Tag Archives: regressive

Am Samstag zuerst nach Mitte gegen Fundis und reaktionäre Kapitalismuskritik und dann zum Rigaer-Straßenfest nach Xhain

“17.9. Berlin: Demonstrieren und Blockieren!
Am 17.9. wird wieder der „Marsch für das Leben durch Berlin“ laufen, oder eben auch nicht: Das what the fuck Bündnis ruft dazu auf, den Schweigemarsch zu blockieren. Aber vorher soll es noch eine fette feministische Demo geben: 12 Uhr am Anhalter Bahnhof”

https://no218nofundis.wordpress.com/2016/08/02/17-9-berlin-demonstrieren-und-blockieren/

https://no218nofundis.wordpress.com/

“Aufruf 2016
„Marsch für das Leben“? – What the fuck!
EUER SCHWEIGEN KÖNNT IHR EUCH SCHENKEN! LIEBER FEMINISMUS FEIERN!
Antifeminismus sabotieren! Für körperliche Selbstbestimmung demonstrieren! Christliche FundamentalistInnen blockieren!
Dem Marsch, seinen AkteurInnen und ihrem Gedankengut entschlossen entgegentreten!”

https://whatthefuck.noblogs.org/aufruf2016/

https://whatthefuck.noblogs.org/

Letzte Infos vgl.: https://linksunten.indymedia.org/de/node/190570

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Wer bei der Anti-TTIP Demo vorbeischaut sollte nicht vergessen, daß es nicht passieren darf, sich mit Rechten dort gemein zu machen. Darum gilt es mindestens für einen progressiven antikapitalistischen Block in Berlin zu sein und einen solchen zu bilden. Begründungen dafür gibt es spätestens seit den Auseinandersetzungen rund um die 1.-Mai-Demo (sog. 18Uhr-Demo) 2016 in Xberg ja mehr als zur Genüge.
Über rechte/regressive(stillstehende-bis-rückwärtsgewandte)/reaktionäre (und bisweilen latent (strukturell) antisemitische Kapitalismus)”Kritik”, siehe/vgl. Publikationen der Amadeu Antonio Stiftung zum Thema Antisemitismus:
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/verschwoerungen-internet.pdf (z.B. S. 50-53 zu “ACTA”)

http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/handreichung_antisemitismus_internet.pdf

http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/publikationen/#Antisemitismus

http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/publikationen/

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! Und dann feiern:
Zum Rigaer-Straßenfest am 17.9.2016 in Xhain/Fhain:

http://musikbrauchtfreiraeume.blogsport.de/2016/09/09/17-9-rigaer-strassenfest-zusammen-leben-zusammen-widerstehen/

https://nordkiezlebt.noblogs.org/post/2016/09/07/17-09-festliche-kundgebung-ab-14-uhr-rigaer-strasse/

https://stressfaktor.squat.net/termine.php?tag=17092016

https://linksunten.indymedia.org/en/node/189297

(https://www.facebook.com/events/649086515256871/)

https://nordkiezlebt.noblogs.org/

Und so…
Viel Spaß!

Buchbesprechung am 26.4. – Lesung von Auszügen aus: Peter Bierl, Friedrich Burschel (Hg.) – Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn – Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell

Politsalon am 26.4. im Vetomat ab 19Uhr – Buchbesprechung

Workshop zum neuen Buch von Peter Bierl (Autor) und Friedrich Burschel (Hrsg.)

Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn – Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall Silvio Gesell

http://www.konkret-magazin.de/tl_files/konkret_texte/sidebar/57k.jpg

“Dieses Buch kommt im richtigen Moment, denn auch unter Linken, Globalisierungskritikern und Kapitalismusgegnern machen sich seit Jahren, in letzter Zeit verstärkt durch die irritierenden Umstände der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise, die falschen Vorstellungen des Freiwirtschaftstheoretikers Silvio Gesell (1862–1930) wieder breit. Und auch wenn Gesell selber dem allgegenwärtigen Antisemitismus seiner Zeit weitgehend abhold war, bieten seine über weite Strecken rassistische Lehre, seine um die Produktionssphäre verkürzte Kapitalismuskritik, seine horriblen Visionen von einem neuen Manchesterkapitalismus, sein Sozialdarwinismus und seine Frauenfeindlichkeit noch heute vielen Verschwörungstheoretikern, rechten und antisemitischen Gegnern eines anonymen »Finanzkapitalismus«, aber eben auch wohlmeinenden und naiven Kritikern von »Geld und Zins« eine ideologische Heimstatt.

Bis heute fehlte eine kritische Gesamtdarstellung der Gesellianer bzw. der Freiwirtschaftsbewegung, ihrer Theorie und Entwicklung, ihrer Vorläufer und ihres aktuellen Einflusses in Deutschland. Sie endlich zu liefern ist das Anliegen dieses Buches, das sich an politisch und historisch Interessierte und Aktivisten in Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, antifaschistischen und globalisierungskritischen Gruppen wendet.

Der Autor
Peter Bierl ist ein Journalist aus Süddeutschland, der vor allem mit seinem Standardwerk Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik Aufmerksamkeit erregt hat. Sein Hauptinteresse gilt den verschiedenen Formen von Aberglauben, Esoterik und pseudowissenschaftlichem Unfug auch im linken Diskurs. Seit Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Silvio Gesell und legt nun mit diesem Buch die Summe seiner Erkenntnisse vor.

Der Herausgeber
Friedrich Burschel ist Referent zum Schwerpunkt »Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit« bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin. Er hat unter anderem das Buch Stadt – Land – Rechts. Brauner Alltag in der deutschen Provinz herausgegeben.”

Quelle: http://www.konkret-magazin.de/konkret-texte/texte-archiv/konkret-texte-nr-57.html

Mit der ausdrücklichen Genehmigung des Autors möchten wir – in ganz entspannter Atmopshäre – aus seinem aufregenden, spannenden und äußerst aufschlußreichen neuen Buch (in Abwesenheit) vorlesen, gemeinsam lesen und diskutieren. Also, vor allem die Inhalte – um die es hier geht – sollen besprochen werden. Es geht uns nicht darum ob er in allem was er sagt recht hat und behält, sondern um die Dinge auf die er hinweist und was wir selbst dazu zu sagen haben.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Leute die das Buch noch nicht gelesen haben. Denen möchte damit eine Leseempfehlung sehr ans Herz gelegt sein. Sehr willkommen sind aber gerade auch die Leute die es schon oder in Teilen gelesen haben. Dazu besteht jedoch kein Zwang.

Zum Autor: Peter Bierl ist u.a. bekannt für seine genaue Betrachtung der Anthroposophie Rudolf Steiners und der Waldorfschulen sowie seiner Kritik der besonderen deutschen Verhältnisse dazu.
Vgl.: Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister –
http://lese-fetischisten.blogspot.de/2009/06/wurzelrassen-erzengel-und-volksgeister.html

Er kommt im weitesten Sinne aus der undogmatischen radikalen Linken, war Redakteur bei der Zeitschrift ÖkoLinX in den 1990er Jahren und damals in der Ökologischen Linken, aus der er später wieder austrat.

In der linken Szene gilt er im weitesten Sinne als kritischer Anarchist (Anarchokommunist oder kommunistischer Anarchist) und dezidierter Kritiker. Wie er sich selber sieht oder selbst bezeichnen würde ist uns leider nicht bekannt. Das tut aber auch wenig zur Sache. Und vermutlich legt er auch selbst keinen so großen Wert auf diese Bezeichnungen.

Rechte, insbesondere Anthros, Esos und die sog. Evolutionären Humanisten, Tierrechtler_innen, Tierbefreier_innen, Antispes sowie Gesellianer_innen u.a. regressive bis reaktionäre Kapitalismuskritiker_innen, können ihn aus gewissen – aber von ihm sehr wohlbegründeten – Gründen nicht leiden.
Vielen bauch- und bewegungsorientierten vermeintlichen Linken hat er irrationale Vorstellungen und Verwirrungen aufgezeigt, vorgeführt und erkenntlich gemacht. Einige hat das zur Desillusionierung, Aufklärung und Erkenntnis gebracht, andere mögen ihn darum umso weniger. Selbst seine ehemaligen GenossInnen.
Das wollen wir aber garnicht zum Gegenstand machen.
Der Inhalt interessiert umso mehr.
Denn das alles im Background dazu zu wissen kann das Lesen seines neuesten Werkes bloß umso interessanter machen.
Es geht deswegen nicht um die Auseinandersetzung mit den falschen Vorstellungen anderer, sondern um die schonungslose und sachliche Kritik an, sowie die Beschäftigung mit der Materie.
Namentlich Freiwirtschaft und Schwundgeld, Tauschringe, etc., usw..
Dabei möchten wir der aufgemachten sich historisch und politisch begründenden Logik sowie Gliederung des Buches folgen.

Zum Buch:
http://ps.vetomat.net/wp-uploads/2013/04/0001.jpg
http://ps.vetomat.net/wp-uploads/2013/04/0002.jpg
t.b.a.

Bestellbar z.B. über Buch.de, o.ä. sowie im gut sortierten Buchladen um die Ecke, der Programmbuchhandlung oder jedem guten und aktuellen Infoladen.
Wer es sich nicht leisten kann bekommt das Buch auch über jede gute Bibliothek (als Fernleihe, o.ä.).
Oder bildet Lesegruppen.

Mehr von und zu Peter Bierl:
Artikel von ihm in der Jungle World – http://jungle-world.com/suche/?s=Peter%20Bierl
Beiträge im Audioarchiv – http://audioarchiv.blogsport.de/tag/peter-bierl

Zum Film END:CIV – Nachtrag – “Repro Bürgerliche Ideologie?” (Email) – Kampf der Ökokrieger_Innen?

In einer Email stellt uns ein Freund die Frage:

Die Frage ist doch auch ob der Film nicht bloß selbst wieder nur bürgerliche Ideologie oder gar Schlimmeres reproduziert, bzw. wiedererweckt, indem das eine Schlechtere gegen das Andere gestellt, aber innerhalb der systemischen Verhältnisse geblieben wird.
Der Ankündigungstext des Films macht mir nämlich genau diesen Eindruck, das nämlich eben genau nicht die kapitalistischen Verhältnisse in Frage gestellt, sondern bloß von besseren Methoden geschwafelt wird und es eigentlich garnicht um die Befreiung des Menschen aus dem Elend geht, sondern um die fehlprojezierte “arme Natur”, ein regressiver bis reaktionärer Rückgriff also.
Dieser bleibt sogar bei der Behandlung von “Indigenen” in einem reprojezierten Eurozentrismus, bzw. Zivilisations-Absolutismus, stecken.

Nehmen wir uns einmal eine Rezension, z.B. die aus: http://systempunkte.org/blog/filmrezension-endciv
und schauen mal nach was die enthält.

Dort wird z.B. Derrick Jensen angesprochen.
DJ ist ein Vertreter des sog. Primitivismus, ein wenig fortschrittlicher Zeitgenosse also, selbst wenn er sich für einen Anarchisten halten mag. Außerdem kommt er mir mit seinen mystisch wirkenden Buchcovern (“A Language Older Than Words”) und seinem Auftreten auf den Podien im Film mit den langen Schlabberärmeln auch ziemlich esoterisch und New Age mäßig rüber. Das würde mich schon im ersten Moment sehr skeptisch machen.

In der Rezension wird sich auf Ward Churchill bezogen. WC der 2005 mit seinen Shoarelativierenden Äußerungen in den USA für Furore sorgte und daraufhin aus der Uni geworfen wurde an der er lehrte ist ebenfalls ein sehr fragwürdiger Zeitgenosse. Er bezeichnete die Beschäftigten des World Trade Centers als “little Eichmanns” (NS-Vergleich). Das scheint leider schon ein inflationärer Standard im politischen Sprachgebrauch mancher Leute zu sein und schockt heutzutage kaum noch.
Ob sich der Film wirklich auf WC bezieht müsste noch geklärt werden.

Der Film ist frei bei http://submedia.tv/endciv/ zu sehen.

Dann wird sich noch auf Peter Gelderloos bezogen, der eher harmlos rüberkommt und eher noch interessantere – noch diskutable – (bisweilen sogar selbstkritische) Werke (z.B. in Punkto “Veganismus” und “Konsum”) geschrieben hat, als der Rest der indiskutablen Redner(Innen) im Film.
(Vgl. z.B.: http://theanarchistlibrary.org/text-index.html -> Suche mit der Browsersearch nach Gelderloos)

Gegen Ende der Rezension wird noch kurz John Zerzan erwähnt, der ebenfalls ein federführender Primitivst, Tiefenökologe und Technologiefeind ist und auch im Film mehrmals zu Wort kommen gelassen wird.

Alles in allem liegt damit für mich der Verdacht nahe, daß der Film eher etwas für desorientierte misanthropische Gemüter als für aufgeklärte Linke ist. Und das kann dann schon selbst in Richtung symptomatische Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gesehen werden.

Für mich ist es außerdem sein Problem, wenn er seine Filme nicht vermarktet. Den Kapitalismus hält er damit nichtmal auf. Schon garnicht wenn er sie in Youtube (google) stellt. Wo das Offensichtliche subversiv sein soll (“submedia…”) bleibt mir auch unklar. Der Film hat mir nichts, garnichts, überhaupt nichts Neues gezeigt oder kundgetan. Ich frage mich darum echt, wen er eigentlich damit erreichen will? Die reformistischen und staatstragenden Orgas verändert er damit sicher ebensowenig und abzuschaffen wäre beim derzeitigen Diskussionsstand über Staat und Kapital weltweit ebenso undenkbar.

Franklin Lopez selbst trägt übrigens gerne Palitücher und macht krude Kriegsvergleiche…: http://www.youtube.com/watch?v=mEW66aZrH8A

Hier gibt es auch noch sein Interview zu END:CIV selbst: http://www.youtube.com/watch?v=eYYUWs1nMlU&feature=related

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In dem Film wird u.a. Paul Watson zu Wort kommen gelassen. PW ist ein sog. Ökokrieger der mit seiner Organisation “Sea Shepherd”, die z.B. vom Dalai Lama unterstützt wird, in erster Linie jagt auf Walfangschiffe macht. Egal wie Mensch zur Überfischung und insbesondere zum längst nicht mehr nötigen Walfang steht, sollten sich alle bewusst machen daß Watson u.a. die ökofaschistoide Meinung vertritt es gäbe bereits zu viele Menschen auf der Erde. Außerdem greift er auch kleinere Fischerboote die keinen großen Fanggesellschaften gehören an (z.B. vor Kuba). Er vergleicht die Menschheit mit Krankheiten wie Krebs und nennt Menschen einen Virus. (Vgl. seine eigene Literatur.)
Watson fordert des Weiteren die scheinbar völlig irrationale; aber in ökodiktatorischen Kreisen weit vertretene Position der; Anerkennung von Tieren als sog. Mit- und Erdenbürger(Innen), unter welchen staatlichen oder anderen Herrschafts-Bedingungen lässt er (bewusst?) im Dunkeln. Sein Weltbild weist damit deutliche biozentrische und menschenverachtende Züge – ala Peter Singer (der die Bibel der sog. Tierbefreier_Innen “Animal Liberation” geschrieben, sowie 1992 bereits das neoeugenische Buch “Muß dieses Kind am Leben bleiben? Das Problem schwerstgeschädigter Neugeborener” (mit Helga Kuhse) herausgebracht hat) – auf. Wenig verwunderlich ist daher daß Watson größtenteils in Kreisen der ALF und ELF, also von reaktionären Möchtegernanarchist_innen (und bisweilen sogar Rechten), als Held glorifiziert und abgefeiert wird. Eigene, menschliche, Herrschaftsstrukturen und Hierarchien werden damit kaum hinterfragt.

Einbrüche in den Schutz des/der Menschen(rechte) gab es kürzlich erst wieder über den selbstherrlichen sog. Ethikpreis der GBS, von Michael Schmidt-Salomon, in der BRD. Irrationale Reflexmomente auf die Naturzerstörung im (Spät)Kapitalismus haben also wieder einiges an Brisanz aufzuweisen die nicht leichtfertig als harmlos oder am Ende gar als mögliche progressive Zweckallianzen abgetan oder hingenommen werden sollten.

“Der Feind meines Feindes ist nicht (zwangsweise) mein Freund”!

Aufklärung tut hier not. Der Politsalon wird sich darum im Juni und August ausführlich dem Thema der Naturverhältnisse und dem Naturbegriff widmen.

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Dazu hier nochmal ein Zitat von 1998 welches Mensch in diesen Zusammenhängen leider garnicht oft genug erwähnen kann:

“Biologismus und Menschenfeindlichkeit
In Teilen der Ökologiebewegung macht sich gefährliches Gedankengut breit. Militante Tierschutzgruppen machen immer häufiger Schlagzeilen. Immer wieder werden Tiere aus Schlachthöfen “befreit”, Jagdhochsitze angesägt, und Brandanschläge auf Tierversuchslabore verübt. Für eine “vegane” Lebensweise, gegen die Ausbeutung von Tieren wird geworben. Von den Akteuren wird dies damit begründet, Tiere zu töten sei genauso schlimm wie das Töten von Menschen. Doch nicht nur “vegane Tierrechtsgruppen”, sondern auch Prominente wie der Theologe Eugen Drewermann oder die Journalistin Alice Schwarzer treten für die Rechte von Tieren ein. Was steckt wirklich dahinter?
Veganismus ist eine radikalisierte Forrn des Vegetarismus. Nicht nur das Essen von Fleisch, sondern jeglicher Konsum von tierischen Produkten wie Milch oder Honig sei abzulehnen, da dies immer mit der Tötung oder Ausbeutung von Tieren verbunden sei. Begründet wird dies damit, daß Tiere ebenso wie Menschen leidensfähig seien, und deshalb kein moralischer Unterschied zwischen Menschen und Tieren gemacht werden könne. Systematisch wird von veganen Tierrechts-Gruppen die Grenze zwischen Mensch und Tier angegriffen und dazu aufgerufen, Mensch und Tier als gleichwertig anzusehen. Alles andere sei “menschliches Herrenmenschendenken” und “Arroganz”. Das anthropozentrische (den Menschen in den Mittelpunkt stellende) Weltbild sei “speziezistisch”, genau so schlimm wie z.B. Rassismus. Bei derartige Denken kann es nicht verwundern, daß Hühnerlegefabriken und Schlachthöfe von Tierrechtsgruppen immer wieder als “Tier-KZs” bezeichnet werden, eine unerträgliche Relativierung des Holocausts. Und in der Tat, wer Menschen in seinem Denken nicht in den Mittelpunkt stellt, müßte beispielsweise die Bekämpfung einer Heuschreckenplage als etwas genauso Schlimmes wie das massenhafte, fabrikmäßige Morden in Auschwitz ansehen. Mit der Ablehnung eines anthropozentrischen Weltbildes wird die moralische Schranke für das Töten von Menschen entscheidend abgesenkt.
Das hat Konsequenzen: In der veganen Zeitung “instinkte” wurden Menschen bejubelt, die Gullideckel von Brücken aud fahrende Autos geworfen hatten. Selbst der US-amerikanische “UNA-Bomber”, ein von technik- und zivilisisationsfeindlichen Ideen bessener Mann, der an technische Einrichtungen und Universitäten Dutzende von Briefbomben verschickt hatte, was mit vielen Verletzten und auch einigen Todesfällen verbunden war, fand in der Zeitschrift “Die Eule”(1/1995) Anklang. In der gleichen Ausgabe dieses Blattes findet sich auch ein Comic, der die systematische Tötung von Autofahrern als Lösung für das Problem der Luftverschmutzung propagiert. Und in einem von einer veganen Gruppe aus dem Ruhrgebiet verteilten “Tierrechtsleitfaden” finden sich als Nachwort die Sätze: ” An die ZweiflerInnen, die Teilnahmslosen und diejenigen, die es besser machen würden, wenn sie den Willen dazu hätten. Wisset diese eine Wahrheit: Dadurch, daß Du dein Leben durch das Leid anderer bestreitest, wäre es für diese Welt besser, wenn du stirbst.” Derartige Selbstüberhöhung und Sendungsbewußtsein sind in der veganen Szene durchaus üblich. Anfang Juni 1996 fand in Frankfurt eine Demonstration gegen Tierversuche unter dem Motto “Kreuzzug (!!!) für die gequälten Versuchtiere” statt. Zentrales Problem auf der Erde sind in dieser kruden Ideologie die Menschheit und die Zivilisation als solche. So schreibt die Gruppe “earth first” in ihrer Selbstdarstellung: “Der Mensch ist einzige Wesen, das in maßloser Gier und Unverständnis unter all den Lebenden gewütet hat und nach mehr griff, als ihm zusteht. (…) Diese Schuld hat sich die Menschheit kollektiv aufgeladen. Reiche und Mächtige teilen sie.mit all ihren Unterdrückten.” Geworben wird im gleichen Text auch für das Zerstören von “Maschinen und Autos”. Gesellschaftliche Konflikte und z.B. ökonomische Ursachen von Umweltzerstörung werden als unwichtig erklärt und “die wilde untereinander verbundene Gemeinschaft, die Wildnis, der Lebensfluß, der nicht durch industrielle Störung oder menschliche Anmaßung behindert werden darf” mystifiziert.
Zu einem anthropozentrischen Denken kann es keine rationale Alternative geben. Die Frage, ob z.B. die Natur zerstört ist oder nicht, läßt sich eben nur vom Standpunkt eines bestimmten Lebewesens aus klären. “Gesetzt den Fall, eine Stubenfliege vermöchte sich eine Meinung über ihre Umwelt bilden(…), so würde die Stubenfliege das Fehlen faulenden Fleisches in der Stube als existentielle Zumutung empfinden und von ordentlichen ökologischen Verhältnissen erst wieder reden mögen, wenn sich die Katze unter dem Sofa.erbricht und damit eine Fülle von Nahrungsressourcen verfügbar macht”. (Jürgen Dahl in Natur, Nr. 12/1982). Zudem müssen immer wieder Entscheidungen zwischen dem Wohlergehen von Menschen uad Tieren getroffen werden. Hier kann es immer nur eine Möglichkeit geben. Ökologische Politik, die das Wohlergehen des Menschen nicht zum Maß aller Dinge macht, muß in Esoterik, ökodikatorischen Vorstellungen oder schlimmstenfalls sogar Massenmorden enden.

Henning Flad
Dieser Text wurde nicht im redaktionellen Konsens veröffentlicht.
Aus:
Bochumer StudentInnen Zeitung
Nr. 488 Freitag, 17. April 1998″

http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr331.htm

http://www.infopartisan.net/archive/trend/trend98/fa/t090598.html

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PS: Dieser Post musste z.T. mehrmals mit Nachträgen aus Emails, wie Links, überarbeitet werden. Danke für Euer Verständnis.

Kommentare zur Diskussion hierzu gerne, wie immer, direkt an den Artikel. Oder kommt einfach zum Politsalon Ende Juni oder August zum Naturbegriff I und II.