen.

Rechte, insbesondere Anthros, Esos und die sog. Evolutionären Humanisten, Tierrechtler_innen, Tierbefreier_innen, Antispes sowie Gesellianer_innen u.a. regressive bis reaktionäre Kapitalismuskritiker_innen, können ihn aus gewissen – aber von ihm sehr wohlbegründeten – Gründen nicht leiden.
Vielen bauch- und bewegungsorientierten vermeintlichen Linken hat er irrationale Vorstellungen und Verwirrungen aufgezeigt, vorgeführt und erkenntlich gemacht. Einige hat das zur Desillusionierung, Aufklärung und Erkenntnis gebracht, andere mögen ihn darum umso weniger. Selbst seine ehemaligen GenossInnen.
Das wollen wir aber garnicht zum Gegenstand machen.
Der Inhalt interessiert umso mehr.
Denn das alles im Background dazu zu wissen kann das Lesen seines neuesten Werkes bloß umso interessanter machen.
Es geht deswegen nicht um die Auseinandersetzung mit den falschen Vorstellungen anderer, sondern um die schonungslose und sachliche Kritik an, sowie die Beschäftigung mit der Materie.
Namentlich Freiwirtschaft und Schwundgeld, Tauschringe, etc., usw..
Dabei möchten wir der aufgemachten sich historisch und politisch begründenden Logik sowie Gliederung des Buches folgen.

Zum Buch:
http://ps.vetomat.net/wp-uploads/2013/04/0001.jpg
http://ps.vetomat.net/wp-uploads/2013/04/0002.jpg
t.b.a.

Bestellbar z.B. über Buch.de, o.ä. sowie im gut sortierten Buchladen um die Ecke, der Programmbuchhandlung oder jedem guten und aktuellen Infoladen.
Wer es sich nicht leisten kann bekommt das Buch auch über jede gute Bibliothek (als Fernleihe, o.ä.).
Oder bildet Lesegruppen.

Mehr von und zu Peter Bierl:
Artikel von ihm in der Jungle World – http://jungle-world.com/suche/?s=Peter%20Bierl
Beiträge im Audioarchiv – http://audioarchiv.blogsport.de/tag/peter-bierl

29.3. Workshop zur Kritik der Scherbentheorie

Im Sommer 2012 veröffentlichten Mitglieder des zu diesem Zeitpunkt bereits aufgelösten ‘Club für sich’ in Berlin eine so schonungslose wie solidarische Zustandsbeschreibung des Scherbenhaufens der hiesigen Linken. Mit dem in so Reizwort-besoffenen Zeiten wie heute mutigen Figur der “kommunistischen Totalität” zeigen sie in ihrem 16-seitigen Text zudem konsistente Perspektiven auf.

Beim Versuch, diesem Beitrag gerecht werden, verzichten wir an diesem Abend auf die lockere Salon-Atmosphäre zu Gunsten einer strukturierten Arbeit mit dem Text und folgen dabei schulmäßig den Schritten der kritischen Methode.

Wir beginnen den Abend gewissermaßen mit der 2. Lesung, der Würdigung. Wir tragen also zusammen, welche neue Einsichten uns der Beitrag vermittelt hat und beschreiben etwaige dadurch ausgelöste Erkenntnisprozesse. In 3. Lesung nehmen wir uns all jenes vor, womit wir Mühe haben, aus welchen Gründen auch immer. Wir versuchen als erstes und soweit erforderlich, uns kollektiv auf Augenhöhe mit dem Gegenstand zu bringen. Dies erfordert explizit eine selbstkritische, oder altmodisch ausgedrückt, demüte Haltung, also das ernste “ich verstehe noch nicht…”. Da die Scherbentheorie allerdings über weite Strecken eine gut lesbare Realanalyse ohne verwickelte philosophische Denkfiguren ist, wie sie einem theoretischen Traktat eigen sind, sollte uns diese Pein weitgehend erspart bleiben.

Der spannendste, auch weil zu selten geübte, Teil, also Auffassung, Aneignung, Selbstreflexion und kollektives Lernen ist damit bereits gehalten. Aber wenn die Kräfte noch für die 4. Lesung reichen, die Bearbeitung der Widersprüche, bitte schön.

Ob stumm, störend oder diszipliniert schon in Erscheinung getreten, jetzt schlägt unvermeidlich die Stunde eventueller Gegner des ganzen Ansatzes oder wesentlicher Teile davon. Der antagonistischen, der vernichtend gemeinten Kritik gebührt, als, wenn auch nicht weiterführenden, wohl aber formal weitergehenden Position, hier bei Bedarf der Vorrang. An dieser Stelle gabelt sich also das Programm des Abends: entweder endet er in der Kontroverse oder findet seinen Abschluß in der konstruktiven Kritik, der Kritik als Zuwendung an den Gegenstand, als vorantreibend verstandener Beitrag der Kritikerinnen zur gemeinsamen Sache, im schönsten Teil also.

In der – genau in diesem Sinne kritischen – Runde begrüßen wir alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich in Vorbereitung des Programms der 1. Lesung unterzogen, also den Text gelesen haben und themenzentriert mitarbeiten wollen. Publikum übernimmt die Theater-typische Rolle der Handarbeit und ist ebenfalls gerne gesehen, der Eintritt ist frei.

Freitag, 29.03.2013 19.00h im VETOMAT

Der Text: http://www.magazinredaktion.tk/Scherbentheorie.php (als
PDF
)

Von 17.00 bis 19.00 Uhr, also vor dem Termin, bieten wir dazu in den Räumen des VETOMAT Lesestunden an. Kopien des Textes halten wir gegen Kopiergroschen für Euch bereit.

www.politsalon.fr.ms

Kontakt:

https://twitter.com/politsalon

Email: politsalon (at) vetomat (dot) net

Jabber/XMPP: ps (at) chat.synoptx.net

Verschiebung des Septembertermins – Politsalon

Der Politsalon im September wird auf den Sonntag, den 23.9. oder das letzte Wochenende (WE) im September (30.9.) oder ganz in den Oktober verschoben (27.10.). Achtet auf weitere Ankündigungen, hier und im Twitter.

https://twitter.com/politsalon

+++

“Verschobener Termin –
Politsalon zum Naturbegriff 3:
Teil drei geht auf solche rechten Naturbegriffe wie die des Eugenikers und Euthanasiephilosophen Peter Singer und z.B. die GBS als “Bioreligiöse Missionsgesellschaft” ein. Themen sind dabei z.B. sog. positive und negative Eugenik.

Text:
- http://ps.vetomat.net/wp-uploads/2012/05/giordano_bruno_stiftung_soziobiologie.pdf

Wer noch einen akademischen Text dazu lesen möchte (als Background sehr interessant):
- http://bidok.uibk.ac.at/library/maeser-ethik-dipl.html

Daneben ist das Veto vorne ganz normal geöffnet und Ihr könnt Euch bei gemischter Mucke die aktuelle Ausstellung o.ä. reinziehen. (Hörempfehlungen vgl.: http://soundcloud.com/praxisrecords)”

http://wp.vetomat.net/index.php/veranstaltungskalender/?month=sept&yr=2012

CYA

Contact: politomat [at] jabber [dot] org

Kurze Zwischenbemerkung aus dem Off | 3.-4.8. in Oberhausen: “Kommunismuskongreß”

Wider Abstinenz und Sowas…
Es gibt einen sehr interessanten kleinen Kongreß von ein paar Adornit_Innen am Wochenende in Oberhausen. Ist weit weg. Kann sich aber lohnen.

http://communismus.org/

“Unter dem Motto “kommunismus – communismus – ˌkɔmuˈnɪsmʊs. Reflexion über Geschichte, Kritik und Rettung eines bedeutungsschweren Begriffs” wird am 3. und 4. August ein Kongress im Jugend- und Kulturzentrum “Druckluft” in Oberhausen stattfinden. Ziel des Kongresses wird es sein, vergangenes kommunistisches (Auf-)Begehren zu reflektieren und aus den Fehlern und Leerstellen dieser Kämpfe Konsequenzen für zukünftige zu ziehen. Der Kongress ist in drei Blöcke aufgeteilt: Am Anfang wird sich dem Begriff des Kommunismus genähert und die Rezeption der Marxschen Kritik bei Adorno dargestellt werden. Im darauf folgenden Block soll die historische Kritik am Bolschewismus nachgezeichnet werden. Ein weiterer Vortrag wird eine grundsätzliche Kritik am Marxismus-Leninismus entfalten. Schließlich sollen Leerstellen der kommunistischen Kritik aufgezeigt werden. Schon im Marxschen Werk finden sich Anknüpfungspunkte für regressive Ideologien und auch die KommunistInnen selber haben u.a. mit ihrer Fokussierung auf den “Hauptwiderspruch” eine emanzipatorische Theorie und Praxis erschwert. Zum Abschluss der Veranstaltung werden einige ReferentInnen die Ergebnisse der Tagung mit dem Publikum im Rahmen einer Podiumsdiskussion debattieren.

Vorträge zugesagt haben bis jetzt Roger Behrens, Dirk Braunstein, Hendrik Wallat, Olaf Kistenmacher und Hannes Geißler. Die Ankündigungstexte, die Uhrzeiten der einzelnen Veranstaltungen und weitere ReferentInnen werden demnächst hier veröffentlicht.”

http://communismus.org/

Politsalon zum Naturbegriff I – 29.6. um 21Uhr im Vetomat

Materialien (PDF):
* Falsche Ökologie
* ÖDP und Gruhl
* Naturbegriff
* GBS
* Bioethik – Lizenz zum Töten?
*
+++
Zusätze (Links):
* Glücklich ist wer vergisst
* Argumente gegen Rechts
* Von Menschen und Tieren
* Herrschaftskritische Blicke
* Menschlich bleiben
* All you can eat
* Zum Verhältnis von Natur und Subjekt
* Phase Zwei, Nr. 27, 2008, Einleitung zum Schwerpunkt Natur
* Das Haustier im Menschen
* Getrübte Biotope
* Es gibt keine Versöhnung mit der Natur
* Rechter Tierschutz
* Wir sind nicht behindert, wir werden behindert
*
+++
Literaturempfehlungen:
* Spehr, Christoph: Die Ökofalle: Nachhaltigkeit und Krise, 1996
* Bloch, Ernst: Prinzip Hoffnung, Band 3, Gesammelte Werke 5, 1973
* Arndt, Hartmut: Grundlagen der Ökologie, 2005
* Asselhoven, Dieter: Reine Natur und pure Unterwerfung – Der Zusammenhang von Biologismus, Antisemitismus und Ökofaschismus, 2006
* Ditfurth, Jutta: Lebe Wild und Gefährlich. Radikalökologische Perspektiven. 1991
* ”: Feuer in die Herzen. Gegen die Entwertung des Menschen. 1997
* ”: Entspannt in die Barbarei. Esoterik, (Öko-)Faschismus und Biozentrismus. 2011
* Radler, Jan: Ökophilosophie (Vorlesung, EU-Uni Viadrina Frankfurt Oder, Sozialwissenschaften), 2009
+++
Weitere Textauszüge folgen.
Am Leben gehindert

Zum Film END:CIV – Nachtrag – “Repro Bürgerliche Ideologie?” (Email) – Kampf der Ökokrieger_Innen?

In einer Email stellt uns ein Freund die Frage:

Die Frage ist doch auch ob der Film nicht bloß selbst wieder nur bürgerliche Ideologie oder gar Schlimmeres reproduziert, bzw. wiedererweckt, indem das eine Schlechtere gegen das Andere gestellt, aber innerhalb der systemischen Verhältnisse geblieben wird.
Der Ankündigungstext des Films macht mir nämlich genau diesen Eindruck, das nämlich eben genau nicht die kapitalistischen Verhältnisse in Frage gestellt, sondern bloß von besseren Methoden geschwafelt wird und es eigentlich garnicht um die Befreiung des Menschen aus dem Elend geht, sondern um die fehlprojezierte “arme Natur”, ein regressiver bis reaktionärer Rückgriff also.
Dieser bleibt sogar bei der Behandlung von “Indigenen” in einem reprojezierten Eurozentrismus, bzw. Zivilisations-Absolutismus, stecken.

Nehmen wir uns einmal eine Rezension, z.B. die aus: http://systempunkte.org/blog/filmrezension-endciv
und schauen mal nach was die enthält.

Dort wird z.B. Derrick Jensen angesprochen.
DJ ist ein Vertreter des sog. Primitivismus, ein wenig fortschrittlicher Zeitgenosse also, selbst wenn er sich für einen Anarchisten halten mag. Außerdem kommt er mir mit seinen mystisch wirkenden Buchcovern (“A Language Older Than Words”) und seinem Auftreten auf den Podien im Film mit den langen Schlabberärmeln auch ziemlich esoterisch und New Age mäßig rüber. Das würde mich schon im ersten Moment sehr skeptisch machen.

In der Rezension wird sich auf Ward Churchill bezogen. WC der 2005 mit seinen Shoarelativierenden Äußerungen in den USA für Furore sorgte und daraufhin aus der Uni geworfen wurde an der er lehrte ist ebenfalls ein sehr fragwürdiger Zeitgenosse. Er bezeichnete die Beschäftigten des World Trade Centers als “little Eichmanns” (NS-Vergleich). Das scheint leider schon ein inflationärer Standard im politischen Sprachgebrauch mancher Leute zu sein und schockt heutzutage kaum noch.
Ob sich der Film wirklich auf WC bezieht müsste noch geklärt werden.

Der Film ist frei bei http://submedia.tv/endciv/ zu sehen.

Dann wird sich noch auf Peter Gelderloos bezogen, der eher harmlos rüberkommt und eher noch interessantere – noch diskutable – (bisweilen sogar selbstkritische) Werke (z.B. in Punkto “Veganismus” und “Konsum”) geschrieben hat, als der Rest der indiskutablen Redner(Innen) im Film.
(Vgl. z.B.: http://theanarchistlibrary.org/text-index.html -> Suche mit der Browsersearch nach Gelderloos)

Gegen Ende der Rezension wird noch kurz John Zerzan erwähnt, der ebenfalls ein federführender Primitivst, Tiefenökologe und Technologiefeind ist und auch im Film mehrmals zu Wort kommen gelassen wird.

Alles in allem liegt damit für mich der Verdacht nahe, daß der Film eher etwas für desorientierte misanthropische Gemüter als für aufgeklärte Linke ist. Und das kann dann schon selbst in Richtung symptomatische Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gesehen werden.

Für mich ist es außerdem sein Problem, wenn er seine Filme nicht vermarktet. Den Kapitalismus hält er damit nichtmal auf. Schon garnicht wenn er sie in Youtube (google) stellt. Wo das Offensichtliche subversiv sein soll (“submedia…”) bleibt mir auch unklar. Der Film hat mir nichts, garnichts, überhaupt nichts Neues gezeigt oder kundgetan. Ich frage mich darum echt, wen er eigentlich damit erreichen will? Die reformistischen und staatstragenden Orgas verändert er damit sicher ebensowenig und abzuschaffen wäre beim derzeitigen Diskussionsstand über Staat und Kapital weltweit ebenso undenkbar.

Franklin Lopez selbst trägt übrigens gerne Palitücher und macht krude Kriegsvergleiche…: http://www.youtube.com/watch?v=mEW66aZrH8A

Hier gibt es auch noch sein Interview zu END:CIV selbst: http://www.youtube.com/watch?v=eYYUWs1nMlU&feature=related

+++

+++

In dem Film wird u.a. Paul Watson zu Wort kommen gelassen. PW ist ein sog. Ökokrieger der mit seiner Organisation “Sea Shepherd”, die z.B. vom Dalai Lama unterstützt wird, in erster Linie jagt auf Walfangschiffe macht. Egal wie Mensch zur Überfischung und insbesondere zum längst nicht mehr nötigen Walfang steht, sollten sich alle bewusst machen daß Watson u.a. die ökofaschistoide Meinung vertritt es gäbe bereits zu viele Menschen auf der Erde. Außerdem greift er auch kleinere Fischerboote die keinen großen Fanggesellschaften gehören an (z.B. vor Kuba). Er vergleicht die Menschheit mit Krankheiten wie Krebs und nennt Menschen einen Virus. (Vgl. seine eigene Literatur.)
Watson fordert des Weiteren die scheinbar völlig irrationale; aber in ökodiktatorischen Kreisen weit vertretene Position der; Anerkennung von Tieren als sog. Mit- und Erdenbürger(Innen), unter welchen staatlichen oder anderen Herrschafts-Bedingungen lässt er (bewusst?) im Dunkeln. Sein Weltbild weist damit deutliche biozentrische und menschenverachtende Züge – ala Peter Singer (der die Bibel der sog. Tierbefreier_Innen “Animal Liberation” geschrieben, sowie 1992 bereits das neoeugenische Buch “Muß dieses Kind am Leben bleiben? Das Problem schwerstgeschädigter Neugeborener” (mit Helga Kuhse) herausgebracht hat) – auf. Wenig verwunderlich ist daher daß Watson größtenteils in Kreisen der ALF und ELF, also von reaktionären Möchtegernanarchist_innen (und bisweilen sogar Rechten), als Held glorifiziert und abgefeiert wird. Eigene, menschliche, Herrschaftsstrukturen und Hierarchien werden damit kaum hinterfragt.

Einbrüche in den Schutz des/der Menschen(rechte) gab es kürzlich erst wieder über den selbstherrlichen sog. Ethikpreis der GBS, von Michael Schmidt-Salomon, in der BRD. Irrationale Reflexmomente auf die Naturzerstörung im (Spät)Kapitalismus haben also wieder einiges an Brisanz aufzuweisen die nicht leichtfertig als harmlos oder am Ende gar als mögliche progressive Zweckallianzen abgetan oder hingenommen werden sollten.

“Der Feind meines Feindes ist nicht (zwangsweise) mein Freund”!

Aufklärung tut hier not. Der Politsalon wird sich darum im Juni und August ausführlich dem Thema der Naturverhältnisse und dem Naturbegriff widmen.

+++

Dazu hier nochmal ein Zitat von 1998 welches Mensch in diesen Zusammenhängen leider garnicht oft genug erwähnen kann:

“Biologismus und Menschenfeindlichkeit
In Teilen der Ökologiebewegung macht sich gefährliches Gedankengut breit. Militante Tierschutzgruppen machen immer häufiger Schlagzeilen. Immer wieder werden Tiere aus Schlachthöfen “befreit”, Jagdhochsitze angesägt, und Brandanschläge auf Tierversuchslabore verübt. Für eine “vegane” Lebensweise, gegen die Ausbeutung von Tieren wird geworben. Von den Akteuren wird dies damit begründet, Tiere zu töten sei genauso schlimm wie das Töten von Menschen. Doch nicht nur “vegane Tierrechtsgruppen”, sondern auch Prominente wie der Theologe Eugen Drewermann oder die Journalistin Alice Schwarzer treten für die Rechte von Tieren ein. Was steckt wirklich dahinter?
Veganismus ist eine radikalisierte Forrn des Vegetarismus. Nicht nur das Essen von Fleisch, sondern jeglicher Konsum von tierischen Produkten wie Milch oder Honig sei abzulehnen, da dies immer mit der Tötung oder Ausbeutung von Tieren verbunden sei. Begründet wird dies damit, daß Tiere ebenso wie Menschen leidensfähig seien, und deshalb kein moralischer Unterschied zwischen Menschen und Tieren gemacht werden könne. Systematisch wird von veganen Tierrechts-Gruppen die Grenze zwischen Mensch und Tier angegriffen und dazu aufgerufen, Mensch und Tier als gleichwertig anzusehen. Alles andere sei “menschliches Herrenmenschendenken” und “Arroganz”. Das anthropozentrische (den Menschen in den Mittelpunkt stellende) Weltbild sei “speziezistisch”, genau so schlimm wie z.B. Rassismus. Bei derartige Denken kann es nicht verwundern, daß Hühnerlegefabriken und Schlachthöfe von Tierrechtsgruppen immer wieder als “Tier-KZs” bezeichnet werden, eine unerträgliche Relativierung des Holocausts. Und in der Tat, wer Menschen in seinem Denken nicht in den Mittelpunkt stellt, müßte beispielsweise die Bekämpfung einer Heuschreckenplage als etwas genauso Schlimmes wie das massenhafte, fabrikmäßige Morden in Auschwitz ansehen. Mit der Ablehnung eines anthropozentrischen Weltbildes wird die moralische Schranke für das Töten von Menschen entscheidend abgesenkt.
Das hat Konsequenzen: In der veganen Zeitung “instinkte” wurden Menschen bejubelt, die Gullideckel von Brücken aud fahrende Autos geworfen hatten. Selbst der US-amerikanische “UNA-Bomber”, ein von technik- und zivilisisationsfeindlichen Ideen bessener Mann, der an technische Einrichtungen und Universitäten Dutzende von Briefbomben verschickt hatte, was mit vielen Verletzten und auch einigen Todesfällen verbunden war, fand in der Zeitschrift “Die Eule”(1/1995) Anklang. In der gleichen Ausgabe dieses Blattes findet sich auch ein Comic, der die systematische Tötung von Autofahrern als Lösung für das Problem der Luftverschmutzung propagiert. Und in einem von einer veganen Gruppe aus dem Ruhrgebiet verteilten “Tierrechtsleitfaden” finden sich als Nachwort die Sätze: ” An die ZweiflerInnen, die Teilnahmslosen und diejenigen, die es besser machen würden, wenn sie den Willen dazu hätten. Wisset diese eine Wahrheit: Dadurch, daß Du dein Leben durch das Leid anderer bestreitest, wäre es für diese Welt besser, wenn du stirbst.” Derartige Selbstüberhöhung und Sendungsbewußtsein sind in der veganen Szene durchaus üblich. Anfang Juni 1996 fand in Frankfurt eine Demonstration gegen Tierversuche unter dem Motto “Kreuzzug (!!!) für die gequälten Versuchtiere” statt. Zentrales Problem auf der Erde sind in dieser kruden Ideologie die Menschheit und die Zivilisation als solche. So schreibt die Gruppe “earth first” in ihrer Selbstdarstellung: “Der Mensch ist einzige Wesen, das in maßloser Gier und Unverständnis unter all den Lebenden gewütet hat und nach mehr griff, als ihm zusteht. (…) Diese Schuld hat sich die Menschheit kollektiv aufgeladen. Reiche und Mächtige teilen sie.mit all ihren Unterdrückten.” Geworben wird im gleichen Text auch für das Zerstören von “Maschinen und Autos”. Gesellschaftliche Konflikte und z.B. ökonomische Ursachen von Umweltzerstörung werden als unwichtig erklärt und “die wilde untereinander verbundene Gemeinschaft, die Wildnis, der Lebensfluß, der nicht durch industrielle Störung oder menschliche Anmaßung behindert werden darf” mystifiziert.
Zu einem anthropozentrischen Denken kann es keine rationale Alternative geben. Die Frage, ob z.B. die Natur zerstört ist oder nicht, läßt sich eben nur vom Standpunkt eines bestimmten Lebewesens aus klären. “Gesetzt den Fall, eine Stubenfliege vermöchte sich eine Meinung über ihre Umwelt bilden(…), so würde die Stubenfliege das Fehlen faulenden Fleisches in der Stube als existentielle Zumutung empfinden und von ordentlichen ökologischen Verhältnissen erst wieder reden mögen, wenn sich die Katze unter dem Sofa.erbricht und damit eine Fülle von Nahrungsressourcen verfügbar macht”. (Jürgen Dahl in Natur, Nr. 12/1982). Zudem müssen immer wieder Entscheidungen zwischen dem Wohlergehen von Menschen uad Tieren getroffen werden. Hier kann es immer nur eine Möglichkeit geben. Ökologische Politik, die das Wohlergehen des Menschen nicht zum Maß aller Dinge macht, muß in Esoterik, ökodikatorischen Vorstellungen oder schlimmstenfalls sogar Massenmorden enden.

Henning Flad
Dieser Text wurde nicht im redaktionellen Konsens veröffentlicht.
Aus:
Bochumer StudentInnen Zeitung
Nr. 488 Freitag, 17. April 1998″

http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr331.htm

http://www.infopartisan.net/archive/trend/trend98/fa/t090598.html

+++

PS: Dieser Post musste z.T. mehrmals mit Nachträgen aus Emails, wie Links, überarbeitet werden. Danke für Euer Verständnis.

Kommentare zur Diskussion hierzu gerne, wie immer, direkt an den Artikel. Oder kommt einfach zum Politsalon Ende Juni oder August zum Naturbegriff I und II.

Emancipare! Lesenswertes zu heute abend im Cafe Commune

Veranstaltungsbericht: Feministische Organisierung
http://arschhoch.blogsport.de/2011/10/06/veranstaltungsbericht-feministische-organisierung/

„Eine wirklich ‚Neue Linke‘ muss emanzipatorisch sein – oder sie wird nicht sein“
http://arschhoch.blogsport.de/2011/06/27/eine-wirklich-neue-linke-muss-emanzipatorisch-sein-oder-sie-wird-nicht-sein/

Heute abend gehts weiter mit:

Männer und Emanzipation
Historischer Abriß der Ansätze zu einer profeministischen Männerbewegung in der BRD

Noch bevor Maoisten die Kulturrevolution im fernen China besangen, war sie ihren antiautoritären Vorgängern als neue Frauenbewegung auf die Füsse gefallen. Über die raren Versuche linker Männer, sich den Zumutungen des Feminismus zu stellen.

Input-Referat und Thesen zur Diskussion: Michael Klockmann
Exposeé: http://spatico.de/wiki/index.php?2012052419
Thesen: http://spatico.de/wiki/index.php?MmThesen
Leseempfehlungen: http://spatico.de/wiki/index.php?MmLit

24.05.2012 19.30h | Café Commune | Reichenberger Str. 157

+++

Titel, Themen, Thesen, Temperamente:

“X Thesen
Anders als die gleichnamige, von der Spitze gelenkte und gewalttätige Kampagne der KP Chinas setzte die 2. Frauenbewegung im Westen eine Kulturrevolution in Gang, die diesen Namen verdient.
Die feministische Bewegung sprengte nicht nur die objektiv-äußerliche, gesellschaftliche und politische Unterordnung der Frauen unter die Männer, sondern auch die privatesten hetero-normativen sexuellen Verhältnisse und drang in die Poren aller sozialen Beziehungen zwischen diesen Polen (“Subjektiver Faktor”, “Das Private ist poltisch!”).
Die Feministinnen setzten anstelle der jüngsten Klassenspaltung, Proletariat ./. Bourgoisie, die älteste und basalste Klassenspaltung auf die Tagesordnung, das Patriarchat und setzten ins Werk, was die Orthodoxie allein dem Proletariat vorher bestimmt hatte: Die Selbstbefreiung der Frauen.
Bewußteren Männern, denen feiste Ignoranz und trotziges Verharren in der alten symbolischen Ordnung keine Option war, blieb im Grunde nichts als die traurige Einsicht in die Tatsache, nicht nur in ihrer gesellschaftlichen Stellung, äußerlichen Attributen, sondern “mit Haut und Haaren” auf der falschen Seite zu stehen und – als Herrenklasse in der Gesellschaft und als patriarchaler Mann in seinen Beziehungen – abzudanken. (“Mal die Klappe halten.”)
Der logisch nächste Schritt, grundlegende Selbstreflexion und Selbstveränderung jedoch, war in den 1970er Jahren noch fast nicht politisch, öffentlich vermittelbar,
wirklich in Bewegung setzten sich Männer in kleiner Zahl weitgehend unsichtbar in Männergruppen, MRT (Selbsthilfe) oder professionell angeleiteter Therapie.
Die öffentliche Bühne “beherrscht” seit dem und weit hin die Figur des Softies in der Unangreifbarkeit seiner eingefrorenen “Verunsicherung”, seines an der Oberfläche verharrenden Jasagertums. In gewisser Weise machte er es den sich emanzipierenden Frauen schwerer als der immerhin noch kantige und sich angreifbar machende, ungebrochene Pascha-Typ.
Die Überwindung des Patriarchats scheint mir halberwegs stecken geblieben zu sein
Die schon ohne Im Glashaus patriarchaler Selbst-Widersprüche ist eine
Aus (meiner) profeministischen Sicht ist die heutige Organisationfrage primär eine Frage der Entwicklung von Organisationskultur, einer freundlichen Kritikkultur: Die emphatische Annahme des Gegenübers und meiner selbst mit den in
Wiedergewinnung von Performanz
Zwei programmatische Antworten ergeben sich allerdings auch:
Die Zentralität der “Reproduktion”, der Sorge-Tätigkeiten
Ein besonderes Augenmerk auf die bereits in Schemen erkennbare, maskulistische Reaktion.”

http://spatico.de/wiki/index.php?MmThesen

““Genossen, eure Veranstaltungen sind unerträglich. Ihr seid voll von Hemmungen, die ihr als Aggressionen gegen die Genossen auslassen müßt, die etwas Dummes sagen oder etwas, was ihr schon wißt.” Kurz nach diesem Ausspruch von Helke Sander flog, weil er, wie ihr ganzes Referat, unbeantwortet bleiben sollte, die legendäre Tomate am Kopf des Genossen Hans-Jürgen Krahl vorbei.

“Er war der Klügste von uns”, wird Rudi Dutschke ihm später nachrufen, aber in diesem Moment rang dieser Mann völlig perplex nach Worten – eine Reaktion, die aus heutiger Sicht den früh ums Leben gekommenen “Chef-Theoretiker” des SDS fast ehrt. Denn jedem Revolutionär, der sich die aufs “Private” zielenden und ins männliche Mark treffenden Kritiken der Kulturrevolutionärinnen zu Herzen nahm, mußte fast notwendig erst einmal verstummen.
Das Gross der “sozialistischen Eminenzen” kniff allerdings im Weiteren vor dieser unverhofften Zumutung, erwies sich stattdessen lieber als schlagfertig und tat das alles zügig fast genauso ab wie Gerhard Schröder: Als “Gedöns”, “kleinbürgerliche Psychoscheisse” oder “Befindlichkeitspolitik”. Was dem politischen Architekten von Hartz IV gut zu Gesichte stehen mag, muß allerdings – auch in Zukunft – jedem Revolutionär das moralische Genick brechen. Ansätze neuer Organisierung im Sinne einer emanzipatorischen Umwälzung werden also nicht umhin kommen, die unverändert heiße Kartoffel wieder aufzunehmen: Die Revolutionierung der Revolutionäre.”

http://spatico.de/wiki/index.php?2012052419

“Leseempfehlungen

Valerie Solanas: Manifest der Gesellschaft zur Vernichtung der Männer. SCUM.
Volker Elis Pilgrim: Der Untergang des Mannes, München 1973
Schwarze Protokolle 124
Volker Elis Pilgrim: Manifest für den freien Mann, München 1977
Klaus Theweleit: Männerphantasien 1 & 2 – Zur Psychoanalyse des weißen Terrors, Verlag Roter Stern 1978
Wilfried Wieck: Männer lassen lieben. Kreuz, Stuttgart 1987
Dieter Schnack & Rainer Neutzling:; Kleine Helden in Not. Rowohlt 1992
Dietrich Schwanitz: Männer – Eine Spezies wird besichtigt, Eichborn Verlag, Frankfurt 2001″

http://spatico.de/wiki/index.php?MmLit

Weitere Lese- und Hörempfehlungen dazu, Klassiker wie moderne:

Frigga Haug
Die Vier-in-einem Perspektive
Marxismus und Feminismus
Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus
Elmar Altvater – Die Reproduktion des Arbeitsvermögens (Reproduktionsarbeit)
Judith Butler – Körper von Gewicht

+++

“Bürgerliche Revolutionen, wie die des achtzehnten Jahrhunderts, stürmen rascher von Erfolg zu Erfolg, ihre dramatischen Effekte überbieten sich, Menschen und Dinge scheinen in Feuerbrillanten gefaßt, die Ekstase ist der Geist jedes Tages; aber sie sind kurzlebig, bald haben sie ihren Höhepunkt erreicht, und ein langer Katzenjammer erfaßt die Gesellschaft, ehe sie die Resultate ihrer Drang- und Sturmperiode nüchtern sich aneignen lernt. Proletarische Revolutionen dagegen, wie die des neunzehnten Jahrhunderts, kritisieren beständig sich selbst, unterbrechen sich fortwährend in ihrem eignen Lauf, kommen auf das scheinbar Vollbrachte zurück, um es wieder von neuem anzufangen, verhöhnen grausam-gründlich die Halbheiten, Schwächen und Erbärmlichkeiten ihrer ersten Versuche, scheinen ihren Gegner nur niederzuwerfen, damit er neue Kräfte aus der Erde sauge und sich riesenhafter ihnen gegenüber wieder aufrichte, schrecken stets von neuem zurück vor der unbestimmten Ungeheuerlichkeit ihrer eigenen Zwecke, bis die Situation geschaffen ist, die jede Umkehr unmöglich macht, und die Verhältnisse selbst rufen

Hic Rhodus, hic salta!
Hier ist die Rose, hier tanze!”

Karl Marx/Friedrich Engels – Werke, Band 8, “Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte”, S. 115-123
Dietz Verlag, Berlin/DDR 1972
http://www.mlwerke.de/me/me08/me08_115.htm