Tag Archives: neonazis

Am Samstag zuerst nach Mitte gegen Fundis und reaktionäre Kapitalismuskritik und dann zum Rigaer-Straßenfest nach Xhain

“17.9. Berlin: Demonstrieren und Blockieren!
Am 17.9. wird wieder der „Marsch für das Leben durch Berlin“ laufen, oder eben auch nicht: Das what the fuck Bündnis ruft dazu auf, den Schweigemarsch zu blockieren. Aber vorher soll es noch eine fette feministische Demo geben: 12 Uhr am Anhalter Bahnhof”

https://no218nofundis.wordpress.com/2016/08/02/17-9-berlin-demonstrieren-und-blockieren/

https://no218nofundis.wordpress.com/

“Aufruf 2016
„Marsch für das Leben“? – What the fuck!
EUER SCHWEIGEN KÖNNT IHR EUCH SCHENKEN! LIEBER FEMINISMUS FEIERN!
Antifeminismus sabotieren! Für körperliche Selbstbestimmung demonstrieren! Christliche FundamentalistInnen blockieren!
Dem Marsch, seinen AkteurInnen und ihrem Gedankengut entschlossen entgegentreten!”

https://whatthefuck.noblogs.org/aufruf2016/

https://whatthefuck.noblogs.org/

Letzte Infos vgl.: https://linksunten.indymedia.org/de/node/190570

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Wer bei der Anti-TTIP Demo vorbeischaut sollte nicht vergessen, daß es nicht passieren darf, sich mit Rechten dort gemein zu machen. Darum gilt es mindestens für einen progressiven antikapitalistischen Block in Berlin zu sein und einen solchen zu bilden. Begründungen dafür gibt es spätestens seit den Auseinandersetzungen rund um die 1.-Mai-Demo (sog. 18Uhr-Demo) 2016 in Xberg ja mehr als zur Genüge.
Über rechte/regressive(stillstehende-bis-rückwärtsgewandte)/reaktionäre (und bisweilen latent (strukturell) antisemitische Kapitalismus)”Kritik”, siehe/vgl. Publikationen der Amadeu Antonio Stiftung zum Thema Antisemitismus:
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/verschwoerungen-internet.pdf (z.B. S. 50-53 zu “ACTA”)

http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/handreichung_antisemitismus_internet.pdf

http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/publikationen/#Antisemitismus

http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/publikationen/

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! Und dann feiern:
Zum Rigaer-Straßenfest am 17.9.2016 in Xhain/Fhain:

http://musikbrauchtfreiraeume.blogsport.de/2016/09/09/17-9-rigaer-strassenfest-zusammen-leben-zusammen-widerstehen/

https://nordkiezlebt.noblogs.org/post/2016/09/07/17-09-festliche-kundgebung-ab-14-uhr-rigaer-strasse/

https://stressfaktor.squat.net/termine.php?tag=17092016

https://linksunten.indymedia.org/en/node/189297

(https://www.facebook.com/events/649086515256871/)

https://nordkiezlebt.noblogs.org/

Und so…
Viel Spaß!

Podiumsdiskussion am 20.11.2012 in Berlin Friedrichshain anläßlich der Ermordung von Silvio Meier durch Neonazis vor 20 Jahren

Podium: Niemand ist Vergessen! – In welcher Form den Opfern rechter Gewalt gedenken?

http://niemandistvergessen.blogsport.eu/files/2012/11/20.nov_podium_JPG_web.jpg

„Niemand ist Vergessen!“
In welcher Form den Opfern rechter Gewalt gedenken?

Podiumsveranstaltung:
am 20. November 2012
um 19.00 Uhr
im Jugend[widerstands]museum (Galiläakirche, Rigaer Str. 9, Berlin-Friedrichshain)

Anlässlich des 20. Jahrestages des Mordes an Silvio Meier wollen wir uns über die Erfahrungen, Perspektiven und Grenzen antifaschistisches Gedenkens, für die Opfer rechter Gewalt auseinandersetzen: In welcher Form wollen wir den Opfern rechter Gewalt gedenken? Reichen Gedenksteine und Demonstrationen aus? Welche Fallstricke und Erfahrungen gibt es in der Praxis? Wie können wir den Kampf um die Erinnerung an die Ermordeten gemeinsam führen?

Dazu werden verschiedenen ReferentInnen diskutieren:
- Ulla Jelpke (MdB, Die LINKE)
- Dirk Stegemann (VVN-BdA Berlin)
- Antifaschistische Linke Berlin (ALB)
- Initiative „Niemand ist vergessen!“ (INiV)
- Tolerantes Eberswalde (TE)

Kompletten Ankündigungstext lesen

http://niemandistvergessen.blogsport.eu/?p=1877

Veranstalter_innen:
North East Antifascists (NEA), Antifaschistische Linke Berlin (ALB), Helle Panke, VOSIFA Unterstützt durch: Siempre Antifascista

Am 21. November 2012 jährt sich die Ermordung des Berliner Hausbesetzers und Antifaschisten Silvio Meier zum 20. Mal. Der Mord an Silvio reiht sich ein in eine Welle offen rechter Gewalt, die sich über die kompletten 90er Jahre erstreckte und deren Massentauglichkeit in den Pogromen von Mannheim, Rostock und Hoyerswerda deutlich wurde. Seit dem hat sich einiges im Umgang mit Opfern rechter Gewalt geändert: Eine gewisse Sensibilisierung für rechte Gewalt und deren Folgen ist erkennbar. Auch die gesellschaftliche Breite von Protesten gegen Neonazigroßveranstaltungen wie in Dresden markiert einen Unterschied zu den 90er Jahren…
An der Tatsache jedoch, dass kontinuierliche Gedenkarbeit so wie die Bemühung um Gedenksteine oder –tafeln weiterhin antifaschistischen Basisinitiativen vorbehalten bleiben, hat sich nichts geändert. Gerade diese Initiativen sehen sich oft mit politischen und institutionellen Hürden konfrontiert. Je randständiger die Gegend, je „unpopulärer“ die Opfergruppe, desto größer die kollektive Ignoranz gegenüber der Forderung nach einem würdigen Gedenken. Auch die zahlenmäßige Beteiligung an jenen Gedenkveranstaltungen hält sich leider oft in Grenzen.

Anlässlich des den 20. Jahrestages des Mordes an Silvio wollen wir uns über die Erfahrungen und Perspektiven im Kampf gegen das Vergessen auszutauschen:
In welcher Form wollen wir den Opfern rechter Gewalt gedenken? Reichen Gedenksteine und Demonstrationen aus? Welche Fallstricke und Erfahrungen gibt es in der Praxis? Wie können wir den Kampf um die Erinnerung an die Ermordeten gemeinsam führen?

Zu den Referent_innen:

- Ulla Jelpke (MdB, Die LINKE)
setzt sich seit den frühen 90ern für die Aufarbeitung rechter Morde und gegen die Beschönigung der Opferstatistiken ein.

- Dirk Stegemann (VVN-BdA Berlin)
engagiert sich in zahlreichen antifaschistischen Bündnissen und ist aktiv im Kampf um die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus (u.a. Denkmal an die Kindertransporte an der Friedrichstraße, Gedenkort Rummelsburg)

- Antifaschistische Linke Berlin
beteiligt sich seit vielen Jahren an der Vorbereitung der Silvio-Meier-Demo und ist Mitinitiatorin der „Initiative für ein aktives Gedenken“ zur Benennung einer Straße nach Silvio Meier.

- Initiative „Niemand ist vergessen!“
Dieter Eich wurde im Mai 2000 von vier jungen Neonazis im Berliner Stadtteil Pankow-Buch auf Grund seiner Erwerbslosigkeit ermordet. Die Initiative organisiert jährlich das Gedenken an Dieter Eich und strebt perspektivisch einen Gedenkstein in Buch an.

- Tolerantes Eberswalde
Amadeu Antonio wurde im November 1990 in Eberswalde von Neonazis totgeprügelt. Obwohl eine der bekanntesten politischen Stiftungen seinen Namen trägt, mag es in Eberswalde nicht gelingen eine Straße nach Amadeu Antonio zu benennen. Die Koordinierungsstelle für Toleranz Eberswalde setzt sich aktuell für eine solche Straße ein.

http://niemandistvergessen.blogsport.eu/?p=1877

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Heraus zum Silvio-Meier-Gedenken 2012:

Silvio-Meier-Mahnwache: Mo. – 21. November – 17 Uhr – U-Samariter Str., Frankfurter Allee, Fhain.
Silvio-Meier-Demo: Sa. – 24. November – 15 Uhr – U-Bhf. Samariter Str., Frankfurter Allee, Fhain.

www.silvio-meier.tk

Enough is enough …

Chumbawamba – Enough is enough

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www.antifa-fh.de.vu

http://antifhain.herobo.com/plakat_angriff_frankfurter.pdf

Chronik: http://freeweb.dnet.it/antifhain/chronik.htm

“In Berlin Friedrichshain geschehen antisemitische, rassistische und faschistische Übergriffe. Um in Zukunft zusammen geeignet dagegen vorgehen zu können müssen diese Aktivitäten dokumentiert werden. Viel zu oft werden Übergriffe in kleinem Rahmen weitererzählt und geraten bald wieder in Vergessenheit. Darum: schickt uns eure Informationen zu Übergriffen, Sprühereien und Treffpunkten der rechten Szene in Friedrichshain an: antifa – fh @ riseup . net

Seit März 2009 gibt es auch in Friedrichshain eine Registerstelle. Das Register erfasst Ereignisse mit rassistischem, extrem rechtem, antisemitischem oder homophobem Hintergrund in Friedrichshain, die von Anlaufstellen und Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils gemeldet werden. Bitte meldet euch auch bei dem Register, da es auch zuverlässig für Veröffentlichung und Nutzung der Chronik in verschiedenen Bereichen sorgt. www.register-friedrichshain.de

Racist, fascist and anti-semitic attacks occur in Berlin-Friedrichshain again and again. Often information about attacks is not passed on or made public. As anti-Nazi activists we are vigilant of local Nazi activities in order to oppose them and to stop their networks growing. Please contact us if you observed or experienced attacks or other Nazi activities or if you know about Nazi meeting points. If you have informations contact us: antifa – fh @ riseup . net”

http://antifa-fh.de.vu/

25.8. – The truth lies in Rostock … (1992-2012)

“12. Juni 2012 Antifa: Norden

20 Jahre Pogrom von Rostock

Im August 2012 jährt sich das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen zum 20. Mal. Eine bundesweites Bündnis will unter dem Motto »20 Jahre nach dem Porgom von Rostock Lichtenhagen – Das Problem heißt Rassismus!« Ereignisse von 1992 nachbereiten und aktuelle rassistische Diskurse, so wie die bundesdeutsche Flüchtlingspolitik kritisch thematisieren.
Mehr Infos: lichtenhagen.net & rassismus-toetet.de

Bundesweite Demo im Gedenken an Pogrome von Lichtenhagen
Samstag 25.08.2012 | 11 Uhr, Kundgebung | Rostock-Stadtzentrum
Samstag 25.08.2012 | 14 Uhr, Demo | S-Bhf. Rostock Lütten Klein

Weiter Lesen

http://www.antifa.de/cms/

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Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen (22. – 26. August 1992)

August 1992: 400 Menschen, vor allem aus Rumänien, kampieren vor der überfüllten Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber (ZaSt) im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen, geflohen und auf der Suche nach einem besseren Leben. Auf Grund mangelnder Unterkünfte oder sanitärer Anlagen mussten die Asylsuchenden unter freiem Himmel schlafen und dort auch ihre Notdurft verrichten.

„Wenn wir weitere Unterkünfte zur Verfügung stellen, kommen noch mehr Asylsuchende. Das zeigt die Erfahrung.“ entgegnete der damalige Rostocker Innensenator Peter Magdanz auf die Bitte für die Flüchtlinge endlich menschenwürdige Lebensbedingungen zu schaffen. Flüchtlingen und Migrant_innen die Hilfe zu verweigern, ja sogar alles in Bewegung zu setzen, damit diese sich auch ja nicht „vor der eigenen Haustür“ niederlassen, war zu dieser Zeit Communsense – Deutschlandweit, in allen Schichten, in fast allen politischen Spektren.

Da es eben keine deutschen „Volksgenossen“ waren, die dort Not litten, sondern Roma, wurde ihnen nicht Hilfe, sondern der „deutsche Volkszorn“ zu Teil. Bereits Anfang August zeichnete sich ab, dass organisierte Neonazis, in Tateinheit mit anderen Vollstreckern des „Volkswillens“, Angriffe auf die ZaSt und deren Insassen planen. Und so kam es letzten Endes. Nach mehrtägigen Angriffen war es dem Mob gelungen die Flüchtlinge aus dem Viertel zu jagen. Anschließend griffen Neonazis, rechte Jugendliche und „anständige Deutsche“ mit Steinen und Brandsätzen die nahegelegene Wohnunterkunft vietnamesischer DDR-Vertragsarbeiter_innen an – unter dem frenetischen Jubel von rund 2500 Bürger_innen. Statt Hilfe zu erhalten, wurden die 115 Vietnames_innen abgeschoben, ebenso die Flüchtlinge aus Rumänien.
Der Rassismus der Straße kam der CDU/CSU gelegen, hatte sie doch seit den 80er Jahren immer wieder Anstrengungen unternommen das bundesdeutsche Asylgesetz so zu verändern, dass die Möglichkeit in Deutschland Asyl zu erhalten de facto verunmöglicht wird. Die Deutschen seien von der „Asylflut“ überfordert, eine Änderung des Asylgesetzes sei darum dringend notwendig. Andernfalls würde sich Ähnliches wiederholen, so CDU und SPD. Die Pläne zur Gesetzesänderung lagen bereits in der Schublade, eine Kampagne gegen Asylbewerber_innen war im vollen Gange und Lichtenhagen wurde zynischer Weise als letztes Argument für die Abschaffung des alten Asylrechtes herangezogen. Jene Änderung wurde im Juni 1993 letzten Endes vollzogen.

Rassistische Zustände
Rassismus ist ein sehr reales, alltägliches Herrschaftsverhältnis, mit Hilfe dessen eine weiße Mehrheitsgesellschaft eine Minderheit entlang rassifizierter oder ethnisierter Grenzen diskriminiert – kulturell, politisch und wirtschaftlich, sie dadurch an der Teilhabe an gesellschaftlichen Bereichen ausschließt. Billiges Brot beim türkischen Bäcker, billige polnische Putzfrauen – die weißen Deutschen profitieren vom Rassismus. Zum anderen ist der Rassismus in Deutschland der Kitt der Leistungsgesellschaft: Um sich selber dadurch im alltäglichen Rennen, Rackern, Rasen des kapitalistischen Konkurrenzwettbewerbs als völkischer Blut-und-Boden-Bund überlegen fühlen zu können, braucht der_die Rassist_in einen Nagel für sein Kreuz. Wenn er oder sie als Mehrheitsdeutsche_r schon keine Anerkennung als Arbeitskraftunternehmer_in findet, bringt der Rassismus vielleicht Abfuhr für den alltäglichen Frust. Und das am besten im Rahmen nationalistischer Hegemonialansprüche. Deswegen gehören Nationalismus und Rassismus wie Pech und Schwefel zusammen.
Die rassistischen, meist massenhaften, Angriffe auf nichtdeutsche Menschen und die Asylgesetzesänderung 1993 können nicht losgelöst voneinander gesehen werden. Beide bedingen sich gegenseitig und sind Teil des rassistischen, deutschen Mehrheitskonsens. Und dieser hat Kontinuität. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit dokumentiert die Antirassistische Initiative Berlin seit 1993 die Folgen bundesdeutscher

Flüchtlingspolitik:
15 Flüchtlinge starben durch rassistische Angriffe auf der Straße, 67 bei Bränden und Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte. 175 Flüchtlinge starben auf dem Weg in die BRD, davon 131 an den deutschen Ost-Grenzen, 154 Flüchtlinge töteten sich angesichts drohender Abschiebung oder auf der Flucht vor dieser, 858 versuchten sich umzubringen oder verletzten sich aus Angst oder Protest gegen ihre Abschiebung, 488 Flüchtlinge wurden nach der Abschiebung in ihren Herkunftsländern misshandelt und gefoltert oder starben an Krankheiten, 31 kamen um.

(http://www.anti-rar.de/)

Allein im vergangenen Jahr wurden 7.917 Menschen, die versuchten einzureisen, abgeschoben. Das „Ausländer raus!“-Versprechen wurde von den deutschen Volksparteien spätestens seit 1993 weitaus eloquenter und geräuschloser umgesetzt als es Neonazis und Rechtspopulist_innen bisher zu leisten vermochten. So kam beispielsweise die Initiative für ein Minarettverbot, nach Schweizer Volkspartei-Vorbild, hierzulande als erstes von der CSU.

Das Gestern im Heute begreifen
Rostock war kein Einzelfall, sondern steht stellvertretend für das rassistisch-nationalistische Gesellschaftsklima der 90er Jahre. Allein 1992 kam es fast zu 2000 Angriffen auf Asylbewerber_innen, viele davon auch auf deren Wohnunterkünfte. Mölln, Solingen, Lübeck und Hamburg sind vielen Menschen in diesem Zusammenhang noch ein Begriff, jedoch sind die meisten dieser Ereignisse aus dem kollektiven Geschichtsbewußtsein verschwunden.

Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen und Mannheim-Schönau nehmen in diesem Kontext eine Sonderrolle ein, da es nicht allein Neonazis waren, die sich anschickten nichtdeutsche Menschen zu lynchen, sondern weil es vor allem brave Bürger waren, die diese Exzesse aus Nationalismus und Gewalt erst zu völkischen „Massenevents“ werden ließen. Die Angriffe in Mannheim-Schönau sind auch ein Beleg dafür, dass es eben nicht organisierter Neonazis bedarf um gegen Migrant_innen vorzugehen, sondern dass dies „die normalen Deutschen“ auch allein bewerkstelligt bekommen. Diesen drei Ereignissen ist jedoch gemein, dass lokale Medien und politische Akteure es tunlichst vermeiden von einem Pogrom zu sprechen. Auch heute noch werden diese Ereignisse als „Ausschreitungen“ oder „Krawalle“ euphemisiert. Gern wird deren Klassifizierung als rassistisch von offizieller Seite gemieden, maximal wird von „Fremdenfeindlichkeit“ gesprochen.

„Ich teile diese Bezeichnung für die Ereignisse von 1991, sie als Pogrom zu bezeichnen, nicht“, entgegnete Hoyerswerdas Bürgermeister Skora der Hoyerswerda-Gedenkinitiative „Pogrom91“ im vergangenen Jahr. Die Demo und ihr Anliegen, sei lediglich das Werk „Auswertiger“ und „Extremisten“. Ehemalige Betroffene des Pogroms und Antifaschist_innen wurden 2011 erneut bedroht und die Gedenkarbeit von offizieller Seite verusucht zu unterbinden. „Mit dem Aufwühlen der alten Geschichten“ endlich aufzuhören, dass forderte auch Wolfgang Engelmann, der ehemalige Bürgermeister von Mölln, 15 Jahre nach dem bei einem Brandanschlag drei Mitglieder der Familie Arslan umkamen.

Das „schlechte Image“ loswerden war nicht nur zum 20. Jahrestag der Pogrome von Hoyerswerda oberste Handlungsmaxime der lokalen Politik, sie ist es auch in Rostock. Hier schickt sich eine Melange aus Stadt und lokalen Initiativen an, um das „schlechte Image“ Lichtenhagens abzustreifen oder zumindest mit etwas mehr demokratischem Lack zu überpinseln. Der Umgang mit der eigenen Geschichte wurde und wird hier als reine Standortfrage verhandelt.

Und so geht auch heute der Lerneffekt gen Null. Noch immer werden die Geschehnisse nicht als das bezeichnet was sie waren – nämlich ein Pogrom – noch immer werden Antifas verfolgt, weil sie das tun, was eigentlich die Demokraten machen müssten: Nämlich Rassismus konsequent zu ächten. Und noch immer verwehrt Deutschland Hilfesuchenden die Einreise.

Erinnern heißt Kämpfen!
Der zwanzigste Jahrestag des Pogroms von Lichtenhagen wird medial fokussiert werden. Welches Gewicht die Folgen der Asylgesetzänderung, die Situation von Flüchtlingen und Migrant_innen oder die oft reaktionäre Aufarbeitungspolitik der Ereignisse in der Berichterstattung bekommt, können wir nicht ermessen.

Mit der Kampagne „Rassismus tötet!“ wollen wir diese Themen auf die politische Agenda setzen. Uns geht es aber auch darum die Frage aufzuwerfen: „Wo steht die Gesellschaft und die radikale Linke 20 Jahre nach Rostock? Was hat sich geändert?“. Nützlichkeitsrassismus und Sozialchauvinismus („Sarrazin-Debatte“) feiern gerade im Zuge der Krise fröhliche Umstände. Die Debatte um die Transformation von Rassismus und dessen Nutzen im kapitalistischen Normalvollzug werden darum wichtiger Bestandteil der Kampagne sein.

„Erinnern heißt Kämpfen!“ ist für uns darum keine bloße Phrase, sondern Handlungsmaxime. Es geht darum bestehende antirassistische Kämpfe u.a. gegen Lagerunterbringung, Flughafenasylverfahren oder Residenzpflicht zu unterstützen und mit dem Kampf um die Erinnerung an die Pogrome und die Gesetzesänderung 1993 zu verbinden. Gleiches gilt für den Widerstand gegen die öffentlichen Inszenierungen von Leistungsideologie und rassistischer Ausgrenzung. Den alten und neuen Tätern gilt unser Kampf, den Opfern der rassistischen Verhältnisse gilt unsere Empathie!

Mit einem Land, in dem Menschen in Polizeizellen verbrennen, weil sie nicht weiß sind, in dem Menschen von Rassist_innen totgeschlagen werden und deren Angehörige nur Hohn ernten, in einem Land, dass Flüchtlinge an den europäischen Außengrenzen verrecken lässt und ihnen das Leben hierzulande zur Hölle macht, werden wir keinen Frieden schließen!

Kein Mensch ist illegal!

Gegen den rassistischen Konsens!

Kein Frieden mit Staat, Kapital und Nation!

(Kampagne »Rassismus tötet!«)

http://www.antifa.de/cms/content/view/1910/1/

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20 JAHRE ROSTOCK LICHTENHAGEN [DEMO 25.08.2012] – NICHTS IST VERGESSEN!

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http://www.lichtenhagen.net/

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The Truth Lies in Rostock – Doku Deutsch

17. Juni: Keine NPD-Kundgebung in Friedrichshain! 11 Uhr, Strausberger Platz

17. Juni: Keine NPD-Kundgebung in Friedrichshain und Anderswo!
11 Uhr, Strausberger Platz

Antifa Demo 17. Juni 2012 11Uhr Strausberger Platz Berlin Fhain

Am 17. Juni um 12 Uhr will die Berliner NPD am Strausberger Platz in
Friedrichshain eine angebliche (sog.) Gedenkkundgebung unter dem Motto „Damals wie heute – Freiheit muss erkämpft werden“ abhalten. Angeknüpft werden soll an den 17. Juni 1953 als Arbeiter_innen in der DDR, ausgehend von der Großbaustelle Stalinallee (die heutige Karl-Marx-Allee) gegen zu hohe Normen auf dem Bau streikten.
Immer wieder versuchen die berliner Neonazis historische Daten nationalistisch umzudeuten und Geschichte zu fälschen (Geschichtsrevisionismus). Die tatsächlichen Geschehnisse spielen dabei keine Rolle. Es geht der NPD nur darum ihre nationalistische Hetze auf die Straße zu tragen und über die effekthascherische Show mit der Umdeutung historischer Ereignisse Sympathisant_innen zu gewinnen (“Rattenfänger”).
Schon im letzten Jahr wurden ähnliche Kundgebungen der NPD am Rosa-Luxemburg-Platz und von „Pro Deutschland“ am Frankfurter Tor durch entschlossenen Protest zum Desaster für die Rechten. Daran wollen wir nun anknüpfen und rufen zu kreativen und ungeordneten Gegenprotesten auf.
Da NPD-Demonstrationen in Berlin in letzter Zeit durch Blockaden und andere Aktionen immer wieder verhindert wurden, versuchen sie jetzt durch stationäre Kundgebungen einer Blockade der Route zuvor zukommen und bleiben gleich an einem Ort stehen. Lasst uns ihnen auch dieses Konzept vermiesen! Kein Platz für Nazis – nirgends! Neonazis entschlossen entgegentreten!

Kommt alle am Sonntag, den 17. Juni ab 11Uhr zur Gegenkundgebung am
Strausberger Platz in Friedrichshain.

http:/Initiative-gegen-rechts.de und http://antifa-fh.de.vu

Flyer als Kopiervorlage (PDF) unter http://antifhain.herobo.com/flyer_17062012.pdf

AufruferIn ist die: Ini gegen Rechts mit der Antifa Friedrichshain.
http://initiative.register-friedrichshain.de/

Die Gegenkundgebung ist angemeldet.


Antifa Friedrichshain (AFH)
c/o Infoladen Daneben
Liebigstr. 34
10247 Berlin
Web: http://www.antifa-fh.de.vu
PGP-Key: http://freeweb.dnet.it/antifhain/materialien/Antifa%20Friedrichshain.asc

Bündnis gegen Lager Berlin/Brandenburg: http://bglbb.blogsport.de & http://keinasylknastbbi.info
Bündnis gegen Rassismus und Sozialchauvinismus http://gegenrassismusundsozialchauvinismus.wordpress.com
Initiative gegen Rechts Friedrichshain: http://initiative-gegen-rechts.de
Nazis auf die Pelle rücken: http://www.antifa-berlin.info/auf-die-pelle-ruecken
Rassismus Tötet – 20 Jahre Rostock Lichtenhagen: http://rassismus-toetet.de/
Uffmucken Schöneweide: http://uffmucken-schoeneweide.de

Andere nette und nicht so nette Veranstaltungen von Dritten (Empfehlungen II), Berichte, Nachblende, etc.

Junge Linke, Jimmy Boyle, et. al. trumpfen derzeit, d.h. dieses Jahr wieder mit der Fortsetzung ihrer stets gelungenen Dauerveranstaltungsreihen auf.
Visit: http://junge-linke.org/

Siehe auch: Ankündigungstext zum 8.5.12 von Jimmy Boyle im Onlinestressi
Erreichbar: Agitare Bene” …

U.a. die Sprache die die “Jungen Linken” dazu benutzen fällt dabei ebenso stets durch sehr sympathisches Vokabular auf.

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Ebenso beachtlich sind z.B. die Veranstaltungen der Gruppe Associazione Delle Talpe in Bremen, die leider weit weg sind, und die Veranstaltungen der AL in Köln (nicht zu verwechseln mit dieser GAL die es mal hier in Berlin gab), die leider noch weiter weg sind. …

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Daneben ist zum nächsten kommenden Wochenende in Berlin ein “Watch your back…” anzumerken für Alle die sich zum 12. Mai bei dem ominösen Sternmarsch mit den Bauchlinken bewegen wollen. Bietet doch die sog. Nachbereitung der “Revolutionären Ersten Mai Demo” (sog. 18Uhr-Demo) mindestens auch einigen Grund zur Sorge, daß es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um fehlgezündete “Sprengkörper” von Freaks aus den sog. “eigenen Reihen” – wie es “ZK” vielleicht noch sagen würden – handelt, so wie einen gewissen jungen “Bialke” z.B., der sich selbst versucht als “autonom” oder “anarchistisch” zu begreifen (vgl. auch z.B. Medienberichte über “Rohrbombenzündungen” in Parks im Wedding, sowie sogar an Bushaltestellen), sondern möglicherweise sogar um geplante Anschläge von Neonazis¹, Fundamentalis_Innen, oder anderen Rechten und Reaktionären handeln könnte.
Deswegen davon abzuraten in Zukunft Demos zu besuchen wäre allerdings ebenso verkehrt. Garnicht falsch ist es allerdings zu bemerken, daß sich die Aufrufe zu: “12 Mai Stern Marsch Berlin” [sic!] (in Berlin) allesamt – wieder einmal – sehr krude anhören und um fragwürdiges (wohlwollend höchstens noch reflexhaft zu nennendes) Vokabular zum sog. “Geldsystem”, “Finanzsystem”, etc., anscheinend kaum herumkommen².

Aus Friedrichshain soll ein sog. Demofinger vom Frankfurter Tor aus, ab ca. 14Uhr starten. Siehe: http://12mai-berlin.org/

¹ Zeit Online, 8.5.2012:
“Ein Polizeisprecher schloss nicht aus, dass Rechtsextremisten die Bomben platziert haben. Bereits vor zwei Jahren war Berlin am 1. Mai nur knapp einem Anschlag entgangen. Damals brachten Neonazis aus Aachen mit Glasscherben gespickte Sprengsätze mit in die Hauptstadt. Kurz vor einer Polizeikontrolle warfen sie die Bomben jedoch weg.”

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-05/berlin-rohrbombe-terror

² Aus dem Aufruftext von http://12mai-berlin.org/ entnommen:
“[...] einem unsolidarischen Geldsystem [...]”
“Diese Politik dient nur einer kleinen Elite”
“Für uns steht außer Frage: Politik, Wirtschaft und Finanzsystem müssen völlig neu organisiert werden.”
“Wachstumswahn”
“Raubbau an Tier und Natur”

http://12mai-berlin.org/aufruf/

Da tuen sich doch einige Fragen zum Verständnis von “Politik”, “Geld”, “Finanzen”, “Wirtschaft”,”Wachstum” und “Natur”, sowie dem “Tier”, auf.

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Einen neuen Rundumschlag zur linksradikalen Debatte gibt es wie gewohnt in der Zeitschrift Phase Zwei aus Leipzig. www.phase-zwei.org
Der Titel der aktuellen Ausgabe Nr. 2~42 lautet: »Frühlingsgefühle. Internationale Aufbrüche und ihr linker Widerhall.« Gibt’s jetzt überall im gut sortierten Infoladen und so.
Z.B. hier im Daneben.
http://daneben.blogsport.de/

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Die Wert-abspaltungs-kritikerInnen von der “Kommunistischen Kritik Berlin” (KKB), vormals “WertKritik Berlin” (WKB), setzen ihre Auseinandersetzung mit der Krisentheorie und den Phänomenen des Kapitals am 9.5.12 in der Hellen Panke fort.

“Helle Panke (Kopenhagener Str. 9): Diskussion
Wir setzen unsere einführende Diskussion zur Kontroverse um die wertkritische Krisentheorie fort. Dabei geht es diesmal um Gegenargumente von Michael Heinrich, die er schon seit Ende der 90er zur wertkritischen Krisentheorie geäußert hat. Für EinsteigerInnen und Fortgeschrittene der kommunistischen Gesellschaftskritik. Diesmal im hinteren Raum der Hellen Panke. Einfach beim großen Veranstaltungsraum durchgehen und dann auf der linken Seite weiter in den hinteren Raum. Veranstaltet von der Kommunistischen Kritik Berlin.”

http://stressfaktor.squat.net/termine.php?tag=09052012

Eine nette kleine Gruppe mit der mensch nüchtern gut diskutieren kann. ;)